
CUP-Führung schlägt Verzicht auf Spaniens Parlamentswahl am 29. November vor – Mitgliederentscheid steht aus
Die Nationale Tafel der CUP hat am Samstag beschlossen, bei der spanischen Parlamentswahl am 29. November nicht anzutreten. Eine 24-stündige Online-Abstimmung der Mitglieder am Sonntag soll die Position bestätigen.
CUP-Führung schlägt Verzicht vor
Die Nationale Tafel der CUP, das höchste politische Führungsgremium der Partei, tagte den gesamten Samstag in Barcelona und beschloss, bei der Parlamentswahl am 29. November nicht anzutreten. Die Tafel kam zu dem Schluss, dass „derzeit die politischen Bedingungen nicht gegeben“ seien für eine Kandidatur. Da die endgültige Position von den Mitgliedern bestätigt werden muss, öffnet am Sonntag um 7.00 Uhr eine Online-Abstimmung, die 24 Stunden lang läuft. Die Sprecher werden das Ergebnis am Montag, dem 12. Oktober, auf einer Pressekonferenz bekannt geben. Die CUP hatte nach der Wahl im November 2019 zuletzt Sitze im Kongress inne, als sie zwei errang, und verlor bei der Wahl im Juli 2023 ihre gesamte parlamentarische Vertretung. Die vorgezogene Wahl wurde von Ministerpräsident Pedro Sánchez angesetzt, der die nächste Wahl eigentlich für 2027 geplant hatte; die Partei hatte die Option einer Kandidatur offengehalten, während sie über ihre Rolle debattierte.
Zur Erläuterung der internen Debatte sagte die nationale Sprecherin Su Moreno am vergangenen Montag:
Wir debattieren mehrere Szenarien und analysieren die Lage fortlaufend.
- Nationale Tafel beschließt, nicht bei der Parlamentswahl am 29. November anzutreten
- Online-Abstimmung der Mitglieder beginnt und läuft 24 Stunden
- Sprecher geben das endgültige Ergebnis auf einer Pressekonferenz bekannt
Ein linker Block ohne gemeinsame Liste
Rund eine Woche vor der Registrierung der Kandidatenlisten hat sich der Raum links der PSOE nicht darauf verständigt, wie man gemeinsam antreten oder wer ihn anführen soll. Der einzige nennenswerte Schritt ist bislang der Name Frente Amplio, der Movimiento Sumar, Izquierda Unida, Comunes und Más Madrid zusammenbringen soll. Podemos und die Regionalparteien gehen eigene Wege, die Chunta Aragonesista hat die Tür für einen Beitritt zur Frente Amplio geöffnet, und Compromís und Adelante Andalucía haben erklärt, nicht beizutreten. Más Madrid schlug drei Tage zuvor die frühere Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, als Spitzenkandidatin vor, ohne die anderen Parteien zu konsultieren; der Vorschlag stieß bei IU und Sumar auf wenig Gegenliebe. Pablo Iglesias und Yolanda Díaz, die diesen Raum bei den beiden vorangegangenen Parlamentswahlen angeführt hatten, haben sich nach internen Streitigkeiten zurückgezogen.
Colau äußerte sich anschließend bei La Sexta zur Frage von Gabriel Rufián:
Ich bin bereit, ihm zu helfen, wenn er sich entscheidet, nicht nur Kandidat für Katalonien zu sein, sondern diese Führungsrolle auch auszuüben, um die Linke auf staatlicher Ebene zu einen.
ERC und die Frage Rufián
Die Generalsekretärin der ERC, Elisenda Alamany, sagte gegenüber El Nacional, Gabriel Rufián werde bei der Wahl am 29. November die Liste der Partei anführen. Die Position innerhalb von Esquerra ist weniger geklärt, da Parteipräsident Oriol Junqueras sich dagegen gewehrt hat, den Namen der Partei in einem breiteren Linksbündnis zu verwässern. Rufián hat erklärt, er wolle der republikanische Vertreter sein, und Personen aus dem Umfeld von Junqueras antworteten, „der Kandidat ist Gabriel Rufián“. Rufián hat bis Sonntag Zeit, seinen Namen als Spitzenkandidat der ERC in Barcelona vorzulegen und die erforderlichen 400 Unterstützungsunterschriften einzureichen. Alamany warf Salvador Illa zudem vor, nicht zu beklagen, dass Katalonien wegen der Wahlausschreibung 4.700 Millionen Euro aus seiner Finanzierung verliert.
Alamany verknüpfte den nationalen Wahlkampf mit den für Mai kommenden Jahres angesetzten Kommunalwahlen, bei denen sie als Kandidatin für den Stadtrat von Barcelona antreten wird, und kritisierte den kurzen Zeitrahmen:
Es ist ein Fehler, Wahlkämpfe auf nur 15 Tage anzusetzen, in dem Sinne, dass wir vier Jahre lang versucht haben, die Menschen davon zu überzeugen, dass wir ihnen am nächsten stehen.
Fristen und wie es weitergeht
Die Kandidatenlisten müssen bis zum 26. Oktober eingereicht werden, und Parteien, die in einem Bündnis antreten, haben noch etwa eine Woche Zeit, dies der Wahlbehörde mitzuteilen. Podemos schlägt offene Vorwahlen am Mittwoch und Donnerstag vor, um seine Kandidaten zu bestimmen; die Anmeldung ist ebenfalls an diesem Sonntag möglich. Am Montag wird die CUP bekannt geben, ob sie auf der Wahlliste bleibt, und die Antwort wird klären, ob die Partei am 29. November eine Kandidatur aufstellt. Das Projekt Frente Amplio hängt weiterhin davon ab, dass sich Más Madrid, Izquierda Unida, Comunes und Sumar auf eine Führungsperson einigen, während Rufiáns Position vom ERC-Prozess und davon abhängt, ob er bis Sonntag die benötigten Unterstützungsunterschriften sammelt.

