
Gerhard Delling bestreitet Beihilfe zur Kindesentführung in Hamburger Gerichtsaussage
Der frühere Fernsehsportmoderator Gerhard Delling wies bei seiner Aussage vor dem Hamburger Landgericht den Vorwurf zurück, an der Entführung der beiden Kinder von Christina Block zum Jahreswechsel 2024 beteiligt gewesen zu sein.
Gerichtsaussage in Hamburg
Am 78. Verhandlungstag vor dem Hamburger Landgericht gab der frühere Fernsehsportmoderator Gerhard Delling eine ausführliche Erklärung ab, in der er eine strafrechtliche Beteiligung an der Entführung der Kinder seiner Partnerin bestritt. Dem 67-Jährigen wird in dem Verfahren Beihilfe vorgeworfen, das seit mehr als einem Jahr vor Gericht verhandelt wird. Delling bat die Richter, bei der Bewertung seiner mehrstündigen Ausführungen unvoreingenommen zu bleiben, und äußerte die Hoffnung, dass das Verfahren bald abgeschlossen wird. Er erklärte vor Gericht, der laufende Prozess belaste sein Privat- und Berufsleben extrem. Delling wies die Behauptung der Staatsanwaltschaft, er habe von der Planung der Aktion gewusst oder daran mitgewirkt, entschieden zurück.
Ich war weder beteiligt noch hatte ich eine Ahnung davon.
Hintergrund des Sorgerechtsstreits
Das Strafverfahren geht auf einen erbitterten grenzüberschreitenden Sorgerechtsstreit zwischen der 53-jährigen Hamburger Unternehmerin Christina Block und ihrem früheren Ehemann Stephan Hensel zurück. Im August 2021 behielt Hensel die beiden jüngsten Kinder des früheren Paares nach einem vereinbarten Wochenendbesuch in Dänemark, statt sie nach Hamburg zurückzubringen. Hensel berief sich zur Begründung auf Vorwürfe mütterlicher Gewalt, die Block wiederholt bestritten hat. Block hielt dem entgegen, Hensel habe die Kinder aktiv manipuliert, um sie von ihrer Mutter zu entfremden. Nach Aussagen vor Gericht war Block jahrelang von den Kindern getrennt und ließ durch Privatdetektive grundlegende Informationen über deren Alltag und Wohlergehen sammeln.
Die Entführungsaktion zum Jahreswechsel
Die Staatsanwaltschaft wirft Block, deren Vater Eugen Block die Steakhouse-Kette Block House gründete, vor, ein israelisches Sicherheitsunternehmen beauftragt zu haben, um die festgefahrene Sorgerechtssituation zu lösen. Zum Jahreswechsel 2024 holten maskierte Täter die 13-jährige Tochter und den 10-jährigen Sohn aus Hensels Wohnsitz in Dänemark. Die Einsatzkräfte brachten die beiden Minderjährigen über die Grenze nach Süddeutschland und anschließend nach Hamburg. Block beteuert ihre Unschuld hinsichtlich Organisation und Finanzierung der Aktion. Delling hatte dem Gericht bereits im September 2025 eine förmliche Erklärung vorgelegt, in der er seine Erinnerungen an die Tage rund um den Vorfall schilderte.
- Stephan Hensel behält die beiden Kinder nach einem Wochenendbesuch in Dänemark.
- Maskierte Täter entführen die beiden Kinder aus Dänemark und bringen sie nach Deutschland.
- Gerhard Delling reicht im laufenden Verfahren seine erste förmliche Erklärung ein.
- Delling äußert sich am 78. Verhandlungstag vor dem Hamburger Landgericht und bestreitet die Beihilfe.
Konkrete Vorwürfe gegen Delling
Die Staatsanwaltschaft vertritt die Auffassung, Delling habe die Aktion aktiv unterstützt, indem er am 1. Januar 2024 ein Treffen zwischen Block und den beiden Kindern in Baden-Württemberg organisierte. Die Ermittler werfen ihm zudem vor, die anschließende Rückreise der Mutter und der Kinder nach Hamburg koordiniert und später gegenüber Polizeibeamten falsche Angaben gemacht zu haben. Delling sagte aus, er habe früh ein gutes Verhältnis zu den Kindern aufgebaut, sei später jedoch in Dänemark als Feindbild dargestellt worden. Er erklärte außerdem, er habe nach der Ankunft der Kinder in Deutschland Vergeltungsangriffe von Hensel gefürchtet, weshalb er nachts eine Keule neben seinem Bett bereitgelegt habe.
Die Kinder hatten keine Angst vor ihrer Mutter, sie waren eng mit ihr verbunden.
Verfahrensentwicklung und Angeklagte
Delling sagte aus, er habe nie erlebt, dass seine Partnerin Gewalt gegen ihre Kinder ausgeübt habe; hätte es solche Übergriffe gegeben, hätte er die Beziehung beendet. Er beschrieb, wie sehr Block unter dem Verlust des Kontakts zu ihrer Familie seelisch litt. In dem Verfahren in Hamburg sind sieben Mitangeklagte mit unterschiedlichen Vorwürfen im Zusammenhang mit der grenzüberschreitenden Entführung beteiligt. Bislang hat nur ein Angeklagter, ein 37-jähriger israelischer Staatsangehöriger, die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft förmlich eingeräumt.

