
Deutsche Bahn kehrt mit 147 Mio. Euro Überschuss im ersten Halbjahr in die Gewinnzone zurück – erster seit 2019, aber Pünktlichkeit hinkt hinterher
Die staatliche deutsche Eisenbahngesellschaft meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 147 Millionen Euro und drehte damit einen Verlust von 760 Millionen Euro aus dem Vorjahr, da Restrukturierung und Kostensenkungen griffen. Die Fahrgastzahlen stiegen um 1,8 % auf 960 Millionen Fahrten.
Finanzielle Wende
Die Deutsche Bahn meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 147 Millionen Euro, das erste positive Ergebnis seit 2019. Die Zahl markiert eine Wende von mehr als 900 Millionen Euro gegenüber dem Verlust von 760 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einnahmen stiegen um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro, während die Fahrgastzahlen um denselben Prozentsatz auf rund 960 Millionen Fahrten zulegten. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung stieg jedoch um rund eine Milliarde Euro auf 21,6 Milliarden Euro, da die Investitionsausgaben weiter zunahmen.
Zum ersten Mal seit sieben Jahren ist unser Schienenverkehr wieder in den schwarzen Zahlen. Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich werde erst zufrieden sein, wenn die Qualität des täglichen Bahnbetriebs überzeugt.
Restrukturierung und Kostensenkungen
Die Verbesserung wurde durch ein konzernweites Restrukturierungsprogramm vorangetrieben, das Kostensenkungen und Stellenabbau in der Unternehmensführung und in den internen Diensten umfasst. Das Unternehmen erklärte, der Personalabbau liege vor dem Zeitplan: Das für 2028 gesetzte Ziel sei bereits zu 30 Prozent erreicht. Im Rahmen der Strategie „DB 2035“ wird der Konzern schlanker und dezentraler aufgestellt, mit mehr Verantwortung für die lokalen Führungskräfte, die an ihren finanziellen Ergebnissen gemessen werden. Alle Geschäftsbereiche hielten oder verbesserten ihre Betriebsergebnisse im ersten Halbjahr, so das Unternehmen.
Segmententwicklung
Der Fernverkehr (DB Fernverkehr) schwenkte auf ein Betriebsergebnis von 148 Millionen Euro um, nach einem Verlust von 59 Millionen Euro im Vorjahr. Der Ticketverkauf zog ab April an, unterstützt durch Aktionsangebote; 600.000 Fahrgäste nutzten ein Last-Minute-Angebot und mehr als 50.000 kostenlose Jugend-BahnCards wurden bestellt. Der Regionalverkehr (DB Regio) erzielte 89 Millionen Euro, wobei die Nachfrage von Pendlern stieg, da hohe Benzinpreise einen Wechsel vom Auto zur Bahn begünstigten. Die Güterverkehrssparte DB Cargo blieb der Schwachpunkt und verzeichnete einen Verlust von rund einer Million Euro, was jedoch eine Verbesserung um 96 Millionen Euro darstellte. Die schwache Nachfrage aus der Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie belastete die Sparte weiterhin. Auch die EU-Kommission beobachtet die Entwicklung der Sparte genau.
Qualität und Pünktlichkeit hinken hinterher
Trotz der finanziellen Erfolge bleibt die Betriebsleistung schlecht. Nur 59 Prozent der Fernverkehrszüge kamen mit weniger als sechs Minuten Verspätung an, und 76 Prozent hatten weniger als 15 Minuten Verspätung. Der Zustand des Schienennetzes, das mit Milliarden Euro jährlicher Investitionen von Bahn und Bund modernisiert wird, hat sich noch nicht verbessert. Die Zustandsnote des Netzes änderte sich in der letzten Bewertung nicht. Palla schätzte, dass es noch zehn Jahre dauern werde, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil sei.
- H1 2025
- -760 Mio. €
- H1 2026
- 147 Mio. €
Politischer Druck
Die Ergebnisse kommen kurz nach einem Wechsel im Verkehrsministerium. Der neue Bundesminister Steffen Bilger (CDU) bezeichnete die Zahlen als erfreulich, bestand aber auf schnelleren Fortschritten bei der Pünktlichkeit. Er kündigte an, noch am Donnerstag mit Palla und Gewerkschaftsführern zusammenzutreffen. Der vorherige Minister war angesichts anhaltender Kritik an der Leistung der Bahn aus dem Amt geschieden, sodass der Gewinn eine willkommene gute Nachricht für die neue Führung ist.
- Weniger als 6 Min. Verspätung
- 59 %
- Weniger als 15 Min. Verspätung
- 76 %


