
KI-Nutzung in deutschen Firmen steigt seit 2024 um 118 %, aber globaler Marktanteil sinkt, zeigen Studien
Zwei neue Studien zeigen eine rasche KI-Übernahme in der deutschen Industrie: 40 % der Unternehmen nutzen die Technologie, während Bitkom warnt, dass der Anteil des Landes am globalen IT-Markt schrumpft.
KI-Nutzung erreicht 40 % der deutschen Unternehmen
Laut einer Studie von IW Consult nutzen 40 % der deutschen Unternehmen Künstliche Intelligenz, ein Anstieg um 118 % seit 2024. Die Umfrage unter 500 Unternehmen, gewichtet nach Größe, zeigt, dass KI über das Experimentierstadium hinausgegangen ist und nun in der gesamten Wirtschaft verankert ist. Selbst bei kleinen Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten liegt die Nutzungsrate bei knapp 40 %.
Die Digitalisierung bleibt ein Wachstumstreiber in Deutschland.
Arbeitsmarkt im Wandel: KI wird zur Grundfertigkeit
Die IW-Studie, die auch 55 Millionen Online-Stellenanzeigen von 2019 bis 2025 analysierte, ergab, dass KI-Anforderungen nicht mehr auf IT-Spezialisten beschränkt sind. In der Industrie stieg der Anteil der Fachkräftestellenanzeigen mit KI-Kenntnissen von 10 % in den Jahren 2019 und 2022 auf 17 % im Jahr 2025. Die Forscher bezeichnen KI-Kompetenz als eine aufkommende bereichsübergreifende Grundfertigkeit, die sich von der Produktion auf Logistik und Qualitätsmanagement ausbreitet.
- 2019
- 10 %
- 2022
- 10 %
- 2025
- 17 %
Digitale Industrie wächst, angetrieben von Cloud und KI
Separate Zahlen von Bitkom zeigen, dass der deutsche IT- und Telekommunikationsmarkt 2026 um 4,1 % auf 246,4 Mrd. Euro wachsen wird. Die Softwareverkäufe sollen um 9,9 % auf 58,1 Mrd. Euro steigen, wobei Cloud-Software um 21,9 % auf 42,5 Mrd. Euro zulegt. KI-Plattformen sind das am schnellsten wachsende Segment, mit einem erwarteten Umsatzsprung von 75,8 % auf 3,1 Mrd. Euro, nach 50 % Wachstum im Vorjahr.
- KI-Plattformen
- 75.8 %
- Cloud-Software
- 21.9 %
- Software
- 9.9 %
- IT insgesamt
- 5.4 %
- Telekommunikation
- 1.4 %
Deutschland fällt global zurück
Trotz der heimischen Dynamik warnt Bitkom, dass Deutschland international an Boden verliert. Der globale IKT-Markt wird 2026 voraussichtlich um 8,5 % auf 5,9 Billionen Euro wachsen, wobei die USA einen Anteil von 41 % und ein Wachstum von 12,7 % haben. Der deutsche Anteil beträgt nur 3,8 %.
Die Kluft zwischen den USA und China auf der einen Seite und Deutschland und seinen europäischen Nachbarn auf der anderen Seite wird größer.
Wintergerst forderte politische Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus, wie etwa bevorzugte Stromanschlüsse für Mobilfunkmasten, und drängte Deutschland, zumindest das US-Wachstumstempo zu erreichen.
Gründe für die Nichtnutzung
Die IW-Studie ergab auch, dass 60 % der deutschen Unternehmen KI noch nicht nutzen. Die Haupthindernisse sind ein wahrgenommener Mangel an Relevanz für ihr Geschäftsmodell (61 %), unzureichende Kapazitäten (34 %) und Datenschutzbedenken (29 %). Die Forscher führen die schnelle Übernahme bei den Nutzern auf eine deutsche Strategie zurück, bestehende globale Basismodelle mit proprietären Industriedaten anzuwenden und zu spezialisieren, anstatt Basismodelle von Grund auf neu zu entwickeln.


