
Scheidende CNMC-Präsidentin räumt 'Fehler' im Abschied ein, verteidigt Regulierungsunabhängigkeit und Energieaufsicht
Spaniens scheidende Wettbewerbschefin Cani Fernández blickte in einer Abschiedsrede auf sechs Jahre voller 'Erfolge und Fehler' zurück, verteidigte die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörde und warnte, dass selbst 'Don Dinero' sich an die Regeln halten müsse.
Ein Abschied mit Reflexionen
Cani Fernández, Präsidentin der spanischen Wettbewerbsbehörde CNMC, nutzte ein öffentliches Forum in Madrid am 11. Juni 2026, um sich zu verabschieden, während ihre sechsjährige Amtszeit sich dem Ende am 17. Juni nähert. Sie räumte 'Erfolge und Fehler' ein, wollte aber keine einzelne Entscheidung nennen, die sie bedauert, und sagte nur, dass sie vieles anders gemacht hätte. Die Rede, die bei einem Frühstückstreffen mit Vertretern der Wirtschaft und des institutionellen Establishments gehalten wurde, war gespickt mit literarischen Anspielungen von Gracián bis Quevedo.
Quevedo warnte uns vor der Macht des Geldes, indem er es als einen mächtigen Herrn definierte, und wir sehen es jeden Tag. Aber genau dafür gibt es das Wettbewerbsrecht: um Herrn Geld daran zu erinnern, dass auch er sich an die Regeln halten muss, dass Größe keinen Freibrief gibt und dass Effizienz niemals eine Entschuldigung für Ausschluss sein darf.
Fernández, deren Nachfolger von der Regierung noch nicht benannt wurde, sagte dem Publikum, dass sie mit Stolz auf eine Institution zurückblicke, die sie 'nützlicher, unabhängiger und respektierter' machen wollte. Sie räumte jedoch ein, dass es 'Momente des Drucks, der institutionellen Einsamkeit und fairer sowie unfairer Kritik' gab, und dass sie gelernt habe, die Presse 'leidenschaftslos' zu lesen.
Energie als der 'Everest'
Fernández bezeichnete die Energieregulierung als die größte Herausforderung ihrer Amtszeit und beschrieb sie als einen 'Everest regulatorio', der mehr Zeit in Anspruch nahm 'als mein eigener Ehemann'. Sie argumentierte, dass Energie 'nicht nur ein weiterer Sektor' sei, weil sie Haushaltsrechnungen, Fabrikkosten, strategische Autonomie und Versorgungssicherheit bestimme. Die Komplexität erfordere 'Technik, Gelassenheit und Staatsverständnis', und sie verteidigte das sorgfältige Tempo der Entscheidungsfindung.
Die Technik hat ihr eigenes Tempo, das Verfahren schützt alle, und Rechtssicherheit ist keine Laune von Juristen, sondern eine demokratische Garantie.
Der Blackout und die ausstehenden Lehren
Die CNMC geriet wegen der langsamen Genehmigung eines Verfahrens zur Steuerung der Netzspannung stark in die Kritik, das nach Ansicht vieler Experten den historischen landesweiten Blackout vom 28. April 2025 hätte verhindern können. Fernández sprach das Ereignis indirekt an, nannte es eine Lektion, aus der 'wir alle enorm gelernt haben, auch auf europäischer Ebene', und sagte, dass erst nach Veröffentlichung der formellen Beschlüsse klar sein werde, ob andere Entscheidungen hätten getroffen werden müssen. Sie bestand darauf, dass die Regulierungsbehörde weiterhin Regeln vorantreiben müsse, die den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien sicher machten und einen ähnlichen Zusammenbruch verhinderten.
BBVA-Sabadell und andere Schlachten
Auf den Fall der BBVA-Sabadell-Fusion angesprochen, beschrieb Fernández ihn als 'nicht die technisch schwierigste' Akte, die sie bearbeitet habe, aber als diejenige, die den größten Mediendruck auslöste. Die Menge der Eingaben Dritter machte ihre Bearbeitung besonders komplex. Sie merkte auch an, dass der Telekommunikationssektor 'nicht mehr so viel Regulierung benötigt', was auf eine leichtere Hand für diese Branche unter künftiger Führung hindeutet.
Ein Nachfolger mit 'gesundem Menschenverstand'
Fernández empfahl ihrem Nachfolger, über 'technische Fähigkeiten, insbesondere im Wettbewerbsrecht, und viel gesunden Menschenverstand' zu verfügen. Sie forderte denjenigen, der ihr nachfolgt, auf, die technische Qualität der CNMC-Mitarbeiter zu bewahren, Talente trotz des harten Wettbewerbs aus der Privatwirtschaft zu halten und die Offenheit der Institution gegenüber der Welt zu bewahren. Sie zollte dem ehemaligen Vizepräsidenten Ángel Torres, der 2023 starb, und allen Mitarbeitern einen emotionalen Tribut und sagte: 'Sie sind die CNMC, nicht die Schlagzeilen.'
Die Institutionen sind eine Mischung aus Intelligenz, Geduld und Anstand, die es einem Land ermöglicht, ein wenig besser zu funktionieren.


