Waldbrand in den Chiemgauer Alpen: Katastrophenfall ausgerufen – Bayern setzt Luftbeobachter ein
Ein Waldbrand in den Chiemgauer Alpen bei Unterwössen hat sich über Nacht hangabwärts ausgebreitet, was die Ausrufung des Katastrophenfalls und Straßensperrungen zur Folge hatte. Luftbeobachter patrouillieren in anderen bayerischen Regionen, da die Waldbrandgefahr ihren Höhepunkt erreicht.
Brand in den Chiemgauer Alpen ausgebrochen
Am Mittwochabend gegen 18:00 Uhr wurde ein Waldbrand im Bereich Hochwand nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen im Landkreis Traunstein gemeldet. Eine sichtbare Rauchsäule stieg aus dem Gipfelbereich auf etwa 1.000 Metern Höhe auf. Das Feuer breitete sich über Nacht hangabwärts in Richtung des Gemeindeteils Oberwössen aus. Am Donnerstag rief das Landratsamt Traunstein den Katastrophenfall aus, um die Einsatzkräfte zentral zu koordinieren. Die Brandursache ist noch unbekannt, Verletzte gibt es nicht.
Löscharbeiten im schwierigen Gelände
Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Bergwacht, Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz. Das steile, unzugängliche Gipfelgebiet machte einen direkten Angriff vom Boden aus unmöglich. „Man kommt mit Fahrzeugen nicht an den ursprünglichen Brand heran“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Stattdessen verlegten die Einsatzkräfte lange Schlauchleitungen und installierten sogenannte Kreisregner, um einen Nassbereich zu schaffen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen versorgte den Einsatz. Drei Polizeihubschrauber warfen Wasser mit Außenlastbehältern ab, am Donnerstag waren sechs Hubschrauber aus Bayern und dem benachbarten Österreich im Einsatz. Drohnen mit Wärmebildkameras halfen bei der Ortung von Glutnestern, ihre Flüge mussten jedoch mit den Hubschraubereinsätzen koordiniert werden.
Gestern Abend und in der Nacht haben wir begonnen, lange Schlauchleitungen zu verlegen und sogenannte Kreisregner alle paar Meter aufzustellen. Man kann es sich wie einen großen Gartensprenger vorstellen. Damit wässern wir den nicht vom Feuer betroffenen Bereich, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Präventive Luftbeobachtung in ganz Bayern
Bei hoher Waldbrandgefahr, die vom Deutschen Wetterdienst ausgewiesen wurde, ordneten die Behörden in mehreren bayerischen Regionen Luftbeobachtungsflüge an. In Mittelfranken überfliegen ehrenamtliche Piloten und ausgebildete Beobachter von Feuerwehren und Forstämtern bis Sonntagnachmittag die Wälder. Die Regierung von Niederbayern ordnete Flüge von Samstag bis Montag an, wobei für fast die gesamte Region bis Montag die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe erwartet wird. Die Behörde in Mittelfranken warnte, dass selbst kleinste Zündquellen Brände auslösen könnten, und die Gefahr durch Ausflügler wahrscheinlich noch steigen werde.
- Brand an der Hochwand nahe der Lackenbergwand gemeldet; Rauchsäule auf 1.000 m Höhe sichtbar.
- Feuer breitet sich über Nacht hangabwärts in Richtung Oberwössen aus.
- Drei Polizeihubschrauber beginnen mit Wasserabwürfen; über 200 Einsatzkräfte im Einsatz.
- Landkreis Traunstein ruft Katastrophenfall aus; B305 gesperrt; MoWaS-Warnung herausgegeben.
- Sechs Hubschrauber aus Bayern und Österreich im Einsatz; Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt.
- Präventive Luftbeobachtungsflüge beginnen in Mittelfranken und Niederbayern.
Warnungen und Beeinträchtigungen
Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten, da starker Rauch auftrat. Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) wurde eine Gefahrenwarnung für den gesamten Landkreis Traunstein herausgegeben, die vor möglichen Geruchsbelästigungen warnte. Die Bundesstraße B305 wurde in beide Richtungen in Richtung Reit im Winkl und Marquartstein wegen des Löscheinsatzes gesperrt.
Parallelen zum Saurüsselkopf-Brand
Der Sprecher der Feuerwehr wies darauf hin, dass die Bedingungen beim Ausbruch des Feuers denen des Saurüsselkopf-Brandes bei Ruhpolding im Mai 2026 ähnelten. Dieser Brand breitete sich aus und benötigte einen Monat, um vollständig gelöscht zu werden. Auch das aktuelle Feuer hat sich hangabwärts ausgebreitet, das Ausmaß ist jedoch noch unklar. Ein Anwohner zeigte sich schockiert, aber vertrauensvoll in die Einsatzkräfte.
Es ist schon schockierend, muss ich sagen. Weil man so etwas nicht erwartet. Aber die Kräfte vor Ort sind groß. Wir müssen direkt keine Angst haben, denn sie sind wirklich fähig und machen ihren Job gut.

