Energie & Handel · Brüssel, Antwerpen und Tessenderlo

Fast drei von zehn belgischen Industriemaschinen stehen still – Kapazitätsauslastung bei 73 %

Die Belgische Nationalbank beziffert die Kapazitätsauslastung der Industrie im dritten Quartal 2026 auf 73 %, den niedrigsten Wert seit April 2020, nachdem Vynova die Produktion wegen der Energiekosten vorübergehend gestoppt hat.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Standaard, vrtnws.be, 7sur7 und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brüssel, Antwerpen, Tessenderlo · Belgien
Wie es dazu kam
  1. 26.10.Belgien nimmt 1,3 Milliarden Euro zum höchsten Zinssatz seit fünfzehn Jahren auf
  2. 27.10.Die Belgische Nationalbank veröffentlicht ein Update zur Kapazitätsauslastung; Vynova kündigt einen vorübergehenden Produktionsstopp an
  3. 28.10.De Wever beruft seinen engsten Kabinettskreis für einen weiteren Haushaltsanlauf ein

Kapazitätsauslastung fällt auf den niedrigsten Stand seit 2020

Die Belgische Nationalbank (BNB) veröffentlichte am Dienstag, 27. Oktober, ein Update, dem zufolge die Kapazitätsauslastung der Industrie im dritten Quartal 2026 auf 73 % gesunken ist. Das ist der niedrigste Wert seit April 2020, als die Corona-Krise begann. Französischsprachige Berichte nennen 73,1 %. Im Schnitt der vergangenen Monate standen 27 % der Maschinen in der belgischen Industrie still. Nur vier Quartale seit Beginn der Datenerhebung Ende der 1980er-Jahre lagen niedriger, und außerhalb der Corona-Zeit war der letzte vergleichbare Tiefstand 2008–2009 während der Finanzkrise zu verzeichnen. Die Auslastung liegt nun fast 4 Prozentpunkte unter ihrem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Kapazitätsauslastung nach Region, jüngstes BNB-Update%
Flandern
75.3 %
Wallonien
67.1 %

Daten aus dem Artikeltext

Flandern und Wallonien driften auseinander

Flandern nutzt 75,3 % seiner verfügbaren Kapazität, Wallonien erreicht nur 67,1 %. Französischsprachigen Medien zufolge veröffentlicht die BNB keine Zahlen für Brüssel. In Flandern liegt die Quote nur 1,3 Prozentpunkte unter ihrem langfristigen Durchschnitt, während die jüngste Messung im Süden mehr als 10 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre liegt. Die Metallindustrie, die Eisen- und Stahlverarbeitung, Baustoffe und der Maschinenbau erweisen sich als die am stärksten betroffenen Sektoren. Die Beschäftigung in der Industrie insgesamt lag im zweiten Quartal dieses Jahres bei 538.500 Menschen, 8.200 weniger als ein Jahr zuvor.

Chemie und die Energierechnung

Vynova in Tessenderlo-Ham kündigte am Dienstag, 27. Oktober, an, die Produktion wegen hoher Energiepreise vorübergehend zu stoppen; 600 Beschäftigte sind von vorübergehender Arbeitslosigkeit bedroht. Eine Studie der Beratungsfirma Roland Berger ergab, dass die europäischen Chemiekapazitäten zwischen 2022 und 2025 um 9 % gesunken sind und derzeit nur 69 bis 70 % der reduzierten Kapazität genutzt werden. Gert Verreth, Sprecher des Chemieverbands Essenscia, brachte die Lage auf den Punkt:

„Es wird allmählich klar, dass diese Krise schwerer ist als die vorige.“

Gert Verreth

Warnungen der Industrie und Jobverluste

Patrick Slaets, Chefökonom des Metall- und Technologieverbands Agoria, sagt, der Sektor laufe seit vier Jahren unter einer Kapazitätsauslastung von 80 %. Er macht schwache Nachfrage, hohe Zinsen infolge der Inflation und Energiekosten im Zusammenhang mit der geopolitischen Lage verantwortlich, die energieintensive Unternehmen am härtesten treffen. Slaets warnt, dass die sinkende Auslastung auch das Risiko von Jobverlusten erhöhe. Im Technologiesektor seien in den vergangenen drei Jahren bereits 20.000 Stellen weggefallen, was er mit einer Verringerung der Kapazität um 6 bis 7 % gegenüber dem Vorkrisenniveau gleichsetzt. Die Branchenverbände fordern daher Maßnahmen gegen die hohen Kosten.

„Wenn die Maschinen nicht laufen, müssen dort auch keine Menschen arbeiten.“

Patrick Slaets

Haushaltsgespräche und das Voka-Jubiläum

Am Mittwoch, 28. Oktober, beruft Premierminister Bart De Wever (N-VA) um 19:00 Uhr seinen engsten Kabinettskreis ein, um einen weiteren Anlauf für eine Haushaltsvereinbarung zu nehmen. Am selben Abend feiert Voka sein hundertjähriges Bestehen an der Antwerpener Börse, wo König Philippe und der flämische Ministerpräsident Matthias Diependaele (N-VA) erwartet wurden. De Wever wird fehlen. Belgien musste am Montag, 26. Oktober, 1,3 Milliarden Euro zum höchsten Zinssatz seit fünfzehn Jahren aufnehmen. De Wever hatte 2010, als er als N-VA-Vorsitzender mit Elio Di Rupo verhandelte, einmal über den Unternehmerverband gescherzt:

„Voka ist mein eigentlicher Chef. Wenn Voka nicht zufrieden ist, bin ich nicht zufrieden.“

Bart De Wever, Belgischer Premierminister

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