
Cybervorfälle treffen Albert Heijn und Delhaize: Apps und Online-Bestellungen lahmgelegt
Die App, die Website und das Bonuskonto von Albert Heijn funktionierten am 12. Oktober nicht mehr, Online-Bestellungen können nicht geliefert werden. Die Schwestermarke Delhaize in Belgien meldete am selben Tag einen IT-Vorfall, während die Filialen in beiden Ländern geöffnet bleiben.
Womit Kunden bei Albert Heijn konfrontiert sind
Am Montag, dem 12. Oktober, waren die App und die Website von Albert Heijn nicht erreichbar, nachdem das Unternehmen einen „Cybersicherheitsvorfall“ gemeldet hatte, und Online-Bestellungen konnten nicht geliefert werden. Sparsysteme, die mit der App verbunden sind, darunter das Einlösen von koopzegels (Treuegutscheinen) und die persönliche Bonuskarte, funktionierten nicht. Kassensysteme und nationale Bonusangebote liefen weiterhin, und Kunden konnten mit Karte bezahlen, persönliche Rabatte ließen sich jedoch nicht anwenden. Das Filialpersonal riet den Kunden, ihre Kassenbons aufzubewahren, damit entgangene Rabatte später geltend gemacht werden können. Die Regaletiketten zeigten noch die Aktionspreise der Vorwoche, sodass manche Kunden im Regal einen niedrigeren Preis sahen als an der Kasse. In der Filiale in Middelburg zeigten die Bildschirme einen „No Internet“-Fehler, und der Kundenservice war nicht erreichbar.
Die Reaktion von Ahold Delhaize
Albert Heijn erklärte am Morgen des 12. Oktober, man untersuche den Vorfall und arbeite an der Wiederherstellung der Dienste; der Schutz der Daten von Kunden, Mitarbeitern und Partnern habe Priorität. Das Unternehmen entschuldigte sich zudem für die Situation.
Wir möchten uns für diese Situation aufrichtig entschuldigen.
Die Muttergesellschaft Ahold Delhaize teilte auf einer Informationsseite mit, sie ergreife „Maßnahmen“ zum Schutz ihrer IT-Umgebung, darunter das Abschalten mehrerer Systeme; ein Sprecher bestätigte jedoch keinen Cyberangriff. Laut NRC hatte Albert Heijn seit dem Abend des 11. Oktober seine IT-Systeme aus Sicherheitsgründen teilweise vom Netz genommen. NOS berichtete, die Leiter der Limburger Filialen seien am späten Nachmittag des 11. Oktober informiert worden und gingen von einem Hack aus, könnten sich aber nicht offiziell äußern. Die Leiter aller Filialen hielten am 12. Oktober eine Videokonferenz ab; NOS bezifferte die Zahl der Albert-Heijn-Filialen in den Niederlanden auf mehr als 1.200.
- Die Leiter der Albert-Heijn-Filialen in Limburg werden über den Vorfall informiert und gehen laut NOS von einem Hack aus
- Albert Heijn trennt seine IT-Systeme aus Sicherheitsgründen teilweise vom Netz, und die Probleme beginnen, laut NRC
- Ein Cyberangriff schaltet die Kühlung in 150 bis 200 Filialen von Supermarché und Coopérative U in Frankreich ab, laut Le Monde
- Albert Heijn bestätigt einen Cybersicherheitsvorfall, App und Website sind nicht erreichbar, und das Unternehmen entschuldigt sich bei den Kunden
Delhaize und kleinere Marken
Delhaize, das in Belgien und Luxemburg tätig ist, meldete am 12. Oktober einen IT-Vorfall und erklärte, sofort gehandelt und einige Systeme vorsorglich abgeschaltet zu haben. Die Filialen in beiden Ländern blieben geöffnet, das Verteilzentrum arbeitete weiter, und Online-Bestellungen wurden an diesem Tag noch ausgeliefert, wie De Morgen berichtete. Delhaize könne noch nicht sagen, wann alle Systeme wieder verfügbar sein würden, und der Kundenservice sei nicht erreichbar.
Der Schutz der Daten unserer Kunden, unserer Mitarbeiter und unserer Partner hat für uns absolute Priorität.
Etos und Gall & Gall, die zur selben Gruppe gehören, sind ebenfalls betroffen. Ein Mitarbeiter von Gall & Gall in Maastricht sagte, nur E-Mails funktionierten nicht, und die Preise würden korrekt berechnet. Picnic verzeichnete mehr Bestellungen für Dienstag, den 13. Oktober, stockte seine Lieferkapazität auf und rechnet mit mehreren Tausend zusätzlichen Bestellungen, sollte sich der Trend fortsetzen. Auch Jumbo meldete mehr Online-Bestellungen, nannte aber keine Zahlen.
Ein Cyberangriff in Frankreich
Le Monde berichtete, dass 150 bis 200 Filialen der Supermarktketten Supermarché und Coopérative U in der Nacht zum 11. Oktober Opfer eines Cyberangriffs auf ihre Kühltechnik wurden. Die Kühlung wurde aus der Ferne abgeschaltet, sodass Tiefkühlprodukte und frische Fertiggerichte auftauten und weggeworfen werden mussten. Dominique Schelcher, der Chef von Coopérative U, nannte den Angriff in einem Beitrag auf X inakzeptabel. BFM-TV berichtete, dass auch die Kette E.Leclerc betroffen sein könnte, was diese jedoch nicht bestätigt hat. Die Artikel lassen offen, ob der französische Angriff mit den Vorfällen in den Niederlanden und Belgien zusammenhängt.
Sorgen der Kunden und offene Fragen
Die Kunden reagierten unterschiedlich. Einer fürchtete um seine persönlichen Daten und erwartete eine Flut von Anrufen unbekannter Nummern, wie nach dem Hack bei De Bijenkorf, während ein anderer sagte, ohne Computer gebe es wenig zu verlieren. Els Breugelmans sagte gegenüber De Morgen, solche Vorfälle seien in Belgien ungewöhnlich, wenngleich es sie in der Vergangenheit bei Walmart und Target gegeben habe. Sie sagte, Einzelhändler verfügten über E-Mail-, Kontakt- und möglicherweise Zahlungsdaten, wenn Kunden über die App bezahlten, und die finanziellen Folgen hingen vor allem davon ab, wie schnell die IT-Dienste die Systeme wiederherstellen könnten. Die Ursache des Vorfalls ist weiterhin unklar, und weder Albert Heijn noch Ahold Delhaize haben einen Termin für die Wiederherstellung der Dienste genannt.

