
Bosch ersetzt CEO Stefan Hartung durch Stellvertreter Christian Fischer in abruptem Führungswechsel
Stefan Hartung tritt nach viereinhalb Jahren als Bosch-CEO zurück, sein Stellvertreter Christian Fischer soll am 1. Juli die Führung übernehmen, während der weltweit größte Autozulieferer mit dem schwersten Gewinneinbruch seit über einem Jahrzehnt kämpft.
Abrupter Rücktritt
Am Freitag gab der weltweit größte Autozulieferer bekannt, dass Stefan Hartung (60) auf eigenen Wunsch Ende Juni aus dem Vorstand ausscheiden werde. Der Schritt überraschte Beobachter, da Hartungs Vertrag erst im Oktober 2025 um fünf Jahre bis 2031 verlängert worden war. Er leitete das stiftungseigene Unternehmen seit Januar 2022 und gehörte dem Vorstand seit 2013 an. Das Unternehmen erklärte, die Übergabe sei in enger Abstimmung mit den Anteilseignern und dem Aufsichtsrat vereinbart worden.
Die Anteilseigner und der Aufsichtsrat bedauern die Entscheidung von Stefan Hartung und danken ihm ausdrücklich für seine großen Verdienste bei der umsichtigen Führung des Unternehmens in einer außergewöhnlich herausfordernden Phase.
Krise beim weltgrößten Zulieferer
Hartungs Amtszeit fiel mit einem schweren Abschwung bei Bosch zusammen. 2025 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 363 Millionen Euro, den ersten seit 2009, belastet durch Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, US-Zölle und Steuereffekte. Der Umsatz stieg leicht auf 91 Milliarden Euro, blieb aber hinter den internen Zielen zurück. Das Management strebt in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent an. Die Autozuliefer-Sparte kämpft mit der langsamen Umstellung auf Elektromobilität, schwacher Nachfrage und hohen Kosten, während Verbraucher Käufe von Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen verschieben.
Bosch erklärte, in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein, und habe begonnen, allein in der Zuliefersparte bis zu 22.000 Stellen abzubauen, weitere Kürzungen seien bei der Hausgerätetochter BSH und der Elektrowerkzeug-Sparte geplant.
Fischer übernimmt
Christian Fischer (58), derzeit stellvertretender CEO und Leiter der Sparte Gebrauchsgüter, wird am 1. Juli den Vorsitz übernehmen. Er begann 1996 als Trainee bei Bosch, sammelte Erfahrungen bei Roland Berger und anderen Unternehmen und kehrte 2018 in den Vorstand zurück. Als Stellvertreter Hartungs half er bei der strategischen Ausrichtung des Konzerns und leitete die 7,4 Milliarden Euro schwere Übernahme des Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäfts von Johnson Controls und Hitachi, den größten Deal in der Geschichte von Bosch.
Christian Fischer hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er strategisch denkt, unternehmerisch handelt und mit Weitblick führt.
Der Aufsichtsrat signalisierte, dass Fischer die bisherige Strategie fortsetzen werde. Zwei Stellvertreter werden ihn unterstützen: CFO Markus Forscher und Markus Heyn, Leiter der Zuliefersparte.
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