Movistar Plus veröffentlicht Dokumentation über Chiquito de la Calzada und seinen Rechtsstreit um Lucas Grijander
Unter der Regie von Juan Zavala und Javier Morales feiert 'El otro Chiquito' am 1. Oktober 2026 auf Movistar Plus Premiere und untersucht den Urheberrechtsstreit von Gregorio Sánchez aus dem Jahr 1995 mit dem Imitator Florentino Fernández.
Der Dokumentarfilm 'El otro Chiquito', unter der Regie von Juan Zavala und Javier Morales, feiert am 1. Oktober 2026 auf Movistar Plus Premiere. Erdacht von Drehbuchautor Diego San José, weicht die Produktion von konventionellen biografischen Rückblicken ab und konzentriert sich gezielt auf die juristische Auseinandersetzung des Jahres 1995 zwischen dem spanischen Komiker Gregorio Sánchez, weithin bekannt als Chiquito de la Calzada, und den Schöpfern der Parodiefigur Lucas Grijander. Die Filmemacher untersuchen, wie die kommerzielle Aneignung von Sánchez' komödiantischer Persona, die zuvor als heitere Fernsehanekdote beschrieben worden war, dem Künstler auf dem Höhepunkt seiner Karriere erhebliches persönliches Leid zufügte.
Der Streit um die Fernsehimitation
1995, als Sánchez auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand, führte die Late-Night-Sendung 'Esta noche cruzamos el Mississippi' von Telecinco unter der Moderation von Pepe Navarro eine Imitationsfigur namens Lucas Grijander ein. Dargestellt von dem damals Anfang zwanzigjährigen Komiker Florentino Fernández, übernahm die Figur Sánchez' charakteristische gebeugte Haltung, spasmodische Armgesten und unverwechselbare Sprechmelodien, bevor die Sendung eine weitere ähnliche Figur namens Crispín Klander einführte. Sánchez und seine Vertreter betrachteten die Sketche als unrechtmäßige Ausbeutung seines künstlerischen Schaffens und nicht als übliche Parodie, was ihn dazu veranlasste, Klage einzureichen. Während des Gerichtsverfahrens befragte der vorsitzende Richter Zeugen zu dem vom Komiker erfundenen Vokabular, um zu beurteilen, ob die Imitation eine Urheberrechtsverletzung oder eine zulässige komödiantische Parodie darstellte.
Von der Flamenco-Anonymität zum nationalen Star
Bevor Sánchez im Alter von über sechzig Jahren Fernsehruhm erlangte, arbeitete er jahrzehntelang als Flamencosänger (Cantaor), ertrug lange Phasen finanzieller Not und verbrachte mehrere Jahre mit Auftritten in Japan. 1994 machten ihn seine Auftritte in der Comedy-Sendung 'Genio y figura' von Antena 3 in ganz Spanien zu einem Begriff. Getrieben von dem Wunsch, ein Haus für seine Frau Pepita zu kaufen, begeisterte Sánchez das Publikum mit surrealem Humor und erfundenen Schlagworten wie 'fistro', 'pecador de la pradera', 'te das cuen', 'no puedor' und 'por la gloria de mi madre'. Sein plötzlicher Aufstieg fiel in die Zeit der Entstehung des kommerziellen Privatfernsehens in Spanien, in der konkurrierende Sender aggressiv um tägliche Einschaltquoten kämpften.
Der Privatfernsehmarkt erfand sich gerade selbst, die Regeln des Wettbewerbs wurden gerade erfunden, und alles war unerforschtes Terrain.
Juristische Abweisung und persönliche Folgen
Die Gerichtsverfahren gegen die Schöpfer der Sendung endeten, ohne eine rechtliche Schuld festzustellen, da der Richter den Fall abwies. Obwohl Fernández in den folgenden Jahren erklärte, der Streit sei gütlich beigelegt worden, dokumentiert der Film widersprüchliche Darstellungen über die endgültige Lösung. Sánchez erfüllte sein Ziel, seiner Frau ein Haus und einen Mercedes zu verschaffen, doch ihr Tod ließ ihn völlig verzweifeln.
Er war depressiv und starb praktisch vor Kummer.
Der Dokumentarfilm verbindet den Gerichtssaalstreit mit den sich wandelnden kulturellen und wirtschaftlichen Realitäten Spaniens in den 1990er Jahren. Auf den Optimismus und die öffentlichen Ausgaben der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona und der Expo in Sevilla folgte ein schwerer wirtschaftlicher Abschwung, begleitet von erbitterten politischen Auseinandersetzungen zwischen Ministerpräsident Felipe González und José María Aznar.
- Gregorio Sánchez erlangt durch 'Genio y figura' auf Antena 3 nationale Fernsehberühmtheit.
- In 'Esta noche cruzamos el Mississippi' auf Telecinco wird die Imitation Lucas Grijander eingeführt, was eine Klage nach sich zieht.
- Movistar Plus zeigt die Premiere des Dokumentarfilms 'El otro Chiquito', der den Rechtsstreit untersucht.

