Diplomatie · Brasília, Atlanta und Washington

Flávio Bolsonaro soll Annullierungsantrag zurückgezogen haben, während Trump Brasiliens Wahl als manipuliert bezeichnet

Der Sieg von Lula da Silva mit 51,79 Prozent in der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat Glückwünsche von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt ausgelöst, während Trump ohne Belege erklärte, die Wahl wirke manipuliert. Brasilianische Medien berichten, Flávio Bolsonaro habe seinen Antrag auf Annullierung zurückgezogen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SAPO, PÚBLICO, Diário de Notícias und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Agência Senado from Brasilia, Brazil, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Stichwahl findet statt; der Oberste Bundesgerichtshof verlängert die Wahlzeit um zwei Stunden, nachdem Lulas Wahlkampfteam darum gebeten hatte
  2. 26.10.Flávio Bolsonaro zieht laut Berichten seinen Annullierungsantrag zurück; Trump nennt die Wahl ohne Belege manipuliert
  3. 29.10.Marco Rubio trifft in Atlanta die Außenminister der G20; das Treffen dauert bis Freitag, 30. Oktober

Lula gewinnt eine vierte Amtszeit

Lula da Silva von der Arbeiterpartei (PT) hat die am Sonntag, 25. Oktober, abgehaltene Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien mit 64.256.232 Stimmen gewonnen, das entspricht 51,79 Prozent der Stimmen. Sein Rivale Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei (PL) erhielt 59.826.041 Stimmen (48,21 Prozent), ein Abstand von 4,4 Millionen Stimmen. Das Ergebnis bringt Lula eine vierte Amtszeit. Staats- und Regierungschefs von Brüssel über Peking bis Moskau sowie die meisten konservativen Präsidenten Lateinamerikas haben ihre Glückwünsche übermittelt. Der New Yorker Amtsträger Zohran Mamdani, ein politischer Rivale Trumps, lobte, was Lula für die arbeitende Bevölkerung getan habe, und erinnerte an ein Treffen mit ihm am Rande der 81. UN-Generalversammlung.

Stimmenauszählung der brasilianischen Präsidentschaftsstichwahl, 25. Oktober 2026Stimmen
Lula da Silva (PT)
64256232 Stimmen
Flávio Bolsonaro (PL)
59826041 Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Verlängerte Wahlzeit und der Streit um die Annullierung

Der Oberste Bundesgerichtshof Brasiliens (STF) verlängerte die Wahlzeit um zwei Stunden, nachdem Lulas Wahlkampfteam um mehr Zeit gebeten hatte. Mehrere Städte hatten ihre Busflotten im Nahverkehr reduziert, was den Berichten zufolge die Anreise der Wähler zu den Wahllokalen erschwerte. Richter Cristiano Zanin gab dem Antrag statt. Die von Notícias ao Minuto zitierten Daten des Wahlgerichts (TSE) zeigen, dass nach der Verlängerung 34.300 Stimmen abgegeben wurden, was 0,03 Prozent der landesweit erfassten 127,8 Millionen Stimmen entspricht. Flávio Bolsonaro erklärte zunächst, er werde das Ergebnis nicht anerkennen, argumentierte, die Verlängerung habe seinem Gegner genützt, und forderte die Annullierung der Wahl. Brasilianische Medien berichten nun, Parteifunktionäre hätten ihm geraten, diesen Einspruch fallen zu lassen, und er habe ihn einen Tag nach der Wahl zurückgezogen. Er plant weiterhin eine Klage, in der er Lula den Missbrauch öffentlicher Macht vorwirft. In einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video sagte er:

„Ich werde tatsächlich die Aberkennung von Lulas Kandidatur für all die Missbräuche beantragen, die er begangen hat.“

Flávio Bolsonaro, Kandidat

Trump und das Außenministerium

Trump, der enge Beziehungen zur Familie Bolsonaro pflegt, sagte, die brasilianische Wahl wirke manipuliert und betrügerisch, legte dafür jedoch keine Belege vor. Er verwies auf die verlängerten Wahlzeiten und nannte sie sehr seltsam. Zudem sagte er, er ergreife keine Partei, er möge Lula und komme mit ihm gut aus, und er regiere die Vereinigten Staaten und nicht Brasilien. Die Folha de S.Paulo berichtete, das Außenministerium habe einen Entwurf für Glückwünsche bereitgehabt, wie es nach Wahlen weltweit üblich sei, doch sei die Anweisung gekommen, die Veröffentlichung aufzuschieben und die Lage zu bewerten. Die Zeitung nannte nicht, wer die Anweisung gab. Ein Berater Trumps sagte der Folha, der Präsident habe geplant, das Ergebnis in der Wahlnacht anzuerkennen, falls Bolsonaro gewinne, machte aber keine Angaben dazu, ob dies auch für einen Sieg Lulas gelte. Die US-Botschaft in Brasília äußerte sich nicht dazu, wann die Erklärung veröffentlicht werde. Auch Argentiniens Javier Milei und Israels Benjamin Netanyahu schwiegen bislang, wie PÚBLICO berichtet.

Wie es weitergeht

Außenminister Marco Rubio soll laut einer US-Diplomatennote am Donnerstag und Freitag, 29. und 30. Oktober, in Atlanta die Außenminister der G20 treffen. Brasiliens Außenminister Mauro Vieira gehört zu den Teilnehmern. Die Glückwunscherklärung aus Washington war zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht veröffentlicht, und für Flávio Bolsonaros Klage wurde kein Einreichungstermin genannt.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Brasília, Atlanta, Washington · Brasilien, Vereinigte Staaten

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