
Klimawandel hat Hitzewelle in Westeuropa um bis zu 4 °C verstärkt, zeigt neue Analyse
Eine Schnellanalyse des Climameter-Projekts ergab, dass die derzeitige Hitzewelle in Westeuropa aufgrund von Treibhausgasemissionen 2 °C bis 4 °C wärmer ist als vergleichbare Wetterlagen im späten 20. Jahrhundert gewesen wären.
Die schwere Hitzewelle, die Frankreich, Deutschland und andere Teile Westeuropas erfasst, wird nicht durch eine ungewöhnliche Wetterzirkulation verursacht, sondern durch den vertrauten Fußabdruck des vom Menschen verursachten Klimawandels, so eine am 24. Juni 2026 veröffentlichte Schnell-Attributionsstudie.
Was die Analyse gemessen hat
Forscher von Climameter verglichen das am 22. Juni 2026 beobachtete Muster der atmosphärischen Zirkulation mit ähnlichen Mustern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Temperaturen heute zwischen 2 °C und 4 °C höher liegen als unter vergleichbaren meteorologischen Bedingungen vor Jahrzehnten. Der Unterschied wird auf die Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückgeführt.
Das Wetterphänomen hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich. Außergewöhnlich ist, dass der Klimawandel die Temperaturen in Teilen Westeuropas um bis zu 4 Grad Celsius erhöht hat.
Wie viel wärmer jede Stadt ist
- Saragossa
- 4 °C
- Mailand
- 3.8 °C
- Paris
- 2.4 °C
- München
- 2.3 °C
- Frankfurt
- 1.7 °C
- Köln
- 1.6 °C
- Berlin
- 1.2 °C
Annäherung an Anpassungsgrenzen
Faranda warnte, dass Gesellschaften und Ökosysteme sich den Grenzen dessen nähern, an das sie sich anpassen können. Das Climameter-Team wies auch darauf hin, dass extreme Hitzeereignisse in Westeuropa schneller zugenommen haben, als Klimamodelle vorhergesagt hatten – ein Befund, der Bedenken darüber aufwirft, wie gut aktuelle Projektionen kurzfristige Risiken erfassen.
Wer die Analyse erstellt hat
Climameter ist ein Forschungsprojekt, das den Einfluss des Klimawandels auf das europäische Wetter untersucht. Es wird von der Europäischen Union und dem französischen nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) finanziert und vom Institut Pierre-Simon Laplace (IPSL) beherbergt. Das Projekt nutzt historische Wetteranalogien, um die Wirkung der langfristigen Erwärmung von der natürlichen Variabilität zu isolieren.


