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Fußball·vor 4 Std.

Burela, wo jeder Zehnte aus Kap Verde stammt, feiert das 0:0 gegen Spanien als Sieg für beide Seiten

In der galicischen Fischerstadt Burela wurde das 0:0 zwischen Spanien und Kap Verde als Triumph gefeiert – in einer Gemeinde, in der etwa jeder zehnte Einwohner Wurzeln in dem afrikanischen Inselstaat hat.

Ein WM-Debüt wird zum gemeinsamen Fest

Spaniens Auftaktspiel gegen Kap Verde bei der Weltmeisterschaft 2026 endete torlos – ein Ergebnis, das La-Roja-Fans im ganzen Land enttäuschen könnte. Doch in der kleinen Küstenstadt Burela (Provinz Lugo) löste das 0:0 eine Explosion aus Musik, Tanz und gemeinschaftlicher Euphorie aus. Rund 2.000 Menschen füllten die Praza da Mariña, viele trugen die grünen Trikots der kapverdischen „Tubarões Azuis“ neben den roten Spaniens, während die Gemeinde das Festival „De Cabo a Cabo“ veranstaltete, um das erste Pflichtspiel zwischen den beiden Nationen überhaupt zu feiern.

Kap Verde nimmt zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teil, und ein Punkt gegen Spanien wurde als historisch gefeiert. Jede Parade des kapverdischen Torhüters wurde bejubelt wie ein Tor, und als der Schlusspfiff ertönte, brach auf dem Platz Jubel und Tanz aus. Niemand schien sich an der Abwesenheit eines Siegers zu stören.

Jede Parade des Torhüters von Kap Verde wurde wie ein Tor gefeiert.

Eine Stadt geprägt von atlantischer Migration

Burela ist ein bescheidener Fischerhafen mit kaum 10.000 Einwohnern, doch etwa 10 Prozent der Bevölkerung (einige Quellen nennen 6 Prozent) sind kapverdischer Herkunft. Die ersten Migranten kamen bereits 1968, angelockt durch Arbeitsplätze in der Hochseefischerei und im Aluminiumwerk Alcoa. In den folgenden Jahrzehnten kamen Senegalesen, Peruaner, Indonesier und andere hinzu, sodass die Stadt heute 52 Nationalitäten unter ihren Einwohnern zählt.

Das Ergebnis ist eine zweisprachige, bikulturelle Gemeinschaft, in der kapverdische Gerichte wie Cachupa neben galicischen Klassikern serviert werden und in der die Kinder mit Freunden aufwachsen, deren Familien von beiden Seiten des Atlantiks stammen.

Sogar wir Galicier hatten ein geteiltes Herz.

Kunst, Musik und eine Bürgermeisterin in zwei Trikots

Bürgermeisterin Carmela López, eine Sozialistin, die auch dem Provinzrat von Lugo vorsteht, verfolgte das Spiel in einem Spanien-Trikot, um dessen Kragen ein Trikot von Kap Verde drapiert war. Sie hatte den Archipel im März besucht, um Burela als Modell für ein friedliches Zusammenleben zu bewerben. Das vom Kollektiv Fanto Fantini organisierte Festival verband Fußball mit Live-Musik des galicischen Elektronikkünstlers Baiuca, einer traditionellen Batuko-Tabanka-Darbietung unter der Leitung von Antonina Semedo (eine der ersten kapverdischen Frauen, die sich in Burela niederließen) und einer Installation der Künstlerin Alicia Alonso aus recycelten Fischernetzen und afrikanischen Textilien.

Viele in Spanien geborene Einheimische trugen aus Solidarität bewusst das Trikot von Kap Verde.

Heute habe ich das Trikot von Burela angezogen, weil ich neutral bleiben möchte.

Ein Vermächtnis jenseits des Spielfelds

Schon vor dem Spiel hatte Burela die Begegnung als Feier der eigenen Identität und nicht nur als sportlichen Wettkampf gerahmt. Die Erfahrung der Stadt zeigt, wie Einwanderung eine kleine Gemeinde neu geformt, den demografischen Rückgang umgekehrt und neue kulturelle und wirtschaftliche Vitalität eingebracht hat. Das 0:0 war, zumindest für einen Tag, das perfekte Ergebnis: Beide Nationen konnten ungeschlagen vom Platz gehen, und die Party konnte bis in die Nacht weitergehen.

Burela

4 Quellen

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