
Französisches Gericht verurteilt 32-jährigen Serienbrandstifter zu 12 Jahren Haft wegen 32 Bränden in der Charente
Das Strafgericht der Charente verhängte eine 12-jährige Haftstrafe gegen einen zweifachen Familienvater, der zwischen Juli 2022 und Oktober 2023 im Südwesten Frankreichs 32 Brände gelegt hatte, die einen Gesamtschaden von schätzungsweise zwei Millionen Euro verursachten.
Das Urteil in Angoulême
Am Freitag, den 18. September 2026, verurteilte das Strafgericht des Départements Charente einen 32-jährigen Mann zu 12 Jahren Freiheitsstrafe, weil er zwischen Juli 2022 und Oktober 2023 32 Brände gelegt hatte. Die Entscheidung entsprach der Strafe, die am Donnerstag von Generalstaatsanwalt David Arnault beantragt worden war, der den zweifachen Familienvater in seinem Plädoyer als eine Zeitbombe mit hohem Rückfallrisiko bezeichnete.
Er verdient eine äußerst strenge strafrechtliche Reaktion.
Zusätzlich zur Haftstrafe verhängten die Richter eine zehnjährige sozialgerichtliche Überwachung in Verbindung mit einer verpflichtenden psychiatrischen und medizinischen Behandlung. Das Gericht ordnete außerdem an, dass der Angeklagte eine Arbeit finden, die Opfer für ihre finanziellen Verluste entschädigen, ein vollständiges Aufenthaltsverbot im Département Charente einhalten und nach seiner Entlassung keine Tätigkeit in der Forstwirtschaft ausüben darf.
Ausmaß der Zerstörung und Notfallmaßnahmen
Die Serie von Brandstiftungen erstreckte sich über 15 Monate im südlichen Teil des Départements Charente und löste bei den Anwohnern anhaltende Besorgnis aus. Unter den 32 vom Angeklagten eingeräumten Bränden befand sich ein Brand, der fast 150 Hektar Wald erfasste. In einem weiteren Vorfall setzte der Mann ein landwirtschaftliches Lagergebäude neben seinem eigenen Wohnhaus in Brand, wobei 1.000 Tonnen gelagertes Stroh verbrannten.
Der Gesamtschaden durch die Serie wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Zur Bekämpfung der aufeinanderfolgenden Brände wurden bei mehreren Einsätzen rund 2.000 Feuerwehrleute mobilisiert. Diese Einsätze fielen in den Sommer 2022, als die regionalen Feuerwehreinheiten bereits durch große Brände im benachbarten Département Gironde stark belastet waren.
- Angeklagter legt die ersten Brände im Süden der Charente
- Letzte Vorfälle der 32-Brand-Serie ereignen sich
- Generalstaatsanwalt David Arnault beantragt eine 12-jährige Haftstrafe
- Strafgericht der Charente verurteilt den 32-jährigen Angeklagten zu 12 Jahren Haft
Motive und psychologische Gutachten des Gerichts
Während des Prozesses räumte der Angeklagte, der bereits wegen Einbruchs vorbestraft war, alle 32 Brände ein und versuchte, seine Taten mit psychischer Instabilität zu erklären. Er führte tiefe Verzweiflung an, die auf eine von häuslicher Gewalt geprägte Kindheit, chronische finanzielle Unsicherheit, den Verlust eines Kleinkindes und schwere Alkoholabhängigkeit zurückgeht. Die dem Gericht vorgelegten Persönlichkeitsgutachten deuteten darauf hin, dass der Angeklagte im Sommer 2022 seine ersten Brände legte und schnell eine Fixierung auf die dadurch erzeugte Aufmerksamkeit entwickelte.
Nach den psychiatrischen Erkenntnissen dienten die Brände als Mechanismus zur sozialen Integration und Anerkennung. Der Angeklagte erklärte während der Ermittlungen, dass das Legen der Brände es ihm ermöglichte, sich an Gesprächen in der Nachbarschaft zu beteiligen, da er mit dem Thema vertraut war. Vor Gericht räumte er ein, dass sein Wunsch nach Anerkennung sein Verhalten bestimmt habe.
Reaktion der Verteidigung und französischer Waldbrandkontext
Verteidigerin Gwenaëlle Le Brun kritisierte die Härte der 12-jährigen Haftstrafe und argumentierte, dass eine lange Haft den Angeklagten daran hindern würde, jemals Einkommen zu erzielen, um Grundstückseigentümer und kommunale Dienste zu entschädigen. Trotz ihrer Einwände gegen das Urteil bestätigte Le Brun, dass ihr Mandant keine Berufung gegen das Urteil einlegen werde.
Er erhält eine Strafe, die einer Vergewaltigung gleichkommt, obwohl die Wiedergutmachung für die Opfer nicht dieselbe ist.
Der Prozess endete, während die französischen Behörden breitere Waldbrandtrends im ganzen Land untersuchen. In Frankreich gehen etwa neun von zehn Waldbränden auf menschliche Aktivitäten zurück, wobei ein identifizierbarer Anteil vorsätzliche Brandstiftung ist. Bis Ende Juli verzeichneten offizielle Zahlen des Innenministeriums landesweit 116.085 verbrannte Hektar seit Jahresbeginn.


