
CIA-Direktor John Ratcliffe zu nicht angekündigten Gesprächen mit russischen Vertretern in Moskau
CIA-Direktor John Ratcliffe hat am Dienstag in Moskau nicht angekündigte Gespräche geführt. Er war von Riga aus mit einem Militärflugzeug angereist – der erste Besuch eines US-Geheimdienstchefs in Russland seit 2021.
Nicht angekündigter Flug nach Moskau
CIA-Direktor John Ratcliffe ist am Dienstag, dem 25. August 2026, zu Treffen mit Vertretern der russischen Regierung in Moskau eingetroffen. Flugaufzeichnungen von Flightradar24 zeigten, dass ein US-Militärtransportflugzeug des Typs Boeing C-17A Globemaster III gegen 09:00 Uhr MESZ auf dem Flughafen Wnukowo landete, nachdem es aus Riga (Lettland) gekommen war. Die Maschine, die für den Transport hochrangiger US-Vertreter genutzt wird, war am Sonntag, dem 23. August 2026, von der Joint Base Andrews nahe Washington nach Riga geflogen. Augenzeugen in der russischen Hauptstadt berichteten, kurz nach der Ankunft sei eine Fahrzeugkolonne mit US-Diplomatenkennzeichen aus dem Flughafenbereich ausgefahren. Ratcliffe beendete seinen Besuch und reiste am Dienstagabend aus Moskau ab.
- Boeing C-17 startet von der Joint Base Andrews nach Riga, Lettland
- Militärtransportflugzeug der USA landet von Riga kommend auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo
- USA bitten Ukraine um vorübergehende Einstellung der Angriffe auf russisches Territorium
- Ratcliffe beendet Gespräche mit russischen Vertretern und reist aus Moskau ab
Koordinierung mit Kiew und offizielle Kanäle
Vor dem Besuch informierte die US-Regierung ukrainische Vertreter über die Delegation und bat Kiew, Angriffe auf russisches Territorium bis zur Abreise Ratcliffes vorübergehend auszusetzen. Es handelt sich um den ersten bekannten Besuch eines CIA-Direktors in Moskau seit November 2021, als William Burns im Auftrag von Präsident Joe Biden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentraf, um vor einer Invasion der Ukraine zu warnen. Es ist zudem die ranghöchste Reise eines Vertreters der Regierung von Donald Trump nach Russland, seit die Sondergesandten Steven Witkoff und Jared Kushner im Januar 2026 in Moskau Gespräche führten. Ratcliffe hatte seit 2025 mehrere Telefonate mit Sergei Naryschkin, dem Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes (SWR), geführt, um gemeinsame Themen zu erörtern.
Sicherheitswarnungen und Nahost-Diplomatie
Das Treffen fand statt, während die von den USA vermittelten Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg weiterhin ins Stocken geraten waren und beide Seiten bei zentralen Fragen unterschiedliche Positionen vertraten. Nach US-Geheimdienstberichten hat Putin eine wachsende Bereitschaft gezeigt, dementierbare hybride Operationen gegen NATO-Mitgliedstaaten durchzuführen. Am Samstag erklärte Putin, die ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium hätten eine "Büchse der Pandora" geöffnet. Die Gespräche fielen auch mit den US-Bemühungen zur Lösung des Konflikts mit dem Iran zusammen, der im Februar 2026 begann. Am Montag drohte Washington Sanktionen gegen Staaten an, die weiterhin Handelsbeziehungen mit Teheran unterhalten. Russland unterhält eine strategische und wirtschaftliche Partnerschaft mit dem Iran, die unter anderem die Lieferung iranischer Drohnen für Einsätze in der Ukraine und – nach ukrainischen Vorwürfen vom März 2026 – die Lieferung russischer Drohnen an Teheran umfasst.
Verhandlungen über Gefangenenaustausch
Die Gespräche in Moskau betrafen auch einen möglichen Gefangenenaustausch zwischen den beiden Ländern. Der CIA war bereits an der Freilassung der russisch-amerikanischen Doppelstaatsbürgerin Ksenia Karelina im April 2025 beteiligt. Die derzeitigen Gespräche betreffen in Russland inhaftierte US-Bürger, darunter den 74-jährigen ehemaligen Lehrer Stephen Hubbard, der im April 2022 unter dem Vorwurf festgenommen wurde, auf Seiten der ukrainischen Streitkräfte gekämpft zu haben. Weder der CIA noch der Kreml gaben eine offizielle Erklärung zum konkreten Inhalt oder zur Teilnehmerliste der Treffen am Dienstag ab. Das diplomatische Engagement findet vor den US-Kongresszwischenwahlen im Herbst statt, bei denen Donald Trump im Inland wegen der Lebenshaltungskosten und seiner Außenpolitik unter Druck steht.


