
Curaçaos WM-Debüt verblasst – Deutschland feiert 7:1-Sieg
Die kleinste Nation, die je an einer Männer-WM teilnahm, überraschte Deutschland mit einem historischen Ausgleich, doch der vierfache Weltmeister antwortete mit sechs Toren in Serie in Houston.
Vom Traum zum Debakel
Curaçao, die kleinste Nation, die je an einer Männer-WM teilnahm, überraschte Deutschland in der 21. Minute, als Livano Comenencia einen abgefälschten Schuss an Manuel Neuer vorbei zum Ausgleich traf. Das Tor, das erste WM-Tor in der Geschichte der Insel, löste wilde Jubelszenen unter den tausenden Curaçao-Fans im NRG Stadium von Houston aus. Doch Deutschland übernahm schnell wieder die Kontrolle. Felix Nmecha hatte die vierfachen Weltmeister bereits in der sechsten Minute in Führung gebracht, und Nico Schlotterbeck stellte den Vorsprung mit einem Kopfball nach einer Ecke in der 38. Minute wieder her. Ein Elfmeter von Kai Havertz kurz vor der Halbzeit machte das 3:1. Nach der Pause traf Deutschland innerhalb einer Minute durch Jamal Musiala, und spätere Tore von Nathaniel Brown, Dennis Undav und ein zweites von Havertz besiegelten den 7:1-Endstand.
- Felix Nmecha
- 1 Tore
- Livano Comenencia
- 1 Tore
- Nico Schlotterbeck
- 1 Tore
- Kai Havertz
- 2 Tore
- Jamal Musiala
- 1 Tore
- Nathaniel Brown
- 1 Tore
- Dennis Undav
- 1 Tore
Ein Moment der Geschichte
Leandro Bacuna, der Kapitän Curaçaos, sprach über die Bedeutung des Tores.
Sein Bruder Juninho Bacuna stand ebenfalls in der Startelf im Mittelfeld, Teil eines Kaders, der fast vollständig in den Niederlanden ausgebildet wurde. Für Spieler wie Comenencia, einen Mittelfeldspieler beim FC Zürich, wird das Tor ein Karrierehöhepunkt sein. Das Team wird von Dick Advocaat trainiert, der mit 78 Jahren der älteste Cheftrainer der WM-Geschichte wurde. Ein emotionaler Advocaat war während der Nationalhymne mit Tränen zu sehen.Wir haben etwas Schönes geschafft. Wir haben sogar ein Tor erzielt. Das erste Tor überhaupt bei einer Weltmeisterschaft.
David gegen Goliath
Curaçao mit rund 156.000 Einwohnern stand einem Land mit 83,6 Millionen gegenüber. Die Vorbereitung war voller Freude gewesen, hunderte Fans besuchten das Training in Noordwijk und Florida, und es herrschte eher Feierlaune als Druck. Advocaat hatte seine Spieler aufgefordert, in der Kabine zu tanzen, nicht zu verbissen zu sein. Dieser Geist zeigte sich in einer furchtlosen ersten Halbzeit, konnte aber dem anhaltenden Druck Deutschlands nicht standhalten.
- Deutschland
- 83.6 Mio.
- Curaçao
- 0.156 Mio.
Advocaats Realismus
Nach dem Spiel räumte Advocaat den Unterschied ein.
Er fügte hinzu, dass die Teilnahme allein „fantastisch“ sei und das Team es gegen Ecuador erneut versuchen werde. Deutschlands Trainer Julian Nagelsmann bestätigte, dass die Auswechslung von Jamal Musiala vorsorglich und nicht auf eine ernsthafte Verletzung zurückzuführen sei.Wir hatten mit mehr gerechnet, höchstens einer 4:1-Niederlage. Aber Deutschland war einfach besser als wir.
Was als Nächstes kommt
Curaçao hat noch zwei Gruppenspiele: gegen Ecuador am nächsten Sonntag und gegen die Elfenbeinküste am darauffolgenden Donnerstag. Advocaat glaubt, dass die verbleibenden Spiele anders verlaufen werden und der Kader bereit sein wird. Die Spieler wollen ihren Anhängern weitere Freude bereiten und möglicherweise den ersten WM-Punkt holen. Trotz der deutlichen Niederlage wird der Nachmittag in Houston für diese eine unvergessliche Viertelstunde in Erinnerung bleiben.


