
Polizei nimmt 37-jährigen Tatverdächtigen nach versuchtem Brandanschlag auf Wuppertaler Synagoge fest
Ein 37-jähriger Mann wurde in Wuppertal festgenommen, nachdem er am Donnerstag den Eingang der Bergischen Synagoge in Brand gesetzt hatte. Gemeindemitglieder löschten den Brand schnell, sodass Verletzungen und schwere Schäden verhindert wurden.
Angriff auf die Bergische Synagoge
Am Donnerstag um 14:00 Uhr goss ein Mann brennbare Flüssigkeit auf die Stufen eines Seiteneingangs der Bergischen Synagoge im Stadtteil Barmen in Wuppertal und setzte sie in Brand. Laut Berichterstattung der Jüdischen Allgemeinen, die in deutschen Medien zitiert wird, warf der Täter mehrere mit der Flüssigkeit gefüllte Behälter gegen den Eingang, bevor er versuchte, vom Tatort zu fliehen. Mitglieder der jüdischen Gemeinde handelten sofort und löschten die Flammen, bevor das Feuer ins Gebäude übergreifen konnte. Die Polizei bestätigte, dass niemand verletzt wurde und der Sachschaden am Gebäude gering blieb. Die Ermittler sperrten den Bereich um das Gotteshaus ab, während Spurensicherungsteams am Eingang Beweise sicherten.
Festnahme und Ermittlungen
Polizeibeamte aus Wuppertal nahmen kurz nach dem Vorfall in Tatortnähe einen 37-jährigen afghanischen Staatsangehörigen fest. Die Behörden erklärten, der Mann sei der Polizei bereits bekannt gewesen und die ersten Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass er während des Vorfalls allein gehandelt habe. Der Staatsschutz, der sich mit politisch motivierten Straftaten befasst, übernahm die Ermittlungen gemeinsam mit der örtlichen Kriminalpolizei. Die Strafverfolgungsbehörden machten zunächst keine weiteren Angaben zu den Motiven des Verdächtigen. Die Bergische Synagoge, die 2002 eröffnet wurde, dient der Jüdischen Gemeinde Wuppertal, einer Organisation mit mehr als 2.000 Mitgliedern.
- Ein Tatverdächtiger gießt brennbare Flüssigkeit auf die Stufen der Bergischen Synagoge und entzündet sie.
- Gemeindemitglieder löschen das Feuer und verhindern Verletzungen und schwere Schäden.
- Die Polizei nimmt einen 37-jährigen afghanischen Staatsangehörigen in Tatortnähe fest.
Jüdische Führung fordert mehr Sicherheit
Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, verurteilte den Anschlag und ging auf den Zeitpunkt vor den bevorstehenden religiösen Feiertagen ein. Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag, beginnt am Abend des 20. September und endet bei Einbruch der Dunkelheit am 21. September. Schuster merkte an, dass die Synagogen im ganzen Land während des Feiertags voll besetzt sein werden, und forderte die Sicherheitsbehörden auf, den Schutz der Gottesdienste zu gewährleisten. Er äußerte sich auch bestürzt über die Gelassenheit des Täters, der den Anschlag am helllichten Tag verübte.
Was mich zutiefst beunruhigt, ist die Gelassenheit, mit der der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat. Es gibt keine Spur von Unrechtsbewusstsein oder Scham. Dieses Verhalten zeigt die anhaltende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat.
Reaktionen der Gemeinde und frühere Vorfälle
Auch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland gab nach dem Vorfall eine Erklärung ab und forderte umfassenden Schutz für jüdische Einrichtungen. Das rabbinische Gremium betonte, dass die Freiheit, die Religion offen und ohne Einschüchterung auszuüben, ein wesentliches Element der demokratischen Gesellschaft bleibe.
Wer jüdisches Leben angreift, greift unsere Demokratie an. Jüdische Menschen in Deutschland müssen sicher leben und ihren Glauben sichtbar ausüben können, ohne Angst und ohne sich bedroht zu fühlen.
Schuster stellte fest, dass die Zielrichtung auf religiöse Feiertage einem etablierten Muster antisemitischer Gewalt folge, das darauf abziele, jüdisches Leben aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Er verwies auf frühere Anschläge während jüdischer Feiertage, darunter Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester und den Anschlag von 2019 in Halle. Die Bergische Synagoge selbst war bereits im Juli 2014 Ziel eines Angriffs, als drei Männer sechs Brandsätze auf das Gebäude warfen. Im Jahr 2015 verhängte das Wuppertaler Amtsgericht gegen die drei Täter Bewährungsstrafen, nachdem sie behauptet hatten, die Brandstiftung solle die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken.


