
Deutsche Baupreise steigen im Mai um 5% – stärkster Anstieg seit 2023, Iran-Krieg treibt Materialkosten
Der Preis für neue konventionelle Wohngebäude stieg im Mai um 5% im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 3,3% im Februar – der stärkste Anstieg seit dem Sommer 2023. Das Statistische Bundesamt nannte die militärische Eskalation im Nahen Osten als zusätzlichen Kostentreiber zusätzlich zu den früheren belastenden Faktoren durch den Ukraine-Krieg.
Die Inflation im deutschen Baugewerbe hat sich beschleunigt: Die Preise für Neubau-Wohngebäude stiegen im Mai um 5% gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am 10. Juli 2026 mitteilte. Der Anstieg von 3,3% im Februar auf 5% im Mai ist der höchste Stand seit den 6,3% im Sommer 2023. Allein in den drei Monaten von Februar bis Mai stiegen die Baupreise um 2,4%, einschließlich Mehrwertsteuer auf Bauleistungen.
- Preisanstieg erreicht 6,3%, den höchsten Wert der Reihe bis zur aktuellen Beschleunigung.
- Jahresinflation fällt auf 3,3%, den tiefsten Punkt vor der erneuten Wende.
- Die Preise steigen auf 5% im Jahresvergleich, die schnellste Rate seit Sommer 2023.
Was treibt die Kosten in die Höhe
In allen Gewerken wurden höhere Preise verzeichnet. Die Rohbaukosten stiegen um knapp 5% im Jahresvergleich. Betonarbeiten verteuerten sich um 3,6%, Maurerarbeiten um 3,8% und Erdarbeiten um 5,4%. Zu den stärksten Anstiegen zählten Dachdeckerarbeiten (7,3%) sowie Zimmerer- und Holzbauarbeiten (ebenfalls 7,3%). Ausbaugewerke wurden im Schnitt um 5,1% teurer, Heizungsanlagen und zentrale Warmwasserheizungen inklusive Wärmepumpen stiegen um 5%. Metallbauarbeiten verteuerten sich um 4,4%.
Das Statistische Bundesamt nannte den Iran-Krieg als Schlüsselfaktor, der auf die Preissteigerungen durch den Ukraine-Krieg folgte. Die militärische Eskalation im Nahen Osten habe Materialien wie Bitumen, Stahl und Dämmstoffe verteuert sowie die Energiekosten in die Höhe getrieben. Die Bauunternehmen geben die gestiegenen Vorleistungskosten an die Kunden weiter.
- Rohbau
- 4.9 %
- Betonarbeiten
- 3.6 %
- Maurerarbeiten
- 3.8 %
- Dach- und Holzarbeiten
- 7.3 %
- Ausbaugewerke
- 5.1 %
- Heizungsanlagen
- 5 %
- Straßenbau
- 6.2 %
Auswirkungen auf Wohnungsbau und Mieten
Hohe Baukosten gelten als Hauptgrund für die schwache Bautätigkeit und die Wohnungsknappheit in Deutschland. Der GdW-Wohnungsverband warnte, dass die Investitionen in Neubauten in diesem Jahr einbrechen könnten; es werde mit nur 200.000 fertiggestellten Wohnungen bundesweit gerechnet, bei einem jährlichen Bedarf von rund 320.000 Einheiten. Auch Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden wurden deutlich teurer: Sie stiegen im Mai um 5,6% im Jahresvergleich. Die Kosten für neue Bürogebäude stiegen um 5,2%, Gewerbebauten um 5% und der Straßenbau um 6,2%.
Der Kostendruck wirkt sich auf die Mietmärkte aus, insbesondere in Städten, wo die Mieten ohnehin unter Druck stehen.
Antwort der Ministerin
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das darauf abzielt, die Baukosten zu senken. Ihr Ansatz setzt auf mehr Digitalisierung, schnellere Verwaltungsprozesse und vereinfachte Förderprogramme. Sie bestätigte auch, dass der Gesetzesentwurf für den sogenannten Gebäudetyp E fertig sei; der Vorschlag zielt darauf ab, die Wohnungsbaukosten zu senken, indem einfachere und günstigere Baustandards ermöglicht werden.

