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Migration·vor 1 Std.

Nach Messerangriff: Anti-Einwanderungs-Proteste in Belfast – Sudanese wegen versuchten Mordes angeklagt

Hunderte gingen am Dienstagabend in Belfast und anderen nordirischen Städten auf die Straße und setzten Fahrzeuge in Brand, nachdem ein Video eines Messerangriffs durch einen sudanesischen Asylbewerber im Internet kursierte.

Der Angriff und die Festnahme

Ein Messerangriff in einem Wohngebiet von Belfast am späten Montagabend führte bei einem Mann zwischen 40 und 50 Jahren zu schweren Verletzungen im Gesicht, am Hals und am Rücken. Am Tatort wurde ein Küchenmesser sichergestellt. Ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan wurde festgenommen und wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Morddrohungen angeklagt. Die Polizei erklärte, es gebe keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

Es gibt keinen Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund.

Das Opfer wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Video des Angriffs verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, woraufhin Polizei und Politiker die Öffentlichkeit aufforderten, das Material nicht zu teilen und keine Falschinformationen zu verbreiten.

Die Proteste

Am Dienstagabend versammelten sich mehrere Hundert Menschen in Belfast, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Ein verifiziertes Video zeigte eine Gruppe, die in Wohnstraßen von Haus zu Haus zog, offenbar auf der Suche nach Migranten. Luftaufnahmen von Sky News zeigten dicken schwarzen Rauch, der aus mehreren Teilen der Stadt aufstieg. Laut AP-Reportern wurden ein Bus, mehrere Autos und Mülltonnen in Brand gesetzt. Ein von Nachrichtenagenturen zitierter Anwohner berichtete, Demonstranten hätten Molotowcocktails geworfen. Geschäfte in Belfast schlossen früher als sonst.

Ereignisablauf in Belfast
  1. Messerangriff in einem Wohngebiet von Belfast; Opfer mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
  2. Video des Angriffs verbreitet sich in sozialen Medien und löst breite Empörung aus.
  3. 30-jähriger sudanesischer Verdächtiger festgenommen und später wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Morddrohungen angeklagt.
  4. Hunderte versammeln sich in Belfast zu Anti-Einwanderungs-Protesten; Fahrzeuge und ein Bus in Brand gesetzt.
  5. Proteste breiten sich auf andere nordirische Städte und Southampton aus.

Auch in anderen nordirischen Städten und in Southampton fanden Proteste statt, wo sich eine Menschenmenge unter dem Motto „Genug ist genug“ vor einem Hotel versammelte, in dem Asylbewerber untergebracht waren. Rechtsextreme Aktivisten, darunter Tommy Robinson, hatten zu den Demonstrationen aufgerufen. Elon Musk ermutigte die Demonstranten auf X, „wiederholt und lautstark“ auf die Straße zu gehen.

Politische Reaktionen

Premierminister Keir Starmer nannte den Angriff „entsetzlich“ und erklärte, er habe „absolut keine Toleranz“ für derartige Gewaltszenen auf den Straßen. Er rief zur Besonnenheit auf und bat die Öffentlichkeit, die Ermittlungen der Polizei abzuwarten. Nordirische Politiker aller Parteien sprachen ähnliche Warnungen vor weiteren Unruhen aus.

Der schreckliche Angriff in Belfast ist entsetzlich. Ich habe absolut keine Toleranz für solche entsetzlichen Gewaltszenen auf unseren Straßen.

Der Status des Verdächtigen

Der Verdächtige erhielt im September 2023 ein fünfjähriges Visum, wie die nordirische Polizei mitteilte. Er reiste von Sudan über Paris und Dublin nach Belfast, bevor er Asyl beantragte. Nordirland-Minister Hilary Benn sagte im Parlament, er könne nicht bestätigen, dass der Verdächtige illegal ins Land eingereist sei. DUP-Chef Gavin Robinson forderte eine Begrenzung der „unkontrollierten Einwanderung“.

Weiterer Kontext

Großbritannien wurde im Sommer 2024 von schweren rassistisch motivierten Unruhen erschüttert. Erst letzte Woche kam es in Southampton zu Unruhen, nachdem Bodycam-Aufnahmen im Zusammenhang mit einem tödlichen Messerangriff auf einen Studenten veröffentlicht worden waren. Polizeichef Jon Boutcher appellierte an die Öffentlichkeit, sich nicht von sozialen Medien aufhetzen zu lassen und den Ermittlern ihre Arbeit zu ermöglichen.

Belfast · Southampton

4 Quellen

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