Sicherheit · Bukarest, Timișoara und Târgu Mureș

Rumänien gedenkt des Colectiv-Brands vor elf Jahren – und hat noch immer kein funktionsfähiges Verbrennungszentrum

Drei Verbrennungszentren sind noch immer nicht in Betrieb, und Bukarest hat kein Projekt für eine Erwachsenenstation. Premierminister Luca Niculescu bat den Gesundheitsminister um einen realistischen Zeitplan, während am 30. Oktober 2026 der elfte Jahrestag des Brands begangen wurde.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von G4Media.ro, Stirile ProTV, Digi24 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Bukarest, Timișoara, Târgu Mureș · Rumänien
Wie es dazu kam
  1. 2024Die Generalstaatsanwaltschaft stellt das erste Strafverfahren ein
  2. März 2025Der Oberste Gerichtshof entscheidet, dass die strafrechtlichen Ermittlungen fortgesetzt werden müssen
  3. 30.10.Elfter Jahrestag; der Premierminister fordert einen realistischen Zeitplan für ein Verbrennungszentrum für Erwachsene

Ein Gedenktag in Bukarest

Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, fand um 10:30 Uhr am Ort des ehemaligen Clubs in der Strada Tăbăcarilor ein religiöser Gedenkgottesdienst für die Opfer des Colectiv-Brands statt, wie Mediafax berichtet. Neben Fotografien der Toten wurden Kränze niedergelegt und Kerzen entzündet. Der Verein Colectiv GTG 3010 erklärte, dort keine offizielle Veranstaltung abzuhalten, doch einige Eltern wollten gemeinsam mit Freunden der Opfer Kerzen anzünden. Die Organisationen Corupția Ucide, Rezistența und Inițiativa România riefen zu einer eigenen Gedenkveranstaltung an derselben Adresse auf; in ihrer Botschaft hieß es:

„Elf Jahre sind vergangen. Familien sollten nicht ein Leben lang kämpfen müssen, um zu erfahren, warum ihre Angehörigen nie nach Hause kamen.“

Corupția Ucide

Der Verein Colectiv GTG 3010 warnte, dass das Land auch 2026 über keine Verbrennungskliniken verfüge.

Was 2015 geschah

Das Feuer brach während eines Konzerts der Band Goodbye to Gravity aus, die dort ihr Album Mantras of War vorstellte, in einem Club, der in der ehemaligen Fabrik Pionierul eingerichtet war. Pyrotechnik entzündete Dämmmaterial, und laut den Veranstaltern breiteten sich die Flammen innerhalb von Sekunden über die Decke aus. Mediafax berichtet, der enge Ausgang habe die Evakuierung erschwert. Die Zahl der Toten wird mit 65 angegeben: 27 Menschen starben in der Nacht, 37 weitere später, und ein Überlebender, der 2017 starb, ist in der Gesamtzahl enthalten. G4Media zählt hingegen 64 Todesopfer des Brands und ein 65. Opfer, das zwei Jahre später starb. Die Zahl der Verletzten wird von G4Media mit mehr als 150 und von Libertatea mit mehr als 160 angegeben. Libertatea weist zudem darauf hin, dass 2015 mehrere politische Amtsträger zurücktraten, darunter Premierminister Victor Ponta.

Verbrennungszentren weiterhin nicht in Betrieb

Premierminister Luca Niculescu sprach den Jahrestag zu Beginn der Kabinettssitzung am 30. Oktober an und sagte:

„Wir schulden ihnen nicht nur Respekt und Mitgefühl, sondern auch Taten.“

Luca Niculescu, Premierminister Rumäniens

Er sagte, die Verbrennungszentren in Timișoara und Târgu Mureș seien gebaut und befänden sich in der letzten Vorbereitungsphase, während drei Zentren noch im Bau seien und voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen sollen. Das Kinder-Verbrennungszentrum am Krankenhaus Grigore Alexandrescu in Bukarest sei weit fortgeschritten, und G4Media schätzt, dass es 2027 fertiggestellt wird. Bukarest brauche weiterhin ein modernes Zentrum für erwachsene Brandverletzte, und G4Media berichtet, dass es für Erwachsene in Bukarest, im Süden und im Osten des Landes kein Projekt gebe. Niculescu bat Gesundheitsminister Alexandru Rogobete, 2027 konkrete Schritte einzuleiten und mit dem Finanzminister an einem realistischen Zeitplan zu arbeiten. News.ro berichtet, dass der Staat mehr als 11 Millionen Euro für im Ausland behandelte Brandverletzte gezahlt habe und dass in den vergangenen fünf Jahren 89 rumänische Brandverletzte in europäischen Krankenhäusern behandelt wurden.

Justiz weiterhin offen

Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern an. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde das Verfahren 2024 eingestellt, wie aus einer Einstellungsverfügung hervorgeht, die HotNews.ro einsehen konnte; doch der Oberste Gerichtshof entschied im März 2025, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden müssen. Ein zweites Strafverfahren zu den Zuständen in den Krankenhäusern, der Verlegung der Verletzten und den Folgen von Krankenhausinfektionen ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Eine in diesem zweiten Verfahren erlassene Einstellungsverfügung wertete Aussagen von Medizinvertretern als gerechtfertigt, die erklärten, der europäische Katastrophenschutzmechanismus habe über bilaterale Vereinbarungen hinaus nichts anbieten können, da damals kein Verfahren für die Behandlung einer großen Zahl von Brandverletzten existiert habe.

Überlebende sagen, kaum etwas habe sich geändert

Der Schauspieler, Musiker und Überlebende Cătălin Scânteie schrieb auf Facebook, Rumänien sei nach wie vor verletzlich und gleichgültig wie zuvor, und kritisierte Veranstaltungsorte, die noch immer nur einen Ausgang hätten. Er schrieb:

„Sie haben uns damals belogen, und sie belügen uns noch heute.“

Cătălin Scânteie

Libertatea porträtierte eine 37-jährige Frau, die damals 26 war, einen Monat im Koma lag und zur Behandlung nach Belgien verlegt wurde. Sie sagte, sie habe Angst davor, in Rumänien in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden, und die den Patienten versprochenen Verbrennungsstationen seien nicht gebaut worden. Sie sagte, niemand habe die Opfer vergessen, und vor allem deren Eltern wollten, dass dies bekannt werde. Bukarest hat weiterhin kein Projekt für ein Verbrennungszentrum für Erwachsene.

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