
Andy Burnham bildet britisches Kabinett um, ernennt John Healey zum Finanzminister und telefoniert am ersten Tag mit Trump und Merz
Stunden nach seiner Ernennung durch König Charles III. ernannte Premierminister Andy Burnham den früheren Verteidigungsminister John Healey zum Schatzkanzler und entfernte mehrere Starmer-Loyalisten aus der Regierung.
Kabinettsumbildung am ersten Tag
Der neue britische Premierminister Andy Burnham, 56, nahm wenige Stunden nachdem König Charles III. ihn am Morgen des 20. Juli 2026 mit der Regierungsbildung beauftragt hatte, eine umfassende Kabinettsumbildung vor. Die überraschendste Ernennung war die des früheren Verteidigungsministers John Healey zum Schatzkanzler. Healey war im Juni aus dem Kabinett ausgetreten, weil er das Armeebudget unter Keir Starmer für unzureichend hielt – ein Rücktritt, der den damaligen Premierminister weiter schwächte. Viele Beobachter hatten erwartet, dass der Posten an Innenministerin Shabana Mahmood gehen würde.
Es ist die größte Ehre. Gemeinsam werden wir eine neue Wirtschaft aufbauen, neue Hoffnung schaffen und die Interessen der arbeitenden Menschen in diesem Land voranbringen.
Ed Miliband, zuvor Energieminister, übernahm das Amt des Außenministers. Yvette Cooper wechselte vom Außenministerium ins Gesundheitsministerium. Shabana Mahmood blieb Innenministerin. Im Laufe des Abends und der Nacht wurden weitere Namen bestätigt: Wes Streeting, ein ehemaliger Rivale um den Parteivorsitz, der nach Burnhams Einzug ins Parlament zurücktrat, wurde Verteidigungsminister. Alex Norris übernahm Justiz, Angela Eagle Umwelt und Miatta Fahnbulleh Energie.
Starmer-Verbündete gehen
Mehrere Persönlichkeiten, die dem früheren Vorsitzenden Keir Starmer nahestanden, verloren ihre Ämter. Rachel Reeves schied als Schatzkanzlerin aus, und David Lammy, einst stellvertretender Premierminister und Justizminister, wurde nicht berücksichtigt. „Ich wäre stolz gewesen, weiterhin im Kabinett zu dienen. Aber ein neuer Premierminister hat das Recht, sein eigenes Team zusammenzustellen“, sagte Lammy der Nachrichtenagentur PA.
Ich wäre stolz gewesen, weiterhin im Kabinett zu dienen. Aber ein neuer Premierminister hat das Recht, sein eigenes Team zusammenzustellen.
Weitere Ernennungen umfassten Angela Rayner als Wohnungsbauministerin, Jonathan Reynolds als Wirtschaftsminister, Lucy Powell als Bildungsministerin und Anneliese Midgley als Vorsitzende der Labour-Fraktion im Unterhaus. Lisa Nandy blieb Kulturministerin.
Telefonate mit Trump, Merz und Selenskyj
Eine der ersten Amtshandlungen Burnhams war ein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump. Ein Sprecher der Downing Street sagte, der Premierminister habe die Hoffnung geäußert, „dem Präsidenten bei einem künftigen Besuch zu zeigen, was Manchester zu bieten hat“ – eine Anspielung auf Burnhams vorherige Rolle als Bürgermeister von Greater Manchester. Anschließend sprach Burnham mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Die beiden Staatschefs bekräftigten den Kensington-Vertrag, ein bilaterales Freundschaftsabkommen, das Merz ein Jahr zuvor mit Starmer unterzeichnet hatte, und gelobten, die umfassende Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen und den Druck auf Russland zu erhöhen. Burnham sprach auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Beide äußerten den Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern fortzusetzen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul gratulierte seinem neuen Amtskollegen Ed Miliband und sagte, er habe bereits Signale erhalten, dass das E3-Format (Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich) unter der neuen Regierung nahtlos fortgesetzt werde.
Zehn-Jahres-Plan und nächste Schritte
In seiner Antrittsrede vor der Downing Street kündigte Burnham einen „Zehn-Jahres-Plan“ mit ehrgeizigen Zielen an, darunter eine Reform des Bildungssystems, die Stärkung der Industrie und den Bau von Sozialwohnungen. Ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der hohen Lebenshaltungskosten soll am Dienstag, dem 22. Juli, vorgelegt werden. Burnham sagte, das Land müsse der Welt zeigen, dass es „wieder Stabilität erlangen“ könne, und versprach, „ein neues politisches Modell“ zu schaffen und „eine neue Wirtschaft aufzubauen“.
- König Charles III. ernennt Andy Burnham zum Premierminister und beauftragt ihn mit der Regierungsbildung
- Burnham gibt John Healey als Schatzkanzler, Ed Miliband als Außenminister und Yvette Cooper als Gesundheitsministerin bekannt
- Telefonat mit US-Präsident Donald Trump; Burnham lädt ihn nach Manchester ein
- Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz; beide bekräftigen Ukraine-Unterstützung und Kensington-Vertrag
- Weitere Kabinettsernennungen bekannt gegeben: Wes Streeting (Verteidigung), Alex Norris (Justiz), Angela Eagle (Umwelt), Miatta Fahnbulleh (Energie)
Wichtige Minister auf einen Blick
Die Umbildung markierte einen klaren Bruch mit der Ära Starmer. Der engste Kreis des früheren Premierministers wurde systematisch entfernt, während Persönlichkeiten, die mit Starmer aneinandergeraten waren oder verschiedene Parteiflügel repräsentieren, befördert wurden. Wes Streeting, vom rechten Parteiflügel, war im Mai als Gesundheitsminister zurückgetreten, weil er das Vertrauen in Starmer verloren hatte, und hatte angekündigt, ihn herauszufordern. Nach Starmers Sturz zog Streeting seine Kandidatur zurück und unterstützte Burnham, was den Weg für einen reibungslosen Führungswechsel ebnete.
- John Healey (Schatzkanzler)
- 1
- Ed Miliband (Außenminister)
- 1
- Yvette Cooper (Gesundheit)
- 1
- Wes Streeting (Verteidigung)
- 1
- Shabana Mahmood (Inneres)
- 1
- Angela Rayner (Wohnungsbau)
- 1

