
Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis 2026 für ihren Roman „Die Lücken“
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat Shida Bazyar am 5. Oktober 2026 im Frankfurter Römer den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis für „Die Lücken“ verliehen.
Preisverleihung in Frankfurt
Die Autorin Shida Bazyar hat am Abend des 5. Oktober 2026 bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main den Deutschen Buchpreis 2026 für ihren Roman „Die Lücken“ erhalten. Die Bekanntgabe erfolgte im Kaisersaal des Frankfurter Römers durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Feier findet am Vorabend der Frankfurter Buchmesse statt und ist die 22. Ausgabe des Literaturpreises, der seit 2005 jährlich vergeben wird. Der Preis zeichnet den deutschsprachigen Roman des Jahres aus und ist für Bazyar mit 25.000 Euro dotiert. Ausgerichtet wird die Auszeichnung von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung, der Stiftung des deutschen Buchhandels.
Aufbau und historische Reichweite von „Die Lücken“
„Die Lücken“ erschien im September 2026 im Verlag Kiepenheuer & Witsch und umfasst etwas mehr als 500 Seiten. Der Roman spielt im fiktiven Dorf Heimesbach im Hunsrück in Rheinland-Pfalz, dem Bundesland, in dem Bazyar 1988 geboren wurde. In seiner Erzählung spannt das Buch einen Bogen über 100 Jahre deutscher Geschichte und beleuchtet die Zeit des Nationalsozialismus in der Heimatregion der Autorin. Die Handlung ergründet das soziale Gefüge der deutschen Provinz anhand der Themen staatliche Verfolgung, Vertreibung und Migration. Sie untersucht, wie lokale Gemeinschaften historische Ereignisse erinnern, und geht den Grundlagen nach, auf denen moderne Vorstellungen von Heimat beruhen.
Die Bewertung der Jury 2026 und die Konkurrenz auf der Shortlist
Für die Auswahl der Preisträgerin 2026 prüfte eine siebenköpfige Jury 205 eingereichte Titel, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026 erschienen waren. Das Gremium filterte die Einsendungen zunächst in eine Longlist mit 20 Titeln und wählte daraus eine Shortlist mit sechs Büchern. Fünf weitere Autorinnen und Autoren traten in der Endrunde an: Franziska Gänsler mit „Orca“ (Kein & Aber), Valeria Gordeev mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ (S. Fischer), Elias Hirschl mit „Schleifen“ (Paul Zsolnay), Peggy Mädler mit „Selbstregulierung des Herzens“ (Galiani Berlin) und Dana Vowinckel mit „Anton und Alma“. Jede der fünf nicht prämierten Shortlist-Autorinnen und -Autoren erhält 2.500 Euro, womit sich die Gesamtdotierung des Preises auf 37.500 Euro beläuft.
- Eingereichte Titel
- 205 Titel
- Longlist
- 20 Titel
- Shortlist
- 6 Titel
- Preisträgerin
- 1 Titel
Longlist-Kandidaten und die Vorgängerin von 2025
Eine Reihe nominierter Autorinnen und Autoren schied aus, als die Jury die Longlist mit 20 Büchern auf die letzten sechs reduzierte. Zu den Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die in der Endrunde nicht berücksichtigt wurden, zählten die Hamburger Autoren Svenja Leiber mit „Nelka“ und Heinz Strunk mit „Memories of Heidelberg“. Weitere longlistete Werke, die es nicht auf die Shortlist schafften, waren Helene Bukowskis „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ und Ingo Schulzes „Das Wasser im August“, die beide in Mecklenburg-Vorpommern spielen. Bazyar tritt die Nachfolge der Schweizer Autorin Dorothee Elmiger an, die 2025 den Deutschen Buchpreis für ihren Roman „Die Holländerinnen“ gewann. Elmigers Erzählung folgt einer Schriftstellerin, die in den südamerikanischen Regenwald reist, um über das rätselhafte Verschwinden zweier Touristinnen zu berichten.


