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Regierung·vor 6 Tagen

Bayern droht bei Bundes-Gesundheitsreform mit längeren Wartezeiten, falls die Kürzungen die Ärzte belasten

Die bayerische Staatsregierung hat umfangreiche Änderungsanträge zur Bundes-Gesundheitsreform im Bundesrat angekündigt und davor gewarnt, dass Millionen Patienten ohne Korrekturen mit längeren Wartezeiten auf Arzttermine rechnen müssten.

Bayern stellt sich massiv gegen die Pläne der Bundesregierung zur Gesundheitsreform und kündigt umfangreiche Änderungsanträge im Bundesrat an. Die Staatsregierung unter Gesundheitsministerin Judith Gerlach argumentiert, dass die aktuellen Vorschläge die Haus- und Fachärzte übermäßig belasten würden, was letztlich den Patienten schade.

Die Kernforderungen

Gerlach, eine CSU-Politikerin, drängt auf Korrekturen, um das zu verhindern, was sie als negative Folgen für Patienten bezeichnet. Eine zentrale Forderung ist die Aussetzung der geplanten Kürzungen für Haus- und Fachärzte, bis ein sogenanntes hausarztzentriertes Versorgungssystem eingeführt ist. Dieses von der Union und SPD vereinbarte System würde den Hausärzten eine stärkere Steuerungsfunktion geben, indem sie Patienten per Überweisung zu Fachärzten und Kliniken leiten.

Es ist sehr wichtig, die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Aber Sparmaßnahmen müssen sinnvoll sein – und es sollten nicht zu viele Aufgaben auf die Ärzte verlagert werden. Sonst drohen zum Beispiel längere Wartezeiten auf Arzttermine.

Der Vorstoß für ambulante Operationen

Um echte Kosteneinsparungen für die Krankenkassen zu erzielen, fordert Gerlach einen massiven Ausbau ambulanter Operationen. Sie verwies auf Studien, die ein Potenzial von mehr als vier Millionen Behandlungsfällen pro Jahr aufzeigen. Nach ihren Berechnungen könnte eine konsequente Umsetzung jährlich Einsparungen von rund acht Milliarden Euro im System der gesetzlichen Krankenversicherung bringen.

Wir brauchen grundlegende Änderungen im ambulanten Bereich, um das Gesundheitszukunftsfähig zu machen. Ein besseres Patientenmanagement ist dabei entscheidend.

Weitere Bundesrats-Änderungen

Neben dem Hausarztsystem und den ambulanten Operationen will Bayern seine Position im Bundesrat nutzen, um die Streichung finanzieller Anreize für schnellere Facharzttermine zu verhindern. Das Land will auch sicherstellen, dass Hausärzte nicht durch fallzahlbezogene Abschläge benachteiligt werden. Gerlach kritisierte die derzeitige Ausrichtung und bestand darauf, dass das verbindliche Hausarztsystem zügig umgesetzt werden müsse, um bereits im nächsten Jahr Kosten zu sparen.

München · Berlin

3 Quellen

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