Steigende Kosten und knappe Kassen zwingen bayerische Schulen zur Absage von Klassenfahrten
Schulen in Bayern streichen lang geplante Klassenfahrten, da die Reisekosten in die Höhe schnellen und der Staat die Reisekostenzuschüsse für Lehrer in seinem Sparkurs 2026/27 kürzt.
Steigende Kosten und Budgetkürzungen
Klassenfahrten in Bayern sind bedroht, da die Reisekosten steigen und die öffentlichen Mittel schrumpfen. Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, erklärte, die Bus- und Hotelpreise seien seit der Pandemie „explodiert“, während der Sparkurs 2026/27 des Landes den Topf für Reisekostenzuschüsse der Lehrer verkleinert habe. Die Kombination habe dazu geführt, dass viele Schulen die Tagegelder für die Begleitkräfte nicht mehr aufbringen könnten.
In den letzten Jahren sind die Reisekosten gestiegen, obwohl sich am Fahrtenprogramm nichts geändert hat. Die Buspreise sind explodiert, die Hotelkosten sind nach Corona ebenfalls explodiert.
Auswirkungen auf die Schulen
Einige Fahrten wurden bereits kurzfristig abgesagt. Claudia Bergemann, Elternbeirätin am Gymnasium Ottobrunn bei München, schilderte, wie der Förderverein einspringen musste, um Geld auf das Schulkonto zu spenden, damit die Lehrer-Tagegelder bezahlt werden konnten – und so die Absage aller für diesen Monat geplanten Fahrten verhindert wurde. Ohne diese Intervention, so sagte sie, wären die Fahrten gestrichen worden.
Wir sind in die Bresche gesprungen und haben dieses Geld als Spende über den Förderverein auf das Schulkonto überwiesen, damit die Tagegelder für die Lehrer bezahlt werden konnten. Sonst hätten sie alle Fahrten, die für diesen Monat noch geplant waren, kurzfristig absagen müssen.
Finanzierungsmechanismen
Schulen in Bayern erhalten ein Budget für Lehrer-Reisekosten, das sich nach der Klassen- oder Schülerzahl richtet. Eine Realschule mit 20 Klassen erhält derzeit rund 3.200 Euro, ein Gymnasium mit 800 Schülern etwa 6.900 Euro, so das Kultusministerium. Wenn die Zuweisung aufgebraucht ist, verzichten viele Lehrer auf einen Teil ihrer Reisekosten oder Fördervereine schließen die Lücke mit Spenden. 2024 flossen rund 170.000 Euro an Drittmitteln an die Gymnasien, das entspricht etwa sieben Prozent des staatlichen Budgets.
Kreative Lösungen
Um Kosten zu sparen, versuchen Schulen oft, kostenlose Plätze bei Busunternehmen oder Gratisbetten für Lehrer zu bekommen, auch wenn sie solche Angebote nur annehmen, wenn sie freiwillig gemacht werden. Auslandsreisen sind besonders teuer, und Schwägerl merkte an, dass viele Gymnasien ihre Programme bereits als Reaktion auf die Mittellücke überarbeitet hätten.


