
Bauernverband MV warnt vor Biogas-Klippe: EEG-Förderung für die Hälfte der 546 Anlagen des Landes läuft aus
Die 546 Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern, die meisten vor einem Jahrzehnt gebaut, werden innerhalb von fünf Jahren mehr als die Hälfte der 20-jährigen EEG-Unterstützung verlieren. Erste Entscheidungen über den Weiterbetrieb stehen Ende 2026 an.
Förderklippe naht
Die meisten der 546 Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern wurden zwischen 2006 und 2012 gebaut, jede gestützt durch eine 20-jährige Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Mehr als die Hälfte dieser Anlagen wird ihre garantierte Förderung innerhalb der nächsten fünf Jahre verlieren, warnte der Landesbauernverband am 26. Juli 2026. Die ersten Entscheidungen darüber, ob einzelne Anlagen weiterbetrieben werden können, seien bereits ab Ende 2026 nötig, so der Verband.
Wirtschaftliche Sorgen der Landwirte
Bauernpräsident Karsten Trunk betonte, dass Biogas weit mehr als nur eine Stromquelle sei. Die Anlagen verarbeiten Energiepflanzen, Gülle und andere Reststoffe und bieten den Betrieben ein stabiles Einkommen, das zudem Wärme liefert und Strom einspeist, wenn Wind- und Solarerträge nachlassen.
Biogas ist weit mehr als nur ein Stromlieferant. Für viele Betriebe ist die Anlage eine wichtige wirtschaftliche Säule. Sie verarbeitet Energiepflanzen, Gülle und andere Reststoffe, liefert zuverlässig Strom und Wärme und springt genau dann ein, wenn Wind und Sonne nicht genug Energie liefern. Damit das auch in Zukunft möglich ist, brauchen die Betriebe endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Trunk sagte, die Branche brauche klare und berechenbare Regeln für die Zeit nach der Förderung. Ohne diese wären viele Betreiber gezwungen, Anlagen stillzulegen, die derzeit ein Eckpfeiler ihres Geschäftsmodells seien.
Regeln für die Anschlussvergütung
Der Verband sieht die geplanten Regeln für die Anschlussvergütung als kritisches Risiko. Nach dem geplanten Rahmen würde Biogasstrom nur noch für maximal 3.000 Stunden pro Jahr vergütet, und zwar nur in Zeiten, in denen Wind- und Solarstrom knapp sind. Das würde die Einnahmen der Betreiber auf einen Bruchteil dessen reduzieren, was sie unter dem ursprünglichen EEG-System verdienten, argumentierte der Verband.
Umweltpolitische Opposition
Umweltverbände sehen das anders, insbesondere wenn Mais als Einsatzstoff verwendet wird. Der NABU Schleswig-Holstein hat gefordert, die garantierten Einspeisevergütungen für alle Anlagen, die mit Mais und anderen Energiepflanzen betrieben werden, auslaufen zu lassen. Der Verband bezeichnete Energiemais als Fehler: Er trage wenig zum Klimaschutz bei und sei energetisch ineffizient, und die 20-jährige hohe garantierte Vergütung sei ein energie- und umweltpolitischer Fehler gewesen.
- Erste Entscheidungen über den Weiterbetrieb einiger Biogasanlagen stehen an.
- Mehr als die Hälfte der 546 Anlagen in MV verlieren ihre 20-jährigen EEG-Einspeisevergütungen.
Die unterschiedlichen Positionen bereiten den Boden für eine politische Debatte über die Zukunft der landwirtschaftlichen Biogas in Norddeutschland, während die Förderklippe näher rückt.

