Makroökonomie · München
Deutsche Unternehmensstimmung steigt trotz teurer Energie den sechsten Monat in Folge auf 90,2 Punkte
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Oktober um 0,3 Punkte auf 90,2 gestiegen, den höchsten Stand seit Frühjahr 2023. Trotz hoher Energiepreise trieb die Industrie den Anstieg voran.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, Wirtschafts Woche, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf 90,2, nach 89,9 im September – gegen eine durchschnittliche Analystenprognose von 89,9 und einen Reuters-Umfragewert von 90,0.
Industrieunternehmen bewerteten sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen deutlich besser, da die Auftragseingänge stiegen, während die Stimmung im Dienstleistungssektor fiel und IT-Dienstleister herausstachen.
Die Bundesregierung hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2026 mehr als verdoppelt, auf 1,3 Prozent, während das Ifo-Institut nach 0,2 Prozent Wachstum im Jahr 2025 nun 1,4 Prozent erwartet.
Die Bundesbank und Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe erwarten beide eine Stagnation im dritten Quartal 2026; die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sollen am Freitag, 30. Oktober, kommen.
KfW Research und ING warnen vor einer möglichen erneuten Eskalation im Persischen Golf nach den US-Zwischenwahlen am 3. November, während die Energiepreise steigen.
- 26.10.Ifo veröffentlicht den Oktober-Index bei 90,2
- 30.10.Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die BIP-Daten für Juli bis September
- 3.11.US-Zwischenwahlen, nach denen KfW Research vor einer möglichen Eskalation im Golf warnt
Sechster Anstieg in Folge
Das Münchner Ifo-Institut teilte am Montag, 26. Oktober, mit, dass sein Geschäftsklimaindex im Oktober um 0,3 Punkte auf 90,2 gestiegen ist, nach 89,9 im September. Es ist der sechste Anstieg in Folge und der höchste Wert seit Frühjahr 2023. Analysten hatten im Schnitt mit einem Stillstand bei 89,9 gerechnet, eine Reuters-Umfrage unter Experten hatte auf 90,0 gedeutet. Die Umfrage umfasste rund 9.000 Unternehmen. Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte, das Ergebnis zeige, dass der Aufschwung anhalte.
„Der wirtschaftliche Aufschwung setzt sich fort.“
- 2026-09
- 89.9 Punkte
- 2026-10
- 90.2 Punkte
Daten aus dem Artikeltext
Erwartungen treiben den Anstieg
Die Geschäftserwartungen stiegen, während die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas schlechter beurteilten als im September. So zuversichtlich wie seit mehr als viereinhalb Jahren blickten die Firmen nicht auf die kommenden Monate. Die Industrie war der stärkste Teil der Umfrage: Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen deutlich besser, was auf steigende Auftragseingänge hindeutet. Beide Teilindikatoren drehten erstmals seit mehr als drei Jahren ins Positive. Der Dienstleistungssektor schwächte sich ab, weil die Dienstleister mit dem laufenden Geschäft weniger zufrieden waren, wobei IT-Dienstleister herausstachen. Der Handel stagnierte, das Baugewerbe verbesserte sich.
Wachstumsprognosen steigen leicht
Die deutsche Wirtschaft hat sich seit Monaten besser gehalten, als die Frühjahrsprognosen befürchteten – trotz Iran-Krieg und niedriger Pegelstände in den Flüssen. Immer mehr Ökonomen erwarten für dieses Jahr ein stärkeres Wachstum. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 kürzlich mehr als verdoppelt, auf 1,3 Prozent. Das Ifo-Institut erwartet 1,4 Prozent Wachstum im Jahr 2026, nachdem das BIP 2025 um 0,2 Prozent gestiegen war und in den beiden Jahren zuvor geschrumpft war. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer nannte den Anstieg angesichts der jüngsten starken Energiepreissteigerungen, insbesondere bei Gas, bemerkenswert und sagte, die Unternehmen rechneten offenbar mittelfristig mit einer Entspannung.
- Prognose der Bundesregierung für 2026
- 1.3 %
- Ifo-Prognose für 2026
- 1.4 %
- BIP-Wachstum 2025
- 0.2 %
Daten aus dem Artikeltext
Stagnation vor einem Aufschwung zum Jahresende
Die Bundesbank erwartet für das dritte Quartal 2026 eine Stagnation der Wirtschaft, auch weil niedrige Pegelstände die Produktion in einigen Branchen wie der Chemie bremsen. Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe prognostizierte für dieses Quartal ebenfalls Stagnation, sagte aber, die Wirtschaft klettere aus dem Tief, mit Elektrotechnik und Maschinenbau als Säulen. Er merkte an, dass die energieintensive Industrie weniger rund laufe. Wohlrabe beschrieb das Gesamtbild so:
„Deutschland kämpft sich zurück, ist aber noch nicht wieder an der Spitze.“
Das Statistische Bundesamt will am Freitag, 30. Oktober, die Zahlen für Juli bis September veröffentlichen.
Golf-Risiko und die US-Zwischenwahlen
Der KfW-Research-Ökonom Philipp Scheuermeyer sagte, die jüngsten Umfrageergebnisse wirkten vor dem Hintergrund einer möglichen erneuten Eskalation im Persischen Golf nach den US-Zwischenwahlen am 3. November sowie steigender Energiepreise noch positiver. Er verwies auf fiskalische Impulse und die Nachfrage nach Komponenten für KI-Infrastruktur als Faktoren, die den Aufschwung weitertragen könnten. Scheuermeyer warnte:
„Die deutsche Wirtschaft ist keineswegs immun gegen extrem hohe Energiepreise, das heißt, die Entwicklung im Golf bleibt das größte wirtschaftliche Risiko.“
ING-Analyst Carsten Brzeski nannte die Konflikte und eine mögliche weitere Eskalation nach den US-Kongresswahlen sowie wahrscheinlich höhere Gaspreise als Risiken. Die Großhandelspreise für Öl und Gas waren in den vergangenen Wochen stark gestiegen, und die KfW erklärte, eine Lösung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sei nicht in Sicht. Krämer verwies zudem auf fehlende weitreichende Reformen, Trumps Zölle und Chinas Exportoffensive als Grenzen der Erholung.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- HandelsblattKonjunktur: Ifo-Index steigt trotz teurer Energie sechstes Mal in Folge
- Wirtschafts WocheKonjunktur: Ifo-Index steigt trotz teurer Energie sechstes Mal in Folge
- N-tvDer Börsen-Tag: Ifo-Index stützt den Dax
- stern.deIfo-Institut: Stimmung in Firmen hellt sich weiter zum sechsten Mal in Folge auf
- Clemens Fuest
- Präsident des Ifo-Instituts, äußert sich zum Geschäftsklimaindex im Oktober
- Orte
- München, Deutschland
- Organisationen
- Reuters
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen