Sachsen reißt weitere Spannstahlbrücke ab – A14 bei Grimma gesperrt
Die Brücke über die A14 bei Grimma ist das jüngste sächsische Bauwerk aus Hennigsdorfer Spannstahl, das abgerissen wird – ab Freitagabend ist die Autobahn voll gesperrt.
Hintergrund
Seit dem Teil-Einsturz der Carolabrücke in Dresden im September 2024 stehen Brücken in Sachsen, die mit Hennigsdorfer Spannstahl gebaut wurden, unter besonderer Beobachtung. Der Spannstahl neigt zu Spannungsrissen, mehrere Bauwerke wurden bereits abgerissen oder müssen ersetzt werden. Die Kosten für die Neubauten belaufen sich auf viele Millionen Euro.
Brückensprengung bei Grimma
Das nächste Bauwerk, das weichen muss, ist eine kleinere Brücke über die A14 bei Grimma. Ab Freitagabend, dem 31. Juli 2026, wird die A14 voll gesperrt, um den Abriss zu ermöglichen. Die Brücke gehört zu jenen, bei denen der problematische Spannstahl verbaut wurde.
Weitere betroffene Brücken
Die B101-Brücke bei Großenhain war die erste, die nach dem Carolabrücke-Einsturz abgerissen wurde; der Abriss war im Dezember 2024 abgeschlossen. Der Ersatzneubau wird seit Sommer 2025 errichtet und soll Ende 2026 fertig sein. Die Landesstraßenbaubehörde beziffert die Kosten auf 6,8 Millionen Euro.
Südlich von Leipzig galt die Agra-Brücke an der B2 durch Markkleeberg bereits seit Langem als marode. Eine Sonderprüfung nach dem Dresdner Einsturz bestätigte, dass das Bauwerk aus den 1970er-Jahren dringend ersetzt werden muss. Eine Seite der Brücke ist seit Frühjahr 2026 gesperrt, die andere wird provisorisch mit zusätzlichen Stützen stabilisiert. Die Planung für einen Neubau läuft, die geschätzten Kosten liegen bei rund 50 Millionen Euro, finanziert vom Bund.
In Bad Schandau sind zwei Brücken betroffen: die Elbquerung und die Brücke über die Bahngleise. Die Elbbrücke war vorübergehend voll gesperrt, lässt nun aber unter Überwachung eingeschränkten Schwerlastverkehr zu. Die Eisenbahnbrücke muss ersetzt werden. Der Bau einer Behelfsbrücke begann im Juni 2026, die Landesbehörde beziffert die Kosten allein für dieses Provisorium auf 7 Millionen Euro.
Weitere Untersuchungen
Nach dem Dresdner Einsturz identifizierte der Freistaat Sachsen 15 weitere Brücken mit vergleichbarer Bauweise in seinem Zuständigkeitsbereich. Dazu gehören die Brücke über die Spree bei Uhyst und die S190-Brücke über die Freiberger Mulde. Die Untersuchungen ihres Zustands laufen.
- Teil-Einsturz der Carolabrücke in Dresden
- B101-Brücke bei Großenhain abgerissen
- Agra-Brücke in Markkleeberg teilweise gesperrt
- Bau der Behelfsbrücke in Bad Schandau beginnt
- Abriss der Brücke über die A14 bei Grimma beginnt
- B101 Großenhain
- 6.8 Mio. €
- Agra-Brücke Markkleeberg
- 50 Mio. €
- Behelfsbrücke Bad Schandau
- 7 Mio. €

