
Bayer gewinnt Glyphosat-Fall vor US Supreme Court, Aktien steigen um 17 %
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass die bundesstaatlichen EPA-Vorschriften das Landesrecht in Bezug auf Krebs-Warnhinweise für glyphosathaltige Unkrautvernichter von Bayer aushebeln – und damit Tausende von Klagen untergraben.
Supreme Court-Urteil zur Bundeskompetenz
Der US Supreme Court entschied am Donnerstag, dass die Einstufung von Glyphosat als nicht krebserregend durch die Umweltbehörde EPA landesrechtliche Anforderungen an Krebs-Warnhinweise verdrängt. Mit dem Urteil entfällt die rechtliche Grundlage für Tausende von Klagen, die Bayer vorwarfen, auf seinem Unkrautvernichter Roundup keine ausreichenden Krebs-Warnhinweise angebracht zu haben. Die Entscheidung beantwortet eine zentrale Rechtsfrage, die seit Jahren über den Verfahren hing: ob das bundesstaatliche Pestizidkennzeichnungsrecht staatliche Deliktsklagen überlagert.
Reaktion von Bayer und Marktreaktion
Bayer begrüßte die Entscheidung und erklärte, sie bringe regulatorische Klarheit. Die Aktien des Unternehmens stiegen daraufhin um rund 17 %, was die Erleichterung der Anleger nach Jahren des Prozessrisikos widerspiegelt, das auf dem Kurs lastete. Bayer hatte stets argumentiert, dass die Haltung der EPA Warnhinweis-Klagen blockieren müsse – eine Position, die nun vom höchsten Gericht des Landes bestätigt wurde.
Das Urteil des Supreme Court ist gut für die Wissenschaft, die Landwirte und für Branchen, die für Innovationen auf regulatorische Klarheit angewiesen sind.
Die Entscheidung sollte dazu führen, dass laufende Klagen abgewiesen werden und künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen.
Laufende Vergleichsbemühungen
Bayer erklärte zudem, dass Monsanto weiterhin die endgültige Genehmigung einer zuvor angekündigten Vergleichsvereinbarung zur Beilegung der verbleibenden Rechtsstreitigkeiten anstrebe. Das Unternehmen verfolgt eine mehrgleisige Strategie, um die Roundup-Rechtslasten, die mit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 entstanden sind, deutlich zu reduzieren. Auch wenn das Urteil des Supreme Court ein großer Schritt ist, bleiben andere rechtliche Wege und Vergleichsverhandlungen aktiv.
Prozessgeschichte und EPA-Position
Die Roundup-Klagen belasten Bayer seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 schwer. Tausende Kläger machten geltend, dass die Glyphosat-Exposition Krebs verursacht habe und Bayer sie nicht ausreichend gewarnt habe. Die EPA vertritt seit langem die Auffassung, dass Glyphosat bei bestimmungsgemäßer Anwendung kein Krebsrisiko für den Menschen darstellt. Diese bundesstaatliche Einschätzung dient nun als Anker für die Einrede der Bundeskompetenz und schränkt die Reichweite staatlicher Warnhinweis-Klagen drastisch ein.

