
Berliner Regenbogen-Gedenkbank mit schwarzer Farbe beschmiert – vierter Vorfall seit August
Die Berliner Polizei hat eine Untersuchung durch den Staatsschutz eingeleitet, nachdem eine Regenbogen-Gedenkbank im Tiergarten, die an den Angriff am 25. Juli zum Christopher Street Day erinnert, am 2. Oktober mit schwarzer Farbe besprüht wurde.
Entdeckung des vierten Vandalenakts
Streifenbeamte in Berlin entdeckten in den frühen Morgenstunden des Freitags, dem 2. Oktober 2026, neue Sachbeschädigungen an der Regenbogen-Gedenkbank im Tiergarten. Gegen 04:20 Uhr bemerkten Einsatzkräfte einen starken Geruch nach frischer Farbe in der Umgebung und lokalisierten die Bank, die großflächig mit schwarzer Farbe überzogen worden war. Die eintreffenden Polizeibeamten begannen umgehend damit, die Farbe von der bunten Oberfläche zu entfernen und zu reinigen. Die Abteilung Staatsschutz der Berliner Polizei, die für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gemeinschädlichen Sachbeschädigung ein.
Wiederholte Angriffe im September
Der Farbanschlag vom 2. Oktober stellt den vierten separaten Vorfall von Beschädigungen an dem Mahnmal innerhalb weniger Wochen dar. Die Regenbogenbank wurde erstmals Anfang September 2026 zerstört, als Unbekannte mehrere Holzlatten gewaltsam herausbrachen. Die Bezirksbehörden reparierten die Konstruktion und stellten sie am 14. September 2026 an ihrem ursprünglichen Gedenkort wieder auf.
Nur wenige Tage nach der Wiederaufstellung der Bank im Park kehrten die Täter zurück und demontierten eine der Holzlatten, während sie zwei weitere Latten beschädigten. Ein dritter Vorfall ereignete sich gegen Ende September 2026, bei dem mehrere Latten der Sitzfläche herausgerissen und mindestens ein Lattenabschnitt vollständig abgebrochen wurde. Neben den wiederkehrenden Angriffen auf die Bank selbst richteten sich im September auch Übergriffe Unbekannter gegen den daneben gepflanzten Gedenkbaum, wobei der frisch gepflanzte Setzling direkt aus dem Boden gerissen wurde.
- Täter fährt beim CSD Berlin mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge und greift mit einer Machete an, tötet eine Person und verletzt 31
- Polizei spürt den 21-jährigen Angreifer auf und erschießt ihn
- Bezirk Mitte installiert die Regenbogen-Gedenkbank und pflanzt einen Ersatzbaum
- Vandalen brechen Banklatten gewaltsam heraus und reißen den frisch gepflanzten Baum aus
- Die reparierte Regenbogenbank wird am ursprünglichen Gedenkort wieder aufgestellt
- Täter demontieren und brechen mehrere Holzlatten der Sitzfläche
- Streifenpolizisten entdecken die mit schwarzer Farbe besprühte Bank und reinigen die Oberfläche
Der CSD-Angriff im Juli und die Errichtung des Mahnmals
Die Bezirksverwaltung Mitte errichtete die Regenbogenbank ursprünglich am 6. August 2026 in der Nähe des Tatorts. Die örtlichen Behörden beabsichtigten, die Installation als einen Ort des Gedenkens für die Opfer zu schaffen und zugleich als öffentliches Zeichen für Vielfalt, Respekt und selbstbestimmtes Leben zu setzen. Im Rahmen der Schaffung des Gedenkortes pflanzte der Bezirk zudem einen neuen Baum als Ersatz für einen Baum, der bei dem Angriff schwer beschädigt worden war und gefällt werden musste.
Das Mahnmal erinnert an die Opfer des Terroranschlags, der sich am 25. Juli 2026 am Rande der Christopher-Street-Day-Veranstaltung in Berlin ereignete. Bei diesem Ereignis fuhr ein 21-jähriger Täter mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge und stieß anschließend mit einem Baum zusammen. Der Fahrer stieg aus dem Fahrzeug und griff Passanten mit einer Machete an, bevor er zu Fuß flüchtete. Der Angriff führte zum Tod einer Frau aus Polen und verletzte 31 weitere Personen. Polizeibeamte lokalisierten den 21-jährigen Täter einen Tag später, am 26. Juli 2026, und erschossen ihn.
Polizeiliche Überwachung und Sicherheitsmaßnahmen
Die Sicherheit am Standort bleibt nach den wiederholten Zerstörungen der Installation Gegenstand von Überprüfungen. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass Polizeikräfte die Regenbogenbank und die umliegenden Parkflächen bei Streifengängen regelmäßig kontrollieren. Auf die Frage nach konkreten Maßnahmen, etwa der Installation von Videoüberwachung zur Verhinderung künftiger Vandalenakte, gab der Sprecher keine Details bekannt. Die Abteilung Staatsschutz setzt ihre Untersuchung wegen des Verdachts der politisch motivierten Sachbeschädigung fort.


