
Bürgermeister von Stylida nach Waldbrand in Viotia mit zwei Toten festgenommen – Anklage wegen Brandstiftung mit Eventualvorsatz
Der Bürgermeister von Stylida, Ioannis Apostolou, und ein technischer Aufseher müssen sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten, nachdem Funken einer Windpark-Stromleitung mutmaßlich einen Brand auslösten, der seit fünf Tagen in Viotia und Westattika wütet und bei dem zwei Feuerwehrleute bei einer Helikopterkollision ums Leben kamen.
Festnahmen und Anklagen
Am 3. August nahmen die Behörden zwei Männer im Zusammenhang mit dem Waldbrand fest, der in den frühen Morgenstunden des Freitags, 31. Juli, in Viotia ausbrach und sich schnell nach Westattika ausbreitete. Einer von ihnen ist Ioannis Apostolou, der Bürgermeister von Stylida, dem das Bauunternehmen gehört, das die oberirdische Stromübertragungsleitung von einem privaten Windpark zum zentralen Netz des Griechischen Stromverteilernetzbetreibers (DEDDIE) errichtete. Der andere ist der technische Aufseher, ein Elektroingenieur, der die Studie unterzeichnete und das Projekt überwachte. Beide wurden auf der Polizeiwache in Theben festgehalten und im Rahmen des Flagrante-Delikto-Verfahrens einer Staatsanwältin vorgeführt. Die Staatsanwältin erhob Anklage wegen vier Verbrechen und eines Vergehens: Brandstiftung in einem Wald oder Waldgebiet mit Eventualvorsatz, von der eine Gefahr für Menschenleben ausgehen konnte und die sich über ein großes Gebiet ausbreitete und schwere Schäden verursachte; Sachbeschädigung an Einrichtungen der öffentlichen Versorgung; sowie Zerstörung von Eigentum von besonders hohem Wert, das öffentlichen Zwecken dient, wie Feuerwehrfahrzeuge und Streifenwagen. Die Staatsanwältin ordnete ihre Untersuchungshaft bis zu ihrem Erscheinen vor einem Ermittlungsrichter am 4. August an.
- Feuer bricht in Viotia aus und breitet sich nach Westattika aus.
- Zwei Löschhubschrauber kollidieren in Psatha, zwei Tote.
- Zwei Verdächtige festgenommen, wegen vier Verbrechen angeklagt, in Untersuchungshaft.
- Verdächtige sollen vor Ermittlungsrichter erscheinen.
Wie das Feuer ausbrach
Ermittler der Direktion zur Bekämpfung von Brandstiftungsdelikten (DAEE) führten mit einem gerichtlich bestellten Elektroingenieur eine Besichtigung vor Ort durch. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Brand durch Funken von schwingenden Leitern während der Stromübertragung von Windkraftanlagen verursacht wurde. Die Funken fielen zu Boden und entzündeten trockene Vegetation. Die Untersuchung ergab technische Mängel beim Bau des Freileitungsnetzes, darunter die unterlassene Beseitigung von Vegetation unter der Kabelverbindung sowie Verstöße gegen technische Spezifikationen und Sicherheitsvorschriften. Aus der Akte geht hervor, dass die Verantwortlichen die Risiken kannten oder hätten kennen müssen. Erste Berichte hatten vermuten lassen, dass das Feuer möglicherweise von den Windkraftanlagen selbst ausgegangen sei, doch die Erkenntnisse der DAEE deuteten auf die Übertragungsleitung als Quelle hin.
Reaktion der Verteidigung
Der Anwalt des Bürgermeisters, Giorgos Doumas, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Nach Prüfung der ersten Beweise sagte er gegenüber LamiaReport, die Akte sei „äußerst unvollständig“ und enthalte keine Beweise, die auf eine Verantwortung seines Mandanten hindeuteten.
Aus der Untersuchung der Elemente und Dokumente in der äußerst unvollständigen Akte gibt es keine Beweise, die auch nur andeuten, geschweige denn die Verantwortung meines Mandanten, des Bürgermeisters von Stylida, Ioannis Apostolou, belegen. In der griechischen Justiz gibt es keinen Raum, und es sollte auch keinen geben, für Iphigenien auf dem Altar irgendwelcher Interessen und Bestrebungen.
Doumas erklärte, die Verteidigung warte auf die vollständige Akte, um im Detail zu antworten, und bestehe auf der völligen Unschuld des Bürgermeisters.
Opfer und anhaltender Brand
Das Feuer brennt seit fünf Tagen (Stand 4. August) und verursacht umfangreiche Schäden in Viotia und Westattika. Am 2. August kamen zwei Menschen ums Leben, als zwei Löschhubschrauber in Psatha bei der Brandbekämpfung kollidierten. Die Behörden haben ergänzende Anklagen im Zusammenhang mit diesen Todesfällen nicht ausgeschlossen. Die Löscharbeiten dauern an, der Brand ist weiterhin aktiv.
Wie es weitergeht
Die beiden Verdächtigen sollen am 4. August vor einem Ermittlungsrichter erscheinen und ihre Aussagen machen. Die Ermittlungen laufen weiter, weitere Sachverständigengutachten und mögliche zusätzliche Anklagen stehen noch aus. Die Löscharbeiten dauern an.

