
Ukrainischer Oligarch Vadim Ermolaev bei Paketbombenexplosion in Monaco lebensgefährlich verletzt – Tatverdächtiger auf der Flucht
Am Montagabend detonierte in einem Wohnhaus in Monaco eine Paketbombe, die den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, seine Partnerin und deren 13-jährigen Sohn lebensgefährlich verletzte. Der Tatverdächtige, der beim Hinterlegen eines Rucksacks gefilmt wurde, floh nach Frankreich.
Die Explosion
Am Montagabend, kurz vor 21:00 Uhr Ortszeit, erschütterte eine heftige Explosion ein Wohnhaus in der Rue Révérend Père Louis Frolla in Monaco, nahe dem Place des Moulins und der französischen Grenze. Die Behörden bestätigten, dass die Detonation durch eine im Foyer des Gebäudes hinterlassene Paketbombe verursacht wurde. Der Sprengsatz enthielt nach Angaben des monegassischen Staatsministers Christophe Mirmand wahrscheinlich Schrauben und Kugeln.
Es handelt sich wahrscheinlich um einen Terroranschlag.
Überwachungsaufnahmen zeigen einen Mann in beigen Hosen, einer schwarzen Jacke und einer schwarzen Mütze, der den Rucksack am Eingang ablegt und dann zu Fuß in Richtung der französischen Stadt Beausoleil flüchtet.
Opfer
Drei Mitglieder einer ukrainischen Familie wurden verletzt: der Geschäftsmann Wadym Jermolajew, 58, seine Partnerin und ihr 13-jähriger Sohn. Die beiden Erwachsenen erlitten lebensgefährliche Verletzungen und wurden in Krankenhäuser nach Nizza, etwa 20 Kilometer entfernt, gebracht, da Monaco nicht über Einrichtungen für derart schwere Fälle verfügt. Der Junge wurde mit leichten Verletzungen behandelt und befindet sich in stabilem Zustand. Vier weitere Personen erlitten einen Schock oder Schnittwunden durch herabfallende Glassplitter.
Tatverdächtiger auf der Flucht
Die Polizei leitete mit Unterstützung der französischen Behörden eine Fahndung ein. Mindestens fünf Fahrzeuge und 14 Feuerwehrleute aus dem Département Alpes-Maritimes kamen nach Monaco zur Unterstützung. Der Tatverdächtige ist weiterhin auf der Flucht. Die Ermittler analysieren die Überwachungsvideos, um seine Bewegungen zu rekonstruieren und festzustellen, ob die Opfer gezielt ausgewählt wurden.
- Tatverdächtiger legt Rucksack am Gebäudeeingang ab und flüchtet zu Fuß nach Beausoleil
- Explosion ereignet sich, drei Mitglieder einer ukrainischen Familie werden verletzt
- Regierung Monacos bestätigt drei Verletzte, zwei in kritischem Zustand
- Französische Feuerwehrleute aus den Alpes-Maritimes treffen zur Unterstützung ein
- Fahndung läuft weiter; Ermittlungen zu möglichem Terroranschlag im Gange
Wer ist Wadym Jermolajew?
Jermolajew, 1968 in Dnipro geboren, machte sein Vermögen mit der Alef Group, einem Mischkonzern mit Interessen in den Bereichen Immobilien, Landwirtschaft, Alkoholproduktion und Bauwesen. Das Forbes-Magazin Ukraine stufte ihn 2022 auf Platz 23 der reichsten Menschen des Landes ein, mit einem geschätzten Nettovermögen von 220 Millionen US-Dollar im Jahr 2021. Seit der russischen Vollinvasion der Ukraine lebte er als „VIP-Flüchtling“ in Monaco.
Im Dezember 2023 verhängte der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine zehnjährige Sanktionen gegen Jermolajew mit der Begründung, er handele weiterhin mit Alkohol in der von Russland besetzten Krim. Ukrainische Medien berichteten, seine Firma Alef-Vinal-Krym habe sich nach russischem Recht neu registrieren lassen und zahle Steuern an den russischen Haushalt. Jermolajew bestritt die Vorwürfe.
Reaktionen und beispielloser Charakter
Fürst Albert II. verurteilte das, was er „ein abscheuliches Verbrechen“ und einen „Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“ nannte.
Das Fürstentum Monaco wird angesichts von Gewalt und Verbrechen geeint und entschlossen bleiben. Die Sicherheit unserer Gemeinschaft war schon immer eine Priorität; sie wird es mehr denn je bleiben, ungeachtet der Bedrohungen.
Mirmand stellte fest, dass ein solcher Akt nach seinem Kenntnisstand zum ersten Mal im Fürstentum vorgekommen sei. Der Bürgermeister von Nizza, Éric Ciotti, bezeichnete die Explosion als „Anschlag“ und „Tragödie“. Anwohner zeigten sich fassungslos. „Es stimmt, dass wir wissen, dass dies in Europa oder in Brasilien, wo ich herkomme, passieren kann. Aber hier, direkt in Monaco … das ist sehr schockierend“, sagte Luiz Félipe Iani, 24.


