
Blitz legt Leitstelle in Ventimiglia lahm und stoppt Züge in ganz Ligurien
Eine Gewitterfront hat am 20. August in Ligurien über 37.000 Blitze ausgelöst, die Computersysteme im Bahnhof Ventimiglia lahmlegte und den Zugverkehr an der italienischen Riviera zum Erliegen brachte.
Blitze legen Leitstelle in Ventimiglia lahm
Schwere Gewitter beendeten am 20. August die vierte Hitzewelle des Sommers 2026 in Ligurien und brachten Zehntausende von Entladungen sowie massive Verkehrsbehinderungen mit sich. Um 12:45 Uhr traf ein Blitz einen Strommast neben dem Bahnhof Ventimiglia und leitete einen Spannungsstoß in die Leitstelle des Gebäudes. Der daraus resultierende Kurzschluss deaktivierte die für die Sicherheit und das Verkehrsmanagement zuständigen Computersysteme und erzwang einen sofortigen Stopp des gesamten Zugverkehrs am Grenzbahnhof. Notfalltechniker der Rete Ferroviaria Italiana griffen ein, um die Störung zu isolieren und ließen nur einen ankommenden Personenzug auf das Gleis einfahren, bevor die Strecken abgeriegelt wurden. Trenitalia bestätigte die Aussetzung mit Verweis auf die kritischen Wetterbedingungen an der westlichen ligurischen Küste.
Morgenstörungen auf der Strecke Genua–Rom
Die Nachmittagssperrung an der Grenze folgte auf mehrere elektrische Ausfälle am frühen Morgen im regionalen Schienennetz. Um 06:00 Uhr wurde der Frecciabianca-Zug 8601 auf der Fahrt von Genua nach Rom im Tigullio-Gebiet zwischen Sestri Levante und Riva Trigoso von einem Blitz getroffen. Die elektrische Störung zwang den Triebkopf zu einer außerplanmäßigen Notbremsung am Bahnhof Riva Trigoso, wo das Zugpersonal die Fahrgäste in einen anderen Zug umsteigen ließ. Um 09:00 Uhr traf ein weiterer Blitz eine Weiche am Bahnhof Genua Brignole, was den Zugverkehr zwischen Brignole und Sturla für mehr als eine Stunde unterbrach. Der Netzbetreiber Rete Ferroviaria Italiana informierte die Fahrgäste über zunehmende Verspätungen im Regional- und Fernverkehr.
Intercity- und Regionalzüge können eine zusätzliche Reisezeit von bis zu 80 Minuten aufweisen.
- Frecciabianca 8601 erleidet Blitzschaden am Triebkopf und muss in Riva Trigoso nothalten
- Blitz beschädigt eine Weiche in Genua Brignole, Zugverkehr zwischen Brignole und Sturla eingestellt
- Blitz trifft einen Strommast bei Ventimiglia, legt die Leitstelle lahm und stellt den Bahnhof still
- RFI-Techniker stellen die Systeme in der Leitstelle wieder her, Zugverkehr rollt langsam an
Überschwemmungen und Sturmschäden in Ligurien
Die regionalen Wetterdienste verzeichneten während der Gewitterfront über 37.000 Blitzeinschläge in Ligurien, davon 20.000 allein in der Provinzhauptstadt Genua. Schwere Regenfälle verursachten am Vormittag und Nachmittag örtliche Überschwemmungen in städtischen Zentren und Küstenorten. In Genua sammelte sich Regenwasser in mehreren Straßenunterführungen, was im Stadtteil Certosa zu Verkehrsbehinderungen führte, jedoch keine Evakuierungen erforderte. Weiter östlich im Tigullio-Becken trafen sintflutartige Regenfälle die Gemeinden Sestri Levante, Lavagna und Chiavari. Feuerwehreinheiten wurden in der gesamten Region eingesetzt, um überflutete Gebäude auszupumpen, Entwässerungswege freizumachen und öffentliche Straßen zu sichern – unter einer orangefarbenen hydrogeologischen Wetterwarnung wegen Gewittern, Hagel und Wasserhosen.
- Genua
- 20000
- Region Ligurien
- 37000
Umleitungen im Zugverkehr und Netzwiederherstellung
Die elektrische Abschaltung in Ventimiglia zwang die Bahnbetreiber, mehrere Fern- und Regionalverbindungen zwischen Ligurien und der Lombardei bzw. dem Piemont zu ändern. Der Intercity 659 von Voghera nach Ventimiglia endete vorzeitig in Taggia Arma, während der Intercity 637 von Mailand Centrale nach Ventimiglia seine Fahrt in Genua Piazza Principe beendete. Der Intercity 635, der von Ventimiglia nach Mailand Centrale verkehren sollte, startete stattdessen in Taggia Arma und endete in Genua. Techniker arbeiteten den Nachmittag über daran, die beschädigte Elektronik zu reparieren und die Computer-Dispatch-Konsolen in der Leitstelle von Ventimiglia wiederherzustellen. Der Zugverkehr begann nach 15:00 Uhr langsam wieder anzulaufen, während Bahnhofspersonal gestrandete Fahrgäste mit Alternativverbindungen unterstützte.


