
12 polnische Pilger getötet, als Bus auf Ungarns M3-Autobahn umkippt – Fahrer festgenommen
Ein Reisebus mit 59 polnischen Pilgern aus der Woiwodschaft Karpatenvorland ist auf Ungarns M3-Autobahn bei Mezokeresztes gegen 1 Uhr nachts am 16. August umgekippt, wobei 12 Menschen ums Leben kamen und sieben in kritischem Zustand sind. Der Fahrer wurde festgenommen, weil er verdächtigt wird, am Steuer eingeschlafen zu sein.
Der Unfall
Gegen 1:00 Uhr nachts am Sonntag, 16. August 2026, verunglückte ein polnischer Reisebus mit 59 polnischen Staatsbürgern auf der M3-Autobahn in Ostungarn nahe der Stadt Mezokeresztes zwischen Budapest und Miskolc. Das Fahrzeug war in Richtung Nyiregyhaza unterwegs, als es in einen Straßengraben geriet und umkippte. Nach Angaben der ungarischen Polizei deuten erste Hinweise darauf hin, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist. Der Fahrer wurde festgenommen. Bei den Passagieren handelte es sich um Pilger aus der Woiwodschaft Karpatenvorland (Podkarpackie) im Südosten Polens, die von einer Wallfahrt nach Bosnien und Herzegowina zurückkehrten, die von einem Reisebüro mit Sitz in Iwonicz-Zdrój organisiert worden war. Außenamtssprecher Maciej Wewiór bestätigte auf TVN24, dass alle 59 Insassen polnische Staatsbürger waren und dass noch rund 200 Kilometer bis zu ihrem Zielort fehlten.
Sie waren Pilger auf dem Heimweg. Noch rund 200 Kilometer fehlten bis zum Ende der Route. Heute um die Mittagszeit oder sogar am frühen Morgen wären sie zu Hause gewesen.
Opfer
Bei dem Unfall kamen zwölf Menschen ums Leben. Sieben weitere wurden in sehr ernstem Zustand gemeldet und in Krankenhäuser in Eger und Miskolc gebracht, während die übrigen 40 leichte Verletzungen erlitten, so die Angaben der Woiwodschaftsbehörde Karpatenvorland (Podkarpacki Urząd Wojewódzki) und der Ungarischen Nationaldirektion für Katastrophenmanagement. Spätere Berichte sprachen von zehn Personen in ernstem Zustand. Gouverneurin Teresa Kubas-Hul warnte, dass die Zahl der Todesopfer nicht endgültig sei, da sich einige hospitalisierte Passagiere weiterhin in kritischem Zustand befänden.
Das ist eine traurige und schmerzhafte Nachricht, dass so viele Menschen bei dem Unfall gestorben sind. Diese Zahl ist nicht endgültig, denn wir wissen, dass es Menschen in Krankenhäusern in ernstem, kritischem Zustand gibt.
- Tote
- 12
- Sehr schwer verletzt
- 7
- Leicht verletzt
- 40
Regierungs- und diplomatische Reaktion
Ministerpräsident Donald Tusk kündigte an, er habe beschlossen, ein spezielles polnisches Flugzeug nach Ungarn zu schicken, das Vertreter des Außenministeriums und medizinische Dienste an Bord hat, um sicherzustellen, dass alle Opfer die notwendige medizinische und konsularische Hilfe erhalten. Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Krosno leitete Ermittlungen ein und kündigte an, in Zusammenarbeit mit den ungarischen Behörden Vor-Ort-Maßnahmen mit einem polnischen Staatsanwalt durchzuführen. Gouverneurin Kubas-Hul berief um 10:00 Uhr ein Krisenmanagementteam ein, dem Polizei, Feuerwehr und Krisenmanagementvertreter angehörten. Sie erklärte, dass psychologische Unterstützung für die Familien vorbereitet werde und dass die Behörden mit dem Gesundheitsministerium und dem Nationalen Gesundheitsfonds über einen möglichen Transport der Verletzten in Kontakt stünden. Die Gouverneurin merkte außerdem an, dass Versuche, das Reisebüro zu kontaktieren, erfolglos geblieben seien, da niemand ans Telefon ging.
Identifizierung und internationale Kontakte
Der Prozess der Identifizierung der 12 Opferleichen war im Gange, ein polnischer Konsul war am Unfallort anwesend. Nach vorläufigen Erkenntnissen stammten alle Passagiere auf der Passagierliste aus der Woiwodschaft Karpatenvorland. Die Wallfahrt war von Strzyżów ausgegangen, aber die Teilnehmer kamen aus der gesamten Region, darunter Rzeszów und die Kreise Strzyżów, Rzeszów, Leżajsk und Jasło. Die polnische Botschaft in Budapest richtete eine Hotline (+36 20 472 9502) für Angehörige der Opfer ein, wobei Sikorski anmerkte, dass diese zeitweise überlastet sein könnte. Vize-Ministerpräsident und Außenminister Radosław Sikorski bestätigte den Unfall in sozialen Medien und erklärte, dass die konsularischen Dienste in Betrieb seien und mit den ungarischen Behörden in Kontakt stünden. Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar war der Erste, der den Unfall auf sozialen Medien meldete. Die ungarische Außenministerin Anita Orban sprach ihr Beileid aus und sagte die volle Unterstützung Ungarns zu.
Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und den Verletzten. Ungarn steht solidarisch an der Seite unserer polnischen Freunde und bietet jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung.
- Bus verunglückt nahe Mezokeresztes auf M3-Autobahn, 12 Tote
- Ungarns Ministerpräsident Peter Magyar meldet als Erster den Unfall in sozialen Medien
- Gouverneurin Kubas-Hul beruft Krisenstab in Rzeszów ein
- Ministerpräsident Tusk ordnet Sonderflugzeug nach Ungarn mit Außenamt und medizinischem Personal an


