Kurz gefasst
Der Film kommt am Freitag, 23. Oktober, in die spanischen Kinos und zu Movistar+, nach der Weltpremiere am 25. September beim Internationalen Filmfestival von San Sebastián.
Der Dokumentarfilm nutzt Tonbänder und Super-8-Material aus dem Archiv Rabal-Balaguer, das die Regionalregierung zum hundertsten Geburtstag Rabals digitalisieren ließ; Regie führt Vanesa Benítez.
Radiotelevisión Española, Movistar+, La 7 RM und Canal Sur sind beteiligt, das ICAA und die Región de Murcia stellen Fördermittel bereit, und die Fundación SGAE sowie die Stadtverwaltung von Águilas treten als Sponsoren auf.
Ein Film aus der eigenen Stimme des Schauspielers
Der Dokumentarfilm 200 vidas. Paco Rabal unter der Regie von Vanesa Benítez kommt am Freitag, 23. Oktober, in die spanischen Kinos und ist zugleich bei Movistar+ abrufbar. Er zeichnet Leben und Werk von Francisco Rabal nach, geboren 1926 in Águilas in der Region Murcia, gestorben 2001 in Bordeaux, Frankreich. Statt einer konventionellen Biografie lässt der Film den Schauspieler seine eigene Geschichte erzählen – über Tonbänder, schriftliches Material und selbst gedrehtes Super-8-Material. Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv Rabal-Balaguer, das die Regionalregierung zum hundertsten Geburtstag digitalisieren ließ. Aussagen von Angehörigen, Kollegen und Filmemachern vervollständigen das Bild, das zwischen Erinnerung und Traum pendelt und sich dem Menschen hinter seinen Rollen nähert.
Benítez stieß erstmals in einem kleinen Museum in Águilas auf das Material, wo ein Tonbandgerät ausgestellt war. Sie schloss, dass es zu einem Aufnahmegerät auch Bänder geben müsse, und diese Suche führte sie in das Archiv. Die Regisseurin hat die Erfahrung sehr persönlich beschrieben.
„Über das Kino habe ich nicht mehr gelernt als von Paco Rabal und von all dem Vermächtnis, das er hinterlassen hat.“
Produktion, Premiere und Förderer
Der Film wird von Horizon Media und MLK Producciones produziert, als Koproduktion mit Frankreich und Mexiko. Radiotelevisión Española, Movistar+, La 7 RM und Canal Sur sind an dem Projekt beteiligt. Das ICAA und die Región de Murcia fördern das Vorhaben über das ICA finanziell, während die Fundación SGAE und die Stadtverwaltung von Águilas als Sponsoren auftreten. Weltpremiere feierte der Film am 25. September als Abschluss der Sektion „Made in Spain“ des Internationalen Filmfestivals von San Sebastián. Vor dem Kinostart wurde er im Palacio de la Prensa in Madrid vorab gezeigt, wo auch ein Vertreter des regionalen Kulturressorts anwesend war.
Kino, Buñuel und die Industrie unter Franco
Laut El País arbeitete Rabal mit Regisseuren wie Luis Buñuel, Carlos Saura und Arturo Ripstein, und die Beziehung zu Buñuel, der ihm die Türen zum internationalen Kino öffnete, steht im Zentrum des Films. Nazarín (1959) und Viridiana (1961) zeigen, wie sein künstlerisches Schaffen mit den politischen Spannungen unter Franco einherging, als seine linken Überzeugungen seinen Weg in der Branche erschweren konnten. Die spanische Presse betont, dass er sich offen als Kommunist bezeichnete. Der Dokumentarfilm schöpft zudem aus seinen Erinnerungen an die Arbeit mit Filmemachern aus Spanien, Italien, Frankreich, Argentinien und Mexiko.
Sein Sohn Benito Rabal erinnert sich, dass sein Vater sich nie als Star sah.
„Er hat sich nie für einen Star gehalten. Er war ein Arbeiter, ein Arbeiter der Kultur.“
Archiv, Familie und das Jubiläumsjahr
Asunción Balaguer, seine Frau, und Benito Rabal kommen im Film neben vielen Kollegen zu Wort. Mehr als 90 Kassetten und eine große Zahl von Super-8-Filmen zeigen Rabal beim Nachdenken, beim Improvisieren von Gedichten und beim Erfinden von Welten. Zudem schrieb er fast täglich Briefe an Familie, Freunde und Buñuel. Der Film erscheint im Jahr seines hundertsten Geburtstags und 25 Jahre nach seinem Tod im Jahr 2001. Kinostart ist am Freitag, 23. Oktober.