Wohnen · Lissabon und Porto
Portugiesische Polizei räumt Obdachlosigkeits-Protestcamps in Lissabon und Porto, 31 Festnahmen
Die portugiesische Polizei hat am Sonntag, 25. Oktober, kurz nach 02:00 Uhr Zeltcamps in Lissabon und Porto geräumt und dabei 31 Menschen festgenommen. Die Polizei zählte sieben Verletzte, die Organisatoren nannten deutlich höhere Zahlen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Al Jazeera Online, LaSexta, ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die PSP meldete 25 Festnahmen in Lissabon und sechs in Porto wegen Ungehorsams; alle sollten sich am Montag, 26. Oktober, vor Gericht verantworten.
Die PSP zählte sieben Verletzte, Europa Press nannte unter Berufung auf die Organisatoren 37 leicht verletzte Personen, Aktivisten sprachen von 60 Verletzten.
Die Polizei löste das Camp in Lissabon am Dienstag, 20. Oktober, auf und nahm 55 Menschen fest; beim Camp in Porto wurden am 15. Oktober 39 Menschen verletzt.
Die Bank von Portugal schätzt eine Lücke von 300.000 Wohnungen, und die Mieten bei Neuverträgen haben sich laut Al Jazeera nahezu verdoppelt.
- 15.10.Polizeieinsatz in Porto, bei dem 39 Menschen verletzt wurden
- 20.10.Camp in Lissabon aufgelöst und 55 Menschen festgenommen
- 24.10.Märsche in Lissabon und Porto, anschließend beschließt eine Versammlung, erneut Zelte aufzuschlagen
- 25.10.Polizei räumt die Camps in Lissabon und Porto und nimmt 31 Menschen fest
Nächtliche Räumung in Lissabon und Porto
Die portugiesische Polizei hat am Sonntag, 25. Oktober, kurz nach 02:00 Uhr Ortszeit Zeltcamps auf dem Rossio (Praça D. Pedro IV) in Lissabon und auf der Praça D. João I in Porto geräumt. Die Demonstranten hatten die Zelte am Samstag, 24. Oktober, erneut aufgeschlagen, nachdem in beiden Städten Tausende auf die Straße gegangen waren, und eine Vollversammlung entschied, trotz früherer Warnungen zu bleiben, dass die Camps nicht erlaubt würden. Die Polizei hatte den Demonstranten mitgeteilt, die Camps seien illegal und sie sei befugt, sie zu entfernen, während die Protestierenden ohne die Zelte auf den Plätzen bleiben dürften. In Porto ging der Einsatz schneller vonstatten, die Beamten drängten die Demonstranten mit ihren Schilden vom Platz. Europa Press berichtete, der Einsatz in Lissabon sei härter gewesen; einige Demonstranten hätten Mülleimer umgeworfen, Restaurantterrassen beschädigt und Steine und Flaschen auf die Beamten geworfen.
Festnahmen, Verletzte und beschlagnahmte Zelte
Die Polizei für öffentliche Sicherheit (PSP) nannte eine offizielle Bilanz von 31 wegen Ungehorsams festgenommenen Personen, 25 in Lissabon und sechs in Porto, die sich am Montag, 26. Oktober, vor Gericht verantworten sollten. Die PSP zählte sieben Verletzte, fünf in Lissabon und zwei in Porto, davon vier Demonstranten und drei Beamte. Ein Beamter wurde in Lissabon laut ABC von einem Hund eines Demonstranten gebissen. Die Organisatoren nannten eine weit höhere Zahl: Europa Press zitierte 37 leicht verletzte Personen, während Al Jazeera und ABC berichteten, Aktivisten gingen von 60 Verletzten aus, von denen zwanzig im Krankenhaus São José in Lissabon behandelt worden seien. Die Stadtpolizei beschlagnahmte 171 Zelte, 117 am Rossio und 54 in Porto.
- Lissabon
- 25 Personen
- Porto
- 6 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Darstellung der Demonstranten und Begründung der PSP
Die PSP erklärte in einer Mitteilung, der Einsatz habe die Rechtsordnung wiederherstellen und die reguläre Nutzung öffentlicher Räume gewährleisten sollen. Es sei alles unternommen worden, damit die Demonstranten die Zelte freiwillig abbauten, und das polizeiliche Eingreifen sei nötig geworden, als sie den Anweisungen nicht folgten. Den Demonstranten in Porto sei angeboten worden, die Nacht auf dem Platz zu verbringen, wenn sie ihre Zelte abbauten, doch sie hätten dies abgelehnt, so ABC. Die Aktivistengruppe Casa para Viver, die den Protest ausgerufen hatte, verurteilte den Zeitpunkt des Einsatzes.
„Die frühen Morgenstunden zu wählen, um Hunde auf friedliche Demonstranten zu hetzen und mit Schlagstöcken gegen sie vorzugehen, ist eine politische Entscheidung.“
Die Gruppe rief zudem für Dienstag, 27. Oktober, zu einer neuen Protestaktion vor dem Parlament auf.
Wohnungskrise als Hintergrund der Camps
Al Jazeera berichtete, Portugal erlebe eine der schärfsten Wohnkostenkrisen Europas; die Preise hätten sich seit 2017 mehr als verdoppelt, die Mieten bei Neuverträgen hätten sich nahezu verdoppelt. Die Bank von Portugal schätzt eine Lücke von 300.000 Wohnungen landesweit, was dem gesamten Wohnungsbestand Lissabons entspricht. Die Demonstranten fordern, dass die Regierung einen Gesetzentwurf zurückzieht, der Räumungen erleichtern und Mietpreisobergrenzen bei Neuverträgen abschaffen soll; der Entwurf passierte eine erste Lesung im Parlament, wobei die rechtsextreme Partei Chega sich enthielt.
Frühere Zusammenstöße und das größere Muster
Die Camps wurden in mehreren Runden geräumt. Europa Press verwies auf einen früheren Einsatz in Porto am 15. Oktober, bei dem 39 Menschen verletzt wurden, und El Mundo berichtete, ein Camp in Lissabon sei am Dienstag, 20. Oktober, aufgelöst worden, als die Polizei 55 Menschen festnahm und 228 Zelte entfernte. Der Einsatz in Porto vom 15. Oktober wird laut El Mundo von der Staatsanwaltschaft untersucht. Nach der Räumung in Lissabon erklärte Innenminister Luís Neves, ein ehemaliger nationaler Direktor der Kriminalpolizei, die Camps für beendet, warnte, die Polizei werde mit angemessener Härte reagieren, und mahnte die Demonstranten, sich nicht von Extremisten unterwandern zu lassen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Al Jazeera OnlinePortugiesische Polizei räumt Wohnungsbau-Protestcamp in Lissabon, 25 FestnahmenPortuguese police clear Lisbon housing protest camp, arrest 25 · Original auf Englisch
- LaSextaPortugal, Italien oder Albanien: gewaltsame Demonstrationen sorgen weiterhin für Zusammenstöße in ganz EuropaPortugal, Italia o Albania: las violentas manifestaciones continúan protagonizando altercados en toda Europa · Original auf Spanisch
- ABC TU DIARIO EN ESPAÑOLPortugiesische Polizei räumt Wohnungsbau-Camps zum zweiten Mal in fünf TagenLa Policía portuguesa desaloja por segunda vez en cinco días las acampadas por la vivienda · Original auf Spanisch
- EL MUNDO31 Festnahmen und sieben Verletzte nach Zusammenstößen bei der Räumung der Camps in Lissabon und Porto31 detenidos y siete heridos tras choques en el desalojo de las acampadas de Lisboa y Oporto · Original auf Spanisch
- Luís Neves
- Portugals Innenminister, ehemaliger nationaler Direktor der Kriminalpolizei
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen