Securex, ein belgischer HR-Dienstleister, veröffentlichte am Dienstag, 20. Oktober 2026, eine Wirkungsanalyse für die Jahre 2021 bis 2024, die gemeinsam mit Professor Philip Verwimp von HIVA-KU Leuven und der ULB erstellt wurde. Die durchschnittliche Zahl eintägiger Krankmeldungen pro Beschäftigtem in großen Unternehmen stieg von 0,22 im Jahr 2021 auf 0,42 im Jahr 2024, während kleinere Unternehmen im selben Zeitraum von 0,17 auf 0,25 zulegten. Der Anstieg zeigte sich erstmals 2023 und fiel 2024 deutlicher aus. Securex beziffert den Zuwachs auf 54 Prozent mehr eintägige Krankmeldungen, was einer zusätzlichen eintägigen Abwesenheit auf acht Beschäftigte entspricht. Abwesenheiten von zwei bis fünf Tagen gingen nicht zurück, während die eintägigen zunahmen, und die Gesamtquote kurzfristiger Abwesenheiten bei Zeiträumen bis zu einem Monat veränderte sich statistisch nicht signifikant.
Daten aus dem Artikeltext
Die Autoren führen die Differenz auf die neue Regelung zurück. Sie argumentieren, dass beide Unternehmensgruppen vor Inkrafttreten der Maßnahme einem ähnlichen Trend folgten und dass sich im Untersuchungszeitraum keine anderen relevanten Veränderungen ereigneten. Securex betont dennoch, dass der Anstieg nicht zwangsläufig Missbrauch bedeute. Heidi Verlinden, Projektmanagerin bei Securex, sagte, das Unternehmen vermute längerfristige positive Effekte, da ein einzelner Ruhetag eine spätere längere Abwesenheit verhindern könne, und verwies auf eine frühere Studie aus dem Jahr 2021, wonach jeder siebte Beschäftigte krank weiterarbeitete. Verlinden sagte zudem, der Effekt sei bei manuell Beschäftigten stärker als bei Angestellten, die wegen geringerer Flexibilität bei Urlaub, Arbeitszeiten und Arbeitsort meist weniger Spielraum zur Erholung hätten. Securex fasste seine Haltung so zusammen.
„Es deutet nicht zwangsläufig auf Missbrauch hin. Die Zahlen könnten auch bedeuten, dass Beschäftigte sich früher erholen, statt krank zu arbeiten.“
Securex zufolge scheint der direkte Effekt auf die Lohnkosten begrenzt, da sich die Kurzzeit-Abwesenheitsquote über einen Monat nicht signifikant veränderte und es keine Hinweise auf höhere direkte Lohnkosten durch mehr Krankheitstage gibt. Die indirekte Belastung ist dagegen größer. Arbeitgeber haben zusätzlichen Verwaltungsaufwand, um jede Abwesenheit zu erfassen, müssen Dienstpläne kurzfristig anpassen, Ersatzkräfte suchen und tragen höhere Arbeitslasten für die Kolleginnen und Kollegen. Securex betont, die Zahlen zeigten vorerst nur eine Verhaltensänderung, ohne dass eine positive oder negative Absicht belegt sei. Die föderale Regierung hat zudem weitere Maßnahmen eingeführt, darunter eine frühere Nachverfolgung von Arbeitsunfähigkeit und eine schnellere, stärker strukturelle Wiedereingliederung. Securex argumentiert, dass es zur Bekämpfung langfristiger Krankmeldungen breiterer Maßnahmen bedürfe, wobei die größten Effekte in der Vermeidung von Ausfällen durch Arbeitsbelastung, Autonomie, Führung und Dialog lägen.
Ende 2022 erlaubte ein neues Gesetz Beschäftigten in Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitenden bis zu drei eintägige Krankmeldungen pro Jahr ohne ärztliches Attest. Ab dem 1. Januar 2026 sank diese Grenze auf höchstens zwei Tage pro Jahr. Securex berichtet, der Anstieg der eintägigen Abwesenheiten habe 2023 begonnen, nach dem ersten Jahr der Maßnahme. Die Regel sollte ursprünglich den Verwaltungsaufwand für Hausärzte verringern, während die neuen Zahlen auf zusätzliche Bürokratie für Arbeitgeber hindeuten. Die folgende Zeitleiste zeigt die wichtigsten Schritte von der Änderung 2022 bis zur Veröffentlichung der Studie.
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Große belgische Unternehmen verzeichnen einen deutlichen Anstieg eintägiger Krankmeldungen, seit die Attestpflicht gefallen ist. Das geht aus einer Analyse des HR-Dienstleisters Securex hervor. Das Unternehmen betont, der Anstieg sei nicht zwangsläufig ein Zeichen für Missbrauch.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von 7sur7, vrtnws.be, De Standaard und weiteren Medien. Veröffentlicht .