- Abend des 17. Januar 2022Die Polizei findet den Leichnam des Jungen auf Neeltje Jans in Zeeland
- 16.10.Die Jury spricht Romy W. von der Entführung frei und befindet sie der Bilddelikte für schuldig
- 19.10.Der Schwurgerichtshof von Gent verurteilt De Kock zu 30 Jahren
Urteil und Strafmaß
Der Schwurgerichtshof in Gent verurteilte Dave De Kock, 39, am Montag, 19. Oktober 2026, zu 30 Jahren Haft. Von dieser Strafe müssen 25 Jahre verbüßt werden, bevor er Bewährung beantragen kann. Das Gericht ordnete zudem 15 Jahre Aufsicht im Rahmen einer terbeschikkingstelling (TBS) an, die es einem Vollstreckungsgericht erlaubt, ihn über seine Haftstrafe hinaus in Haft zu halten. Berichte bezeichnen das Urteil als die für Totschlag mögliche Höchststrafe; mildernde Umstände erkannte das Gericht nicht. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft, allerdings hatte der Staatsanwalt zusätzlich verlangt, eine bedingte Entlassung nicht vor 20 Jahren zu prüfen. Die Medien unterscheiden sich in der Formulierung des Vorwurfs: Einige sprechen von Totschlag, andere nennen auch eine Entführung mit Todesfolge. In seiner Begründung schrieb das Gericht:
„Totschlag ist eines der schlimmsten Verbrechen.“
- Haftstrafe
- 30 Jahre
- Jahre bis zur Bewährungsmöglichkeit
- 25 Jahre
- TBS-Aufsicht
- 15 Jahre
Daten aus dem Artikeltext
Die Ereignisse im Januar 2022
Der vierjährige Junge aus Ostflandern hielt sich häufig bei De Kock und dessen Freundin Romy W. auf, Freunden der Mutter des Jungen. Am Abend des Freitags, 14. Januar 2022, fuhr De Kock allein mit dem Jungen los. Eine Rekonstruktion aus Daten von Kennzeichenkameras, Telefonverbindungen, Überwachungsvideos und Banktransaktionen zeigt ihn auf einer Fahrt durch Flandern, über die Grenze in die Niederlande und mit Übernachtungen an mehreren Orten in Zeeland. Vor Gericht räumte De Kock ein, den Jungen während eines Wutanfalls im Auto mehrfach mit der Faust geschlagen zu haben, was er mit Frustration über seine eigene Beziehung und sein Leben in Verbindung brachte. Im Laufe der Ermittlungen gab er verschiedene Darstellungen ab, bevor er die Verantwortung für den Tod übernahm. Die niederländische Polizei nahm ihn am 17. Januar 2022 nach einer Amber-Alert-Meldung fest; der Leichnam des Jungen wurde noch am selben Abend auf Neeltje Jans gefunden, einer Insel in Zeeland.
Medizinische Befunde und der Prozess
Das Gericht nannte 80 Spuren von Gewalteinwirkung am Körper des Jungen, darunter schwere Kopfverletzungen, Blutergüsse am Schädel und ein Bauchtrauma mit Schädigung der Milz. Eine Erstickung konnte nicht ausgeschlossen werden. Wie genau der Junge starb, blieb im Prozess unklar, und De Kock sagt, er erinnere sich nicht an alles. Die Begründung des Gerichts wandte sich dem Leiden des Kindes zu und kam zu dem Schluss, dass die Gewalt extrem war.
„Er muss einen Todeskampf gekämpft und ungeheure Schmerzen erlitten haben.“
Das Gericht beschrieb De Kock als unberechenbar, unzuverlässig und sozial gefährlich und erklärte, er habe unermessliches menschliches Leid verursacht.
Romy W. und die Verurteilung von 2010
Romy W., 29, wurde am Freitag, 16. Oktober 2026, vom Hauptvorwurf der Entführung mit Todesfolge freigesprochen. Die Jury befand sie des Besitzes und der Verbreitung von Bildern sexuellen Kindesmissbrauchs für schuldig. Sie hatte Screenshots eines Videos vom Handy De Kocks auf ihr eigenes Telefon kopiert, um ihn zur Rede zu stellen. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe mit Auflagen, zu denen eine Behandlung ihrer Alkoholsucht gehört; sie hatte mehrere Jahre in Untersuchungshaft verbracht. Die Staatsanwaltschaft hatte laut Telegraaf 1,5 Jahre Haft für sie gefordert. 2010 war De Kock zu zehn Jahren Haft wegen der tödlichen Misshandlung seines zweijährigen Stiefsohns verurteilt worden. Diese Strafe verbüßte er vollständig ohne Aufsicht, da die TBS erst 2012 in Kraft trat. Seine Freilassung ohne Nachbetreuung befeuerte später die politische Debatte darüber, wie mit Hochrisikotätern umgegangen wird.