Diplomatie · Brasília, Puerto Iguazú und Guayaquil
Brasilien bestellt argentinischen Diplomaten wegen Flávio Bolsonaros Flug in die Vereinigten Staaten ein
Brasília hat am Donnerstag, 29. Oktober, den argentinischen Geschäftsträger einbestellt, nachdem der unterlegene Präsidentschaftskandidat von Argentinien nach Florida gereist war. Buenos Aires erklärt, es habe kein förmliches Auskunftsersuchen erhalten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Al Jazeera Online, BBC, 20minutes und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Brasiliens Außenministerium hat am Donnerstag, 29. Oktober, die Geschäftsträgerin María Emilia Cortés einbestellt, um nach Argentiniens Rolle bei Flávio Bolsonaros Reise zu fragen.
Er reiste am 27. Oktober nach Argentinien ein, bestieg in Puerto Iguazú einen Privatjet und landete am 28. Oktober mit seiner Frau und zwei Töchtern in Florida.
Außenminister Pablo Quirno erklärte, es sei kein förmliches Auskunftsersuchen eingegangen, und Kabinettschef Diego Santilli sagte am Donnerstag, es habe kein Hindernis und keine Interpol-Ausschreibung gegeben.
Lula gewann die Stichwahl am 25. Oktober mit 51,8 % der Stimmen, während Flávio Bolsonaro mehr als 4 Millionen Stimmen zurücklag und Wahlbetrug behauptet.

- 28.10.Flávio Bolsonaro und seine Familie landen nach einem Zwischenstopp in Ecuador in Florida
- 29.10.Brasiliens Außenministerium bestellt Argentiniens Geschäftsträgerin María Emilia Cortés ein
- 30.10.Argentiniens Außenminister bestreitet den Eingang eines förmlichen Auskunftsersuchens
Die Einbestellung
Brasiliens Außenministerium hat am Donnerstag, 29. Oktober, den argentinischen Geschäftsträger María Emilia Cortés einbestellt, um nach der Rolle Buenos Aires' bei der Ausreise von Flávio Bolsonaro, dem unterlegenen Kandidaten der Rechten bei der Präsidentschaftswahl, zu fragen. Quellen der brasilianischen Regierung berichteten Reuters von der Einbestellung, BBC News Brasil bestätigte sie später. Cortés traf João Marcelo Galvão de Queiroz, einen hochrangigen Vertreter des Itamaraty, zu einem Gespräch, das brasilianische Quellen als kurz beschrieben. Der brasilianische Diplomat bat um Informationen über die Beteiligung der argentinischen Regierung an der Reise in die Vereinigten Staaten. Brasilianische Vertreter stellten den Schritt als Zeichen des Unbehagens dar, während El País berichtete, Brasília plane keine Eskalation des Streits. Die Beziehungen werden seit einer Krise Ende Juli auf der Ebene von Geschäftsträgern geführt, als Brasilien seinen Botschafter in Argentinien einbestellte, nachdem Javier Milei Luiz Inácio Lula da Silva beleidigt hatte, so El País.
Der Flug
Flávio Bolsonaro, 45, war von dem Richter am Obersten Gerichtshof Alexandre de Moraes angewiesen worden, seine Pässe abzugeben, und seine brasilianischen und diplomatischen Pässe waren in einem Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche annulliert worden, so 20minutes. Am Montag, 26. Oktober, schrieb er in den sozialen Medien, er habe nicht vor, das Land zu verlassen, berichtete BBC News Brasil. Am nächsten Tag reiste er auf dem Landweg nach Argentinien ein und bestieg rund 40 Minuten später in Puerto Iguazú einen Privatjet, wie die von 20minutes zitierten argentinischen Migrationsbehörden angaben; dabei nutzte er einen auf seinen Namen ausgestellten italienischen Pass. Das Flugzeug machte in Guayaquil in Ecuador Zwischenstopp und landete am Mittwoch, 28. Oktober, in Florida; an Bord waren er, seine Frau und ihre beiden Töchter, und die US-Behörden ließen alle vier einreisen. El País berichtete, die Maschine habe Paraguay, Bolivien und Peru überflogen und den brasilianischen Luftraum gemieden.
Argentiniens Reaktion
Pablo Quirno, Argentiniens Außenminister, nannte den Bericht in den sozialen Medien falsch und erklärte, es sei kein förmliches Auskunftsersuchen eingegangen. Milei teilte diesen Kommentar in seinen eigenen sozialen Medien, so El Mundo unter Berufung auf Folha de S.Paulo. Diego Santilli, der Kabinettschef der Minister, sagte am Donnerstag, es habe kein Hindernis und keine Interpol-Ausschreibung zu den Bewegungen des Senators gegeben. Milei hatte in São Paulo Wahlkampf für Flávio Bolsonaro gemacht und sich nicht direkt zu dem Flug geäußert, so 20minutes. Clarín schrieb, mindestens drei argentinische Spitzenbehörden hätten die Operation gesteuert, darunter das Sicherheitsministerium, der Geheimdienst SIDE und das Außenministerium – eine Darstellung, die die Regierung in der Berichterstattung nicht bestätigt hat.
Die Wahl und der Fall Banco Master
Lula gewann die Stichwahl am Sonntag, 25. Oktober, mit 51,8 % der Stimmen und sicherte sich eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit. Flávio Bolsonaro lag um mehr als 4 Millionen Stimmen zurück, und die Liberale Partei hat das Ergebnis anerkannt. Er weigert sich, seine Niederlage einzuräumen, und behauptet Wahlbetrug, wobei er auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs verweist, die Wahlzeiten am Wahltag zu verlängern. Die Ermittler prüfen zudem eine millionenschwere Zahlung, die er von Daniel Vorcaro, dem früheren Chef der Banco Master, erhalten haben soll, angeblich zur Finanzierung eines Films über seinen Vater, den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Flávio Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten und nennt den Fall politisch motiviert.
Washingtons Rolle
Demokratische Abgeordnete fragten, ob das Außenministerium, die US-Botschaft in Brasilien oder andere Bundesbehörden Flávio Bolsonaros Reise oder Einreise in die Vereinigten Staaten erleichtert haben, heißt es in einem am Freitag, 30. Oktober, von der Kongressabgeordneten Sydney Kamlager-Dove veröffentlichten Schreiben. Donald Trump nannte die brasilianische Wahl am Donnerstag eine Schande für das brasilianische Volk, so 20minutes. El Periódico berichtete, Trump habe ohne Beweise vorzulegen gesagt, die Wahlen hätten betrügerisch gewirkt. Ein an US-Behörden übermittelter Bericht der Botschaft bezeichnete Lulas Sieg als überraschend, aber eindeutig und fand keine schwerwiegende Unregelmäßigkeit, so El Periódico. El País berichtete, Lula habe sich zu dem Flug nicht geäußert, und Brasília wolle sich bedeckt halten und das Kapitel hinter sich lassen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Al Jazeera OnlineBrasilien bestellt argentinischen Diplomaten wegen Bolsonaros Flug in die USA einBrazil summons Argentinian diplomat over Bolsonaro's flight to US · Original auf Englisch
- BBCRegierung gibt an, argentinischen Diplomaten einbestellt zu haben, um Erklärungen zur Reise von Flávio Bolsonaro zu fordernGoverno diz ter convocado diplomata argentina para cobrar explicações sobre viagem de Flávio Bolsonaro · Original auf Portugiesisch
- 20minutesDie Vereinigten Staaten und Argentinien aufgefordert, Bolsonaros Abreise zu erklärenLes Etats-Unis et l'Argentine sommés de s'expliquer sur le départ de Bolsonaro · Original auf Französisch
- EL MUNDOBrasilien fordert Erklärungen von Argentinien nach Bolsonaros Flucht mit Hilfe von MileiBrasil pide explicaciones a Argentina tras la huida de Bolsonaro con la ayuda de Milei · Original auf Spanisch
- Flávio Bolsonaro
- Senator und Kandidat der Liberalen Partei, der die Präsidentschaftsstichwahl verlor und über Argentinien in die Vereinigten Staaten ausreiste
- Luiz Inácio Lula da Silva
- Brasilianischer Präsident, der bei der Stichwahl am 25. Oktober mit 51,8 % der Stimmen wiedergewählt wurde
- Javier Milei
- Argentinischer Präsident, der Flávio Bolsonaros Wahlkampf unterstützte
- Pablo Quirno
- Argentinischer Außenminister, der bestritt, dass ein förmliches Auskunftsersuchen eingegangen sei
- Diego Santilli
- Argentinischer Kabinettschef der Minister, der erklärte, es habe kein Hindernis und keine Interpol-Ausschreibung gegeben
- Donald Trump
- US-Präsident, der sich zur brasilianischen Wahl äußerte
- Daniel Vorcaro
- Früherer Chef der Banco Master, in Verbindung gebracht mit einer Zahlung an Flávio Bolsonaro, die Gegenstand von Ermittlungen ist
- Alexandre de Moraes
- Richter am brasilianischen Obersten Gerichtshof, der Flávio Bolsonaro anwies, seine Pässe abzugeben
- Sydney Kamlager-Dove
- Demokratische Kongressabgeordnete, die ein Schreiben veröffentlichte, in dem nach einer US-Beteiligung an der Reise gefragt wird
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