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Regierung·vor 3 Std.

Präsidentin der Nationalversammlung Frankreichs drängt auf Anwendung von Artikel 49.3 zur Verabschiedung des Haushalts 2027 ohne Abstimmung

Yaël Braun-Pivet, Präsidentin der Nationalversammlung, argumentierte in einem Interview am Samstag, dass die zügige Verabschiedung des Haushalts 2027 mit Artikel 49.3 dem Land neun Monate vor der Präsidentschaftswahl 'Perspektive und Stabilität' geben würde.

Braun-Pivets Appell

In einem am 13. Juni 2026 veröffentlichten Interview mit La Provence forderte die Präsidentin der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, dass der Haushalt 2027 'zügig mit Artikel 49.3 verabschiedet' werde. Sie betonte, dass angesichts eines Parlaments ohne Mehrheit ein nüchterner, technischer und vernünftiger Haushalt nötig sei, um die fiskalische Stabilität für Unternehmen zu gewährleisten.

Neun Monate vor einer Präsidentschaftswahl mit einem Parlament, das keine Mehrheit hat, müssen wir bereits jetzt einen Haushalt sichern. Ich befürworte einen Haushalt, der nüchtern und technisch ist, vernünftig und zügig mit einer 49.3 verabschiedet. Wir brauchen auch fiskalische Stabilität für Unternehmen.

Drei Szenarien für den Haushalt

Ohne eine Mehrheit für die Abstimmung über den Haushalt stehen der Regierung drei Optionen offen. Artikel 49.3 der Verfassung ermöglicht eine Verabschiedung durch die Inanspruchnahme der Regierungsverantwortung. Alternativ könnte die Regierung Haushaltsverordnungen (ordonnances budgétaires) nutzen und das Parlament vollständig umgehen, oder ein Sondergesetz (loi spéciale) erlassen, das die Einnahmen des Vorjahres bis zur Präsidentschaftswahl fortschreibt. Haushaltsminister David Amiel lehnte das Sondergesetz ab und warnte, es wäre eine ernste Gefahr für das Land. Stimmen in der Sozialistischen Partei (PS) bezeichneten den Weg der Verordnung so kurz vor der Wahl 2027 als 'schrecklichen Präzedenzfall'.

Es wäre eine ernste Gefahr.

Politische Reaktionen

Der frühere Präsident François Hollande hatte bereits Mitte April seine Unterstützung für die Anwendung von 49.3 nach einer kurzen Haushaltsdebatte bekundet und argumentiert, dass dies 'minimale Stabilität' gewährleiste, auch wenn strukturelle Reformen ausgeschlossen seien. Premierminister Sébastien Lecornu hatte zuvor versprochen, während der Verhandlungen mit der PS auf 49.3 zu verzichten, war jedoch gezwungen, ihn im Januar 2026 für den Staatshaushalt anzuwenden. Die PS stellte damals keinen Misstrauensantrag gegen ihn, wodurch der Haushalt verabschiedet werden konnte und seine Regierung überlebte.

Minimale Stabilität.

Ein volatiler Hintergrund

Der Vorstoß von Braun-Pivet erfolgt vor dem Hintergrund der gleichen parlamentarischen Arithmetik, die die Exekutive bereits im Januar zur Anwendung von 49.3 gezwungen hatte. Ein Countdown von neun Monaten bis zur Präsidentschaftswahl lässt wenig Raum für langwierige parlamentarische Auseinandersetzungen, was die Wahl des Haushaltsverfahrens zu einer sowohl technischen als auch zutiefst politischen Entscheidung macht.

Paris

5 Quellen

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