Diplomatie · Brasília, Puerto Iguazú und Guayaquil

Brasilien bestellt argentinischen Diplomaten wegen Flávio Bolsonaros Flug in die Vereinigten Staaten ein

Brasília hat am Donnerstag, 29. Oktober, den argentinischen Geschäftsträger einbestellt, nachdem der unterlegene Präsidentschaftskandidat von Argentinien nach Florida gereist war. Buenos Aires erklärt, es habe kein förmliches Auskunftsersuchen erhalten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Al Jazeera Online, BBC, 20minutes und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Palácio do Planalto from Brasilia, Brasil, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2021
Wie es dazu kam
  1. 28.10.Flávio Bolsonaro und seine Familie landen nach einem Zwischenstopp in Ecuador in Florida
  2. 29.10.Brasiliens Außenministerium bestellt Argentiniens Geschäftsträgerin María Emilia Cortés ein
  3. 30.10.Argentiniens Außenminister bestreitet den Eingang eines förmlichen Auskunftsersuchens

Die Einbestellung

Brasiliens Außenministerium hat am Donnerstag, 29. Oktober, den argentinischen Geschäftsträger María Emilia Cortés einbestellt, um nach der Rolle Buenos Aires' bei der Ausreise von Flávio Bolsonaro, dem unterlegenen Kandidaten der Rechten bei der Präsidentschaftswahl, zu fragen. Quellen der brasilianischen Regierung berichteten Reuters von der Einbestellung, BBC News Brasil bestätigte sie später. Cortés traf João Marcelo Galvão de Queiroz, einen hochrangigen Vertreter des Itamaraty, zu einem Gespräch, das brasilianische Quellen als kurz beschrieben. Der brasilianische Diplomat bat um Informationen über die Beteiligung der argentinischen Regierung an der Reise in die Vereinigten Staaten. Brasilianische Vertreter stellten den Schritt als Zeichen des Unbehagens dar, während El País berichtete, Brasília plane keine Eskalation des Streits. Die Beziehungen werden seit einer Krise Ende Juli auf der Ebene von Geschäftsträgern geführt, als Brasilien seinen Botschafter in Argentinien einbestellte, nachdem Javier Milei Luiz Inácio Lula da Silva beleidigt hatte, so El País.

Der Flug

Flávio Bolsonaro, 45, war von dem Richter am Obersten Gerichtshof Alexandre de Moraes angewiesen worden, seine Pässe abzugeben, und seine brasilianischen und diplomatischen Pässe waren in einem Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche annulliert worden, so 20minutes. Am Montag, 26. Oktober, schrieb er in den sozialen Medien, er habe nicht vor, das Land zu verlassen, berichtete BBC News Brasil. Am nächsten Tag reiste er auf dem Landweg nach Argentinien ein und bestieg rund 40 Minuten später in Puerto Iguazú einen Privatjet, wie die von 20minutes zitierten argentinischen Migrationsbehörden angaben; dabei nutzte er einen auf seinen Namen ausgestellten italienischen Pass. Das Flugzeug machte in Guayaquil in Ecuador Zwischenstopp und landete am Mittwoch, 28. Oktober, in Florida; an Bord waren er, seine Frau und ihre beiden Töchter, und die US-Behörden ließen alle vier einreisen. El País berichtete, die Maschine habe Paraguay, Bolivien und Peru überflogen und den brasilianischen Luftraum gemieden.

Argentiniens Reaktion

Pablo Quirno, Argentiniens Außenminister, nannte den Bericht in den sozialen Medien falsch und erklärte, es sei kein förmliches Auskunftsersuchen eingegangen. Milei teilte diesen Kommentar in seinen eigenen sozialen Medien, so El Mundo unter Berufung auf Folha de S.Paulo. Diego Santilli, der Kabinettschef der Minister, sagte am Donnerstag, es habe kein Hindernis und keine Interpol-Ausschreibung zu den Bewegungen des Senators gegeben. Milei hatte in São Paulo Wahlkampf für Flávio Bolsonaro gemacht und sich nicht direkt zu dem Flug geäußert, so 20minutes. Clarín schrieb, mindestens drei argentinische Spitzenbehörden hätten die Operation gesteuert, darunter das Sicherheitsministerium, der Geheimdienst SIDE und das Außenministerium – eine Darstellung, die die Regierung in der Berichterstattung nicht bestätigt hat.

Die Wahl und der Fall Banco Master

Lula gewann die Stichwahl am Sonntag, 25. Oktober, mit 51,8 % der Stimmen und sicherte sich eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit. Flávio Bolsonaro lag um mehr als 4 Millionen Stimmen zurück, und die Liberale Partei hat das Ergebnis anerkannt. Er weigert sich, seine Niederlage einzuräumen, und behauptet Wahlbetrug, wobei er auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs verweist, die Wahlzeiten am Wahltag zu verlängern. Die Ermittler prüfen zudem eine millionenschwere Zahlung, die er von Daniel Vorcaro, dem früheren Chef der Banco Master, erhalten haben soll, angeblich zur Finanzierung eines Films über seinen Vater, den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Flávio Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten und nennt den Fall politisch motiviert.

Washingtons Rolle

Demokratische Abgeordnete fragten, ob das Außenministerium, die US-Botschaft in Brasilien oder andere Bundesbehörden Flávio Bolsonaros Reise oder Einreise in die Vereinigten Staaten erleichtert haben, heißt es in einem am Freitag, 30. Oktober, von der Kongressabgeordneten Sydney Kamlager-Dove veröffentlichten Schreiben. Donald Trump nannte die brasilianische Wahl am Donnerstag eine Schande für das brasilianische Volk, so 20minutes. El Periódico berichtete, Trump habe ohne Beweise vorzulegen gesagt, die Wahlen hätten betrügerisch gewirkt. Ein an US-Behörden übermittelter Bericht der Botschaft bezeichnete Lulas Sieg als überraschend, aber eindeutig und fand keine schwerwiegende Unregelmäßigkeit, so El Periódico. El País berichtete, Lula habe sich zu dem Flug nicht geäußert, und Brasília wolle sich bedeckt halten und das Kapitel hinter sich lassen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Brasília, Puerto Iguazú, Guayaquil, Miami · Brasilien, Argentinien, Ecuador

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