CSD-Bremen-Organisatoren befürchten verkürzte Demonstrationsroute eine Woche vor der Veranstaltung – Verweis auf unzureichende Polizeikräfte
Eine Woche vor dem Christopher Street Day in Bremen befürchten die Organisatoren, die Polizei könne die gesamte Demonstrationsroute nicht sichern – eine Sorge, die durch den tödlichen islamistischen Anschlag beim CSD Berlin vor vier Wochen noch verstärkt wird. Die Bremer Innenbehörde versichert, die Veranstaltung werde gut geschützt sein.
Organisatoren schlagen Alarm
Eine Woche vor dem Christopher Street Day in Bremen haben die Organisatoren öffentlich gewarnt, dass die Demonstrationsroute möglicherweise verkürzt werden müsse. In einer Pressemitteilung erklärten sie, die Polizei habe derzeit nicht genügend Kräfte, um die gesamte Route zu sichern. Die Organisatoren gaben an, dies beruhe auf Informationen, die dem Verein zugetragen worden seien, nannten jedoch keine Quelle. Für den kommenden Samstag werden zum CSD in Bremen Zehntausende Menschen erwartet.
Innenbehörde widerspricht
Die Bremer Innenbehörde schilderte einen anderen Sachverhalt. Nach Angaben des Innensenats stimmen sich Polizei und Organisatoren noch gemeinsam über die genaue Route ab. Berichten des Weser-Kuriers und von buten un binnen zufolge hat die Polizei noch keine Entscheidung über die Länge der Route getroffen. René Möller, Sprecher der Innenbehörde, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Polizei werde so viele Kräfte einsetzen, wie es die Lage erfordere.
Der CSD hat in diesem Jahr eine hohe Bedeutung, und er wird gut geschützt sein.
Möller betonte, es lägen derzeit keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung des Bremer CSD vor. Eine mögliche Anpassung der Route bezeichnete er als Teil der normalen Planung und nicht als Zeichen einer Sicherheitslücke. Die Behörde äußere sich grundsätzlich nicht zu Details des Sicherheitskonzepts.
Berlin-Anschlag überschattet die Veranstaltung
Die Sicherheitsbedenken kommen vier Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rande des CSD in Berlin, der tödlich endete. Dieser Anschlag hat die Ängste vor Pride-Veranstaltungen in ganz Deutschland verstärkt. In Bremen wird die Lage zusätzlich durch eine zeitgleiche Großveranstaltung erschwert: Am selben Samstag um 15:30 Uhr findet im Bremer Weserstadion ein DFB-Pokal-Erstrunden-Spiel zwischen SV Hemelingen und Hannover 96 statt, was die Polizeikräfte zusätzlich fordert.
- Islamistischer Angriff beim CSD Berlin (etwa vier Wochen vor dem Bremer Event)
- CSD-Bremen-Organisatoren warnen öffentlich vor möglicher Routenkürzung, verweisen auf unzureichende Polizeikräfte
- CSD-Bremen-Parade geplant; Zehntausende werden erwartet
- DFB-Pokal-Erstrunden-Spiel zwischen SV Hemelingen und Hannover 96 im Bremer Weserstadion
Organisatoren fordern politische Lösung
Robert Dadanski vom CSD Bremen e.V. zeigte sich frustriert über die Unsicherheit so kurz vor der Veranstaltung.
Eine Woche vor dem CSD stehen wir plötzlich vor der Situation, dass unsere Demonstrationsroute möglicherweise nicht vollständig gesichert werden kann.
Er fügte hinzu, die Organisatoren erwarteten schnellstmögliche Klarheit und eine politische Lösung. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die gesamte Route wie geplant stattfinden kann oder ob ein Kompromiss bei der Routenlänge zwischen Organisatoren und Polizei erzielt wird.


