
Bundesweiter Zugstopp nach GSM-R-Funkausfall; Betrieb läuft langsam wieder an
Die Deutsche Bahn hat am Dienstagabend den gesamten Zugverkehr bundesweit eingestellt, nachdem das digitale Funksystem GSM-R ausgefallen war. Erste Züge fuhren nach Mitternacht wieder, doch die Fahrgäste müssen bis Mittwochmorgen mit erheblichen Verspätungen und Ausfällen rechnen.
Was geschah
Am späten Dienstag, den 23. Juni, kam das gesamte deutsche Schienennetz zum Stillstand, als das digitale Funksystem GSM-R (Global System for Mobile Communications – Railway) ausfiel. Das System ist die primäre Kommunikationsverbindung zwischen Triebfahrzeugführern und Leitstellen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte den bundesweiten Stillstand und erklärte, dass alle Züge an Bahnhöfen angehalten würden. Die Ursache des Ausfalls war zunächst unbekannt.
Wir versuchen derzeit, die Züge zu den nächsten Bahnhöfen zu bringen, damit die Fahrgäste aussteigen können. Erst dann müssen wir das Problem beheben, dessen Ursache wir noch nicht kennen.
Unmittelbare Auswirkungen
Die Störung betraf Fern-, Regional- und S-Bahn-Verbindungen im ganzen Land. In Berlin wurde das gesamte S-Bahn-Netz stillgelegt, und der Hauptstadtflughafen BER war nur noch mit Bussen und Taxis erreichbar, um ankommende Passagiere zu versorgen. Rund 200 Reisende warteten auf überfüllte Busse, einige teilten sich Taxis. Auch private Betreiber wie Metronom, das Regionalverkehr in Niedersachsen, Bremen und Hamburg anbietet, stellten alle Züge ein. Der Güterverkehr wurde ebenfalls eingestellt.
Am Berliner Hauptbahnhof und anderen Bahnhöfen waren gestrandete Fahrgäste verwirrt und erhielten kaum Informationen. Ein Welt-Reporter im ICE 70 von Karlsruhe nach Hamburg berichtete, dass der Zug kurz vor 22 Uhr anhielt und die Fahrgäste Wasser erhielten. Im ICE 846 von Berlin nach Köln warnte eine Durchsage vor einer Verspätung von 300 Minuten; der Zug fuhr kurz nach Mitternacht wieder weiter. Am Flughafen BER gehörten ein irischer Tourist mit einem Surfbrett, ein Paar aus Dresden und eine Gruppe junger Briten zu denen, die verzweifelt nach Transportmöglichkeiten suchten. Ein Busfahrer der Linie X71 sagte zu der Menge: „Ich kann nicht alle mitnehmen“ und versprach zurückzukommen.
Alle Züge stehen still, und wir gehen davon aus, dass heute Nacht nichts mehr fahren wird.
Reaktion und Wiederherstellung
Techniker der Deutschen Bahn arbeiteten intensiv an der Behebung der Störung. Das Unternehmen gab später bekannt, dass die Ursache gefunden worden sei, machte jedoch keine näheren Angaben. Kurz nach Mitternacht nahmen die ersten Züge den Betrieb wieder auf. DB Regio Mitte und die Berliner S-Bahn bestätigten den Neustart, warnten jedoch vor hohen Folgeverspätungen und kurzfristigen Ausfällen bis mindestens 6 Uhr am 24. Juni. In Nordrhein-Westfalen erklärten die Betreiber, dass es einige Zeit dauern werde, bis sich der Verkehr normalisiert habe.
- Bundesweiter Zugstopp beginnt nach Ausfall des GSM-R-Funksystems.
- Deutsche Bahn identifiziert Ursache der Störung, gibt sie aber nicht bekannt.
- Erste Züge nehmen Betrieb wieder auf; S-Bahn Berlin und DB Regio Mitte starten neu.
- Erwarteter Zeitpunkt der Normalisierung; hohe Verspätungen und Ausfälle halten an.
Historischer Kontext
Das GSM-R-System war zuletzt im Oktober 2022 ausgefallen, als ein dreistündiger Ausfall in Norddeutschland auf vorsätzliche Kabelschäden zurückgeführt wurde. Laut Reuters ist die Deutsche Bahn in den letzten Jahren mit einer zunehmenden Zahl von Sabotage- und Vandalismusvorfällen konfrontiert. Für die aktuelle Störung gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden.


