Kurz gefasst
Am 3. November 2026 werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze vergeben. Die Demokraten benötigen vier zusätzliche Senatssitze für eine Mehrheit.
Eine Umfrage von Reuters ergab am Dienstag, dem 20. Oktober, einen Zustimmungswert von 31 Prozent für Trump – ein neuer Tiefstand für den Präsidenten vor den Midterms.
Der Demokrat James Talarico, 37, trifft auf den Republikaner Ken Paxton, den von Trump unterstützten Generalstaatsanwalt von Texas, der sich in der Vorwahl trotz Korruptionsvorwürfen und eines Amtsenthebungsverfahrens gegen John Cornyn durchsetzte.
Bis zum Morgen des 23. Oktober hatte das Election Lab in Gainesville rund 21,8 Millionen Stimmen gezählt, darunter 12,4 Millionen Briefwahlstimmen und rund 9,4 Millionen vor Ort abgegebene Frühwahlstimmen.
Am 3. November stehen in nahezu allen Bundesstaaten fast 150 Volksabstimmungen an, allein in Louisiana entscheiden die Wähler über 15 Themen.
Eine Abstimmung mitten in Trumps Amtszeit
Die Wähler in den Vereinigten Staaten gehen am 3. November 2026 an die Urnen, um alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 der 100 Sitze im Senat zu bestimmen. Die Midterms fallen in die Mitte von Donald Trumps Präsidentschaft und gelten deshalb traditionell als Urteil über ihn, obwohl er selbst nicht auf dem Stimmzettel steht. Derzeit kontrollieren die Republikaner beide Kammern des Kongresses. Trumps Zustimmungswerte sind weiter gesunken; eine Umfrage von Reuters ergab am Dienstag, dem 20. Oktober, einen Wert von 31 Prozent – ein neuer Tiefstand.
Was die Demokraten im Senat brauchen
Eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus gilt nahezu als sicher, doch für die Mehrheit im Senat braucht die Partei vier Sitze mehr als bisher. Diese Gewinne müssten in sehr unterschiedlichen Bundesstaaten gelingen. In Texas haben die Demokraten James Talarico aufgestellt, einen 37-jährigen Theologieabsolventen in der Ausbildung zum Pastor, der offen über seinen christlichen Glauben spricht. Sein Wahlkampfslogan lautet „Liebe deinen Nächsten“, und er reist durch ganz Texas und verteilt Essen an Bedürftige. Die Republikaner schicken Ken Paxton ins Rennen, den von Trump unterstützten Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, der in der parteiinternen Vorwahl den langjährigen, gemäßigteren Senator John Cornyn besiegte. Paxton war Korruptionsvorwürfen und einem Amtsenthebungsverfahren ausgesetzt und ist wiederholt mit Parteifreunden aneinandergeraten.
Der Politikwissenschaftler David Crockett von der Trinity University in Texas sieht die Probleme der Republikaner im Zentrum von Talaricos Chancen.
„Talarico ist ein guter Kandidat. Aber angesichts der Probleme der Republikaner hätte er auch dann eine Chance, wenn er weniger wortgewandt wäre.“
Viele Wähler in Texas halten Paxton für nicht wählbar.
Frühwahl vor dem Wahltag
Bis zum Morgen des 23. Oktober hatte das Election Lab der Universität in Gainesville rund 21,8 Millionen vor dem Wahltag abgegebene Stimmen gezählt. Darin enthalten waren 12,4 Millionen Briefwahlstimmen und rund 9,4 Millionen vor Ort abgegebene Frühwahlstimmen. Laut NPR haben in den entscheidenden Swing States mehr Wähler früh abgestimmt als zum gleichen Zeitpunkt vor den vergangenen Midterms vor vier Jahren. Trump hat wiederholt versucht, die Briefwahl zu erschweren, während demokratische Wähler sie traditionell häufiger nutzen. Das Pew Research Center schätzt, dass rund 250 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten wahlberechtigt sind.
- Briefwahlstimmen
- 12.4 Mio. Stimmen
- Vor Ort abgegebene Frühwahlstimmen
- 9.4 Mio. Stimmen
Daten aus dem Artikeltext
Volksabstimmungen und Rennen in der zweiten Reihe
Die Wähler entscheiden zudem über eine Vielzahl weiterer Fragen. In nahezu allen Bundesstaaten stehen rund 150 Volksabstimmungen auf dem Stimmzettel, allein in Louisiana können die Wähler über 15 Themen abstimmen – von Steuerbefreiungen für die Sanierung verfallener Gebäude bis zur Streichung einer Schuldenklausel bei den staatlichen Renten. North Dakota stimmt über kostenlose Schulspeisungen für alle Schüler ab, Arizona über die Abschaffung automatisierter Kennzeichenerkennung im Straßenverkehr und Idaho darüber, Englisch als einzige Amtssprache in der Verfassung des Bundesstaates zu verankern. Auch Richter, Sheriffs und Bürgermeister werden in vielen Bundesstaaten gewählt, und die Waffenkontrollorganisation Everytown for Gun Safety unterstützt demokratische Kandidaten für das Amt des Generalstaatsanwalts mit zehn Millionen Dollar.
Trumps Schlussspurt im Wahlkampf
Seit Anfang Oktober reist Trump vor der Abstimmung von Bundesstaat zu Bundesstaat und hält Kundgebungen in Kansas, Ohio, Georgia und Texas ab. Bei einer Kundgebung in Kansas in der Woche des 19. Oktober warnte er, was die Zuschauer in Frankreich sähen – brennende Kirchtürme und lodernde Feuer –, sei das, was radikale Demokraten für Amerika planten. Er hat die Midterms zudem zu einem Referendum über seine Person erklärt und seine Anhänger aufgefordert, sich vorzustellen, er stünde selbst auf dem Stimmzettel. Kansas hat seit 1930 keinen demokratischen Senator mehr gewählt und gilt allgemein als tief republikanisch, weshalb der Besuch als Zeichen republikanischer Sorgen gilt. Einige Republikaner zweifeln inzwischen, ob seine Wahlkampfhilfe die beabsichtigte Wirkung entfaltet.