
Guillermo del Toro in Academy-Vorstand gewählt, während Gremium unter neuen Gleichstellungsregeln auf 60 Mitglieder wächst
Der dreifache Oscar-Preisträger Guillermo del Toro zieht erstmals in das Board of Governors der Academy ein, während die Organisation ihre Struktur unter neuen Gleichstellungsregeln auf 60 Mitglieder erweitert. Zu den neu gewählten Mitgliedern zählen auch David Leitch und Kris Bowers.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab am 15. Juni ihr neu gewähltes Board of Governors für die Amtszeit 2026-2027 bekannt. Damit zieht der dreifache Oscar-Preisträger Guillermo del Toro erstmals in den Vorstand der Regie-Sparte ein. Der Filmemacher David Leitch, der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau und Produktionspartnerin Kelly McCormick maßgeblich für die Einführung der Oscar-Kategorie „Stunt Design“ ab 2028 eingesetzt hatte, gehört dem Gremium ebenfalls erstmals an und vertritt die neu erweiterte Sparte für Produktion und Technologie. Auch der Komponist Kris Bowers wurde erstmals in den Vorstand gewählt.
Strukturelle Überarbeitung
Eine vom Vorstand im Februar 2026 verabschiedete Satzungsänderung gestaltet die Führung neu: Alle 19 Academy-Sparten verfügen nun über jeweils drei spartengewählte Gouverneure. Durch diese Änderung kommen fünf neue Sitze hinzu, wodurch die Gesamtzahl der Branchenvertreter im Vorstand auf 60 steigt. Die Erweiterung betrifft die Sparten Animation, Produktion und Technologie sowie Kurzfilm, die zuvor jeweils weniger als drei Gouverneure hatten.
- Der Vorstand verabschiedet eine Satzungsänderung, die drei Gouverneure pro Sparte für alle 19 Academy-Sparten vorschreibt.
- Das neue 60-köpfige Board of Governors wird gewählt und bekannt gegeben, darunter die erstmals gewählten Guillermo del Toro, David Leitch und Kris Bowers.
- Die Wahlen kehren zum Standardprotokoll von einem Gouverneur pro Sparte mit dreijähriger Amtszeit zurück.
- Die Oscar-Kategorie für Stunt Design, für die sich das neue Vorstandsmitglied David Leitch eingesetzt hat, wird bei der Oscar-Verleihung eingeführt.
Gestaffelte Amtszeiten in erweiterten Sparten
Um gestaffelte Amtszeiten zu etablieren, wurden die Gouverneure in den drei erweiterten Sparten in diesem Jahr für ein, zwei oder drei Jahre gewählt, anstatt für den üblichen Dreijahreszyklus. In der Sparte Animation erhielt Bonnie Arnold eine dreijährige und Jinko Gotoh eine einjährige Amtszeit. Im Bereich Produktion und Technologie wird Wendy Aylsworth drei Jahre, Vic Armstrong zwei Jahre und David Leitch ein Jahr lang amtieren. In der Sparte Kurzfilm erhielt Kim Magnusson drei Jahre und Bob Rogers zwei Jahre. Die Wahlen im Jahr 2027 kehren zum Standardprotokoll zurück, bei dem pro Sparte ein Gouverneur für eine dreijährige Amtszeit gewählt wird.
- Bonnie Arnold (Animation)
- 3 Jahre
- Wendy Aylsworth (Prod. & Tech.)
- 3 Jahre
- Kim Magnusson (Kurzfilm)
- 3 Jahre
- Vic Armstrong (Prod. & Tech.)
- 2 Jahre
- Bob Rogers (Kurzfilm)
- 2 Jahre
- Jinko Gotoh (Animation)
- 1 Jahre
- David Leitch (Prod. & Tech.)
- 1 Jahre
Amtsinhaber und zurückkehrende Gouverneure
Neun amtierende Gouverneure wurden wiedergewählt, darunter Lou Diamond Phillips (Schauspieler), Jinko Gotoh (Animation), Daniel Orlandi (Kostümbildner), Hannah Minghella (Führungskräfte), David Dinerstein (Marketing und Öffentlichkeitsarbeit), Wendy Aylsworth (Produktion und Technologie), Kalina Ivanov (Szenenbild), Mark P. Stoeckinger (Ton) und Dana Stevens (Drehbuchautoren). Fünf Gouverneure kehren nach einer Pause zurück: Bonnie Arnold (Animation), Bernard Telsey (Casting-Direktoren), Roger Ross Williams (Dokumentarfilm), Bob Rogers (Kurzfilm) und Paul Debevec (Visuelle Effekte).
Vielfalt und Amtszeitbegrenzungen
Das neue Gremium besteht laut Selbstauskunft zu 47 Prozent aus Frauen und zu 32 Prozent aus unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen. Gouverneure können bis zu zwei Amtszeiten von jeweils drei Jahren absolvieren, ob aufeinanderfolgend oder nicht. Danach folgt eine zweijährige Pause, bevor die Wählbarkeit für bis zu zwei weitere dreijährige Amtszeiten erneut besteht, was eine lebenslange Höchstdauer von 12 Jahren ergibt. Amtszeiten von weniger als drei Jahren, die aus der gestaffelten Wahl 2026 resultieren, werden nicht auf diese Begrenzungen angerechnet.


