
Bombenanschlag in Monaco zielt auf ukrainischen Oligarchen Wadim Ermolajew – drei Verletzte
Bei einer Explosion in einem Wohnhaus in Monaco am 29. Juni wurden der ukrainische Oligarch Wadim Ermolajew, seine Frau und ihr 13-jähriger Sohn schwer verletzt – nach Behördenangaben der erste Bombenanschlag in dem Fürstentum.
Die Explosion
Am Abend des 29. Juni erschütterte eine gewaltige Explosion ein Wohnhaus in Monaco, zwischen dem Boulevard d'Italie und der Rue du Révérend Père Louis Frolla. Monegassischer Staatsminister Christophe Mirmand bezeichnete sie als „böswilligen Akt“ und erklärte gegenüber AFP: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Anschlag handelt.“
Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um einen Anschlag handelt.
Der Sprengsatz, ein improvisierter Sprengkörper, wurde in einer Tasche am Eingang des Gebäudes zurückgelassen. Drei ukrainische Staatsangehörige – ein Paar in den 50ern und 60ern sowie ihr 13-jähriger Sohn – wurden verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich.
Die Opfer
Unter den Verletzten ist Wadim Ermolajew, 58, ein in der Ukraine geborener Oligarch, der den Alef-Konzern leitet. Er und seine Frau schweben in Lebensgefahr, während die Verletzungen ihres Sohnes weniger schwer sind. Ermolajew, wegen seines Immobilienimperiums oft als „König von Dnipro“ bezeichnet, lebt seit sieben Jahren in Monaco und soll je nach Schätzung zwischen 220 Millionen Dollar und einer Milliarde Euro wert sein.
Bekannt als „VIP-Flüchtling“ in Monaco seit Beginn des Ukraine-Krieges, steht Ermolajew seit Dezember 2023 unter ukrainischen Sanktionen, weil er den Alkoholhandel auf der von Russland besetzten Krim fortgesetzt hat. Er gab 2019 die ukrainische Staatsbürgerschaft auf und besitzt nun die zypriotische Staatsangehörigkeit.
Ermittlungen und Fahndung
Überwachungsaufnahmen zeigen einen Mann, der kurz vor der Detonation eine Tasche am Gebäudeeingang ablegt. Die Behörden haben sein Foto veröffentlicht und eine intensive Fahndung eingeleitet; die Polizei des französischen Départements Alpes-Maritimes und die Gendarmerie verstärken Straßenkontrollen. Etwa 50 Feuerwehrleute, darunter zehn aus Frankreich, waren am Einsatzort, während 84 Beamte der öffentlichen Sicherheit das Gebiet absicherten.
Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault bestätigte, dass der Sprengkörper in einer Tasche oder einem Paket gefunden wurde, die von einer Person hinterlassen wurde, die sich dann entfernte. Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht.
Reaktionen
Fürst Albert II. von Monaco gab eine Erklärung ab, in der er den Bombenanschlag als „abscheuliches Verbrechen“ und „einen Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“ bezeichnete. Er betonte, das Fürstentum werde „vereint und entschlossen angesichts von Gewalt und Kriminalität“ bleiben.
Ein abscheuliches Verbrechen, ein Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft.
Wer ist Ermolajew?
Ermolajew baute sein Vermögen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit dem Alef-Konzern auf, einem Mischkonzern aus Bau, Landwirtschaft, Produktion und Handel. In Dnipro umfassen seine Projekte große Wohnkomplexe wie Most-City und Cascade Plaza. Sein Reichtum sorgt für Aufmerksamkeit: Der ukrainische Sicherheitsdienst setzte ihn auf eine Liste von 84 wohlhabenden Personen, die das Land während des Krieges verließen – das sogenannte „Monaco-Bataillon“. Zudem wurde sein älterer Sohn Arthur in Estland wegen des Betriebs betrügerischer Callcenter verurteilt, mit denen europäische Bürger um rund 100 Millionen Euro betrogen wurden.
Ermolajew hat eine Zusammenarbeit mit Russland bestritten und behauptet, sein Geschäft auf der Krim sei auf Strohmänner übertragen worden. Er hat rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe angekündigt.


