Dax über 26.000: Trump sagt Iran-Angriff ab und kündigt Gespräche an
Der deutsche Leitindex Dax legte am Montagmorgen um 1,47 % zu, nachdem Donald Trump einen großen Angriff auf den Iran abgesagt hatte und Verhandlungen ankündigte, was Brent-Rohöl auf 83 Dollar pro Barrel drückte.
Der Rekordausdruck
Der deutsche Aktienindex Dax überschritt am Montagmorgen erstmals die Schwelle von 26.000 Punkten und erreichte kurz nach der Frankfurter Eröffnung 26.005,10 Punkte. Der Anstieg entsprach einem Plus von 1,47 % gegenüber dem Freitagsschluss und übertraf das bisherige Allzeithoch von 25.900,10 Punkten vom 2. Juli. Bereits früher im Handel hatte der Index diese Juli-Bestmarke durchbrochen und wenige Minuten nach dem Eröffnungsglockenschlag 25.912,59 Punkte erreicht, bevor er weiter stieg. Der Aufschwung erweitert den Jahresgewinn des Dax auf rund 5 %.
Der geopolitische Auslöser
Am Wochenende erklärte US-Präsident Donald Trump Reportern, ein groß angelegter militärischer Schlag gegen den Iran sei abgesagt worden und die Vereinigten Staaten würden am Montagnachmittag Gespräche mit Teheran aufnehmen. Die Ankündigung kehrte die Eskalation um, die Mitte Juli Brent-Rohöl über 100 Dollar pro Barrel getrieben und den Dax auf rund 24.650 Punkte gedrückt hatte. Am Montag fiel Brent auf 83 Dollar pro Barrel, auch West Texas Intermediate gab nach. Die Straße von Hormus, ein Nadelöhr für die globalen Ölströme, wurde von iranischen Quellen als in der Endphase der Verhandlungen befindlich bezeichnet.
Die Vereinigten Staaten werden am Montagnachmittag Gespräche mit dem Iran aufnehmen.
Öl- und Inflationsentlastung
Fallende Rohölpreise milderten zwei anhaltende Marktängste: Inflation und weitere Zinserhöhungen. Der Rückgang des Brent-Öls von dreistelligen Werten Mitte Juli auf 83 Dollar am Montagmorgen verringerte den Kostendruck für die Industrie und dämpfte die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik. Der US-Dollar-Index fiel um 0,1 % auf 99,79, nachdem Japan und die Vereinigten Staaten eine gemeinsame Intervention zur Stützung des Yen bestätigt hatten, was dollar-denominierte Rohstoffe für ausländische Käufer billiger machte. Gold-Futures in New York stiegen im frühen europäischen Handel um 0,2 % auf 4.113,90 Dollar pro Feinunze.
Technologie-Rückenwind
Zusätzliche Impulse kamen aus dem Technologiesektor, wo starke Quartalsberichte von Microsoft und Amazon US- und asiatische Aktien beflügelten und auf den Frankfurter Handel übergriffen. Die positive Sitzung des Nasdaq lieferte einen sekundären Katalysator und verstärkte die risikofreudige Stimmung, die nach der geopolitischen Wende einsetzte. Die Kombination aus billigerer Energie, nachlassenden Zinsängsten und robusten Technologiegewinnen führte zu dem, was ein Bericht als kollektives Durchatmen auf den Handelsflächen beschrieb.
- Dax fällt auf rund 24.650 Punkte, während die US-Angriffe auf den Iran zunehmen und Brent-Rohöl über 100 Dollar steigt.
- Dax erreicht am Freitag ein Tageshoch von 25.892 Punkten, schließt aber bei 25.629 Punkten, knapp unter dem Juli-Rekord.
- Trump sagt größeren Angriff auf den Iran ab und kündigt an, dass die Gespräche am Montagnachmittag beginnen.
- Dax eröffnet am Montag mit einem Sprung auf 25.912,59 Punkte und übertrifft damit den Rekord vom 2. Juli von 25.900,10 Punkten.
- Index steigt weiter auf 26.005,10 Punkte und überschreitet damit erstmals die Marke von 26.000 Punkten.
Vom Ausverkauf zur Rallye
Die Gewinne der Sitzung markieren eine scharfe Umkehr des Musters, das die Märkte erst Wochen zuvor beherrschte. Mitte Juli hatten verschärfte US-Angriffe auf den Iran den Dax auf rund 24.650 Punkte einbrechen lassen, während Brent über 100 Dollar schoss. Am Freitag hatte der Index bereits seinen Rekord getestet und ein Tageshoch von 25.892 Punkten erreicht, bevor er auf 25.629 Punkte zurücksetzte und schloss. Der Ausbruch am Montag, ausgelöst durch eine einzige Wochenendankündigung, unterstreicht, wie empfindlich europäische Aktien auf den Verlauf des US-Iran-Konflikts und den von ihm beherrschten Ölpreiskanal reagieren.


