
Andy Burnham verspricht, Großbritannien mit Dezentralisierung und öffentlichem Eigentum neu zu verkabeln – in erster Rede als designierter Premier
In seiner ersten Rede seit seiner Rückkehr nach Westminster versprach der Labour-Abgeordnete eine „neue Richtung“ für Großbritannien, darunter eine Außenstelle der Downing Street 10 in Manchester und mehr lokale Kontrolle über grundlegende Dienste.
Eine neue Richtung für Großbritannien
Burnhams Rede in Manchester am Montag, seine erste, seit Keir Starmer eine Woche zuvor seinen Rücktritt angekündigt hatte, skizzierte eine 10-Jahres-Vision, um „den Lebensstandard der Menschen zu heben“ und aus dem zu brechen, was er als „Sackgasse“ der nationalen Politik bezeichnete. Als einziger erklärter Kandidat für die Nachfolge als Labour-Vorsitzender und Premierminister wird Burnham voraussichtlich bis zum 20. Juli ernannt, falls es keine Gegenkandidaten gibt. Er sagte, das Westminster-System sei „kaputt“ und das Vereinigte Königreich könne nicht so weitermachen wie bisher.
Dezentralisierung und ein „No 10 North“
Kern seines Plans ist die Schaffung eines „No 10 North“, einer in Manchester ansässigen Außenstelle des Amts des Premierministers, die als „Nervenzentrum eines neu verkabelten Großbritanniens“ dienen soll. Dieses Büro würde Macht und Ressourcen im ganzen Land verteilen und jahrzehntelange Zentralisierung rückgängig machen. Burnham gelobte, den Regionen „mehr öffentliche Kontrolle über grundlegende Dienste“ wie Wasser, Energie und Verkehr zu geben und das „größte Bauprogramm für kommunale Wohnungen seit der Nachkriegszeit“ zu starten.
Die Zeiten, in denen Whitehall gegen die Machtübertragung an die Regionen und Nationen kämpft, sind endgültig vorbei.
Bekenntnis zu Haushaltsregeln
Trotz der Ausgabenvision betonte Burnham Haushaltsdisziplin und sagte, seine Pläne seien „mit dem Manifest von 2024 vereinbar“ und er werde keine Risiken mit den öffentlichen Finanzen eingehen. Er bekräftigte die Haushaltsregeln der Labour-Partei: Ausgleich der laufenden Ausgaben mit Steuereinnahmen und Reduzierung der Schuldenquote. Es gab Marktsorgen, nachdem er zuvor gesagt hatte, das Vereinigte Königreich müsse „über dieses Ding hinauskommen, den Anleihemärkten verpflichtet zu sein“, doch am Montag versprach er, sich an den bestehenden Rahmen zu halten.
Wobei ich keine Risiken mit den öffentlichen Finanzen eingehen werde, [werde ich] versuchen, Großbritannien so bald wie möglich etwas Luft zu verschaffen.
Angebot an Schottland
In einem Gastbeitrag in The Scotsman weitete Burnham sein Dezentralisierungsangebot auf Schottland aus und versprach „lokalen Führungskräften die Macht und Ressourcen, um Gemeinschaften zu verbinden, junge Menschen zu unterstützen und Innenstädte wiederzubeleben“. Er sagte, sein Ansatz beginne „mit dem Leben, das die Menschen tatsächlich führen“ und nannte Städte wie Glasgow, Aberdeen und Dundee als Nutznießer. Regierungschef John Swinney reagierte zurückhaltend und sagte, „Rhetorik allein wird nicht reichen“, und bestand darauf, dass Schottland mehr Arbeitsplätze schaffende Befugnisse und Kontrolle über seine Energie benötige.
Markt- und politischer Kontext
Der FTSE 100 gab am Montag um 0,2 % nach, bedingt durch Spannungen im Nahen Osten und die Erwartung von Burnhams Rede. Analysten hatten Mühe, sein vollständiges Politikprogramm zu bestimmen, angesichts seines raschen Aufstiegs. The Guardian merkte an, dass Burnhams bisheriges Abstimmungsverhalten Hinweise gebe: Er habe eine gemischte Bilanz in der Sozialreform und habe bei wichtigen Abstimmungen zur Austeritätspolitik gefehlt, während er als Kabinettsmitglied diente. Große Gewerkschaften lobbyieren bereits, wer sein Finanzminister werden solle, was die hohen Einsätze für die Wirtschaftspolitik unterstreicht.


