Waldbrand in den Chiemgauer Alpen bei Unterwössen ausgebrochen: Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz, Flammen breiten sich ins Tal aus
Am Mittwochabend ist auf der Hochwand nahe der Lackenbergwand in Oberbayern ein Bergwaldbrand ausgebrochen, der in steilem, unzugänglichem Gelände auf rund 1.000 Metern Höhe brennt. Der Einsatz erinnert an den Saurüsselkopf-Brand, der im Mai einen Monat lang wütete.
Am Abend des 29. Juli ist in den Chiemgauer Alpen ein Waldbrand ausgebrochen, der einen groß angelegten Notfalleinsatz auslöste. Die Feuerwehrleute arbeiteten die ganze Nacht hindurch, um zu verhindern, dass sich die Flammen vom Gipfelgrat in Richtung des Ortsteils Oberwössen von Unterwössen ausbreiten.
Feuer auf steilem Gipfel ausgebrochen
Kurz vor 18:00 Uhr am Mittwoch wurden die Freiwillige Feuerwehr Oberwössen und zahlreiche umliegende Einheiten zu einem Waldbrand auf der Hochwand nahe der Lackenbergwand alarmiert. Das Feuer befand sich in einem unzugänglichen Gipfelbereich auf etwa 1.000 Metern Höhe, und zum Zeitpunkt der Alarmierung stieg bereits eine deutlich sichtbare Rauchsäule auf. Hubert Hobmaier vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein erklärte am Donnerstagmorgen, dass noch keine verlässlichen Zahlen über die Größe der betroffenen Fläche vorlägen und die Brandursache weiterhin unbekannt sei. Nach derzeitigem Stand wurde niemand verletzt.
Notfalleinsatz und Herausforderungen
Zunächst waren rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bergrettung, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Da Fahrzeuge das Feuer am Gipfel nicht erreichen konnten, konzentrierten sich die Bodentruppen darauf, in dem darunter liegenden Gelände große Beregnungsanlagen zu errichten. „Gestern Abend und in der Nacht wurden lange Schlauchleitungen verlegt und alle paar Meter sogenannte Kreisregner aufgestellt“, sagte Hobmaier dem Bayerischen Rundfunk.
Man kann es sich wie einen großen Gartensprenger vorstellen. Der nicht vom Brand betroffene Bereich wird gewässert, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Es wurde ein Pendelverkehr mit Tankwagen eingerichtet, und drei bayerische Polizeihubschrauber nahmen bei Tagesanbruch die Wasserabwürfe mit Außenlastbehältern wieder auf.
Ausbreitung in Richtung Oberwössen
Das Feuer dehnte sich während der Nacht aus und bewegte sich hangabwärts in Richtung Oberwössen. Zum Schutz von Häusern am Rande der Brandzone installierten die Feuerwehrleute umfangreiche Schlauchnetze und die rotierenden Regner. Hobmaier erläuterte, dass das Beregnungssystem einen nassen Puffer zwischen den heranrückenden Flammen und den Wohngebieten schuf.
Erinnerungen an den Saurüsselkopf-Brand im Mai
Die Bedingungen beim Ausbruch des Feuers ähnelten denen des Saurüsselkopf-Brandes bei Ruhpolding Anfang Mai, so ein Sprecher der Feuerwehr. Auch dieser Brand begann in schwierigem Gipfelgelände, breitete sich schnell aus und benötigte einen Monat, um vollständig gelöscht zu werden. Der jetzige Brand brennt zwölf Wochen nach jenem Ereignis, also etwa drei Monate, aber die Behörden warnten davor, das Ausmaß zu früh zu vergleichen.
Warnungen der Bevölkerung und Sicherheitsmaßnahmen
Starker Rauch veranlasste den Landkreis Traunstein, am frühen Donnerstag über das modulare Warnsystem (MoWaS) eine Gefahrenwarnung herauszugeben. Bewohner im gesamten Landkreis wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten und das Gebiet um die Einsatzstelle zu meiden. Es wurden keine Verletzungen gemeldet, und die Rettungskräfte arbeiteten den ganzen Morgen über am Einsatzort weiter.
- Feuerwehren werden zu einem Waldbrand auf dem Hochwand-Gipfel nahe der Lackenbergwand alarmiert; sichtbare Rauchsäule.
- Die Einsatzkräfte beginnen mit dem Verlegen langer Schlauchleitungen und dem Aufbau von Kreisregnern, um eine nasse Barriere zu schaffen.
- In der Nacht breiten sich die Flammen weiter hangabwärts in Richtung Oberwössen aus.
- Drei Polizeihubschrauber nehmen bei Tagesanbruch die Wasserabwürfe wieder auf; 200 Einsatzkräfte im Einsatz.
- MoWaS-Gefahrenwarnung für den Landkreis Traunstein aufgrund starker Rauchentwicklung herausgegeben, die Schließungen von Fenstern und Türen empfiehlt.


