
Französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Saint-Denis-Bürgermeister Bally Bagayoko wegen RATP-Beschäftigung
Das Parquet national financier leitete am 24. August 2026 eine Voruntersuchung gegen den Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, wegen des Verdachts der Untreue öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit seiner Vollzeitbeschäftigung beim Verkehrsbetreiber RATP ein.
Nationale Finanzstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein
Am Montag, dem 24. August 2026, bestätigte die französische Nationale Finanzstaatsanwaltschaft (Parquet national financier) die Einleitung einer Untersuchung gegen Bally Bagayoko, den Bürgermeister von Saint-Denis. Die Justizbehörde gab bekannt, dass das Verfahren mögliche Untreue öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit den beruflichen Tätigkeiten des gewählten Amtsträgers betrifft. Bally Bagayoko, der als Bürgermeister unter dem Banner der linken Partei La France Insoumise amtiert, ist die einzige im Communiqué der Anklagebehörde genannte Person. Die Finanzstaatsanwaltschaft veröffentlichte am Montag eine offizielle schriftliche Mitteilung, in der der rechtliche Rahmen des Falles erläutert wird. Die Finanzrichter haben die Ermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob öffentliche Mittel durch unregelmäßige Beschäftigungspraktiken zweckentfremdet wurden. Dieser erste rechtliche Schritt stellt die Gemeindeführung von Saint-Denis unter direkte Beobachtung der nationalen Finanzbehörden.
Prüfung des Vertrags beim Pariser Verkehrsbetreiber
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Beschäftigungsbedingungen von Bally Bagayoko beim Pariser öffentlichen Nahverkehrsnetz, der RATP. Die Justizbehörden prüfen direkt, wie der Gemeindevorsteher während seiner politischen Amtszeit von dem Verkehrsbetreiber beschäftigt und vergütet wurde. Der Fall untersucht, ob sein Status bei der Verkehrsgesellschaft eine unrechtmäßige Kumulation von Vollzeitarbeit und lokalem Wahlamt darstellte. Die Ermittler prüfen, ob seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem öffentlichen Verkehrsunternehmen mit den täglichen Pflichten seines Gemeindepostens vereinbar waren. Die Untersuchung befasst sich damit, ob die vom öffentlichen Unternehmen gezahlten Löhne oder Leistungen eine Zweckentfremdung öffentlicher Gelder darstellten. Das Verhältnis zwischen der Verkehrsbehörde und seinem lokalen politischen Mandat bleibt der zentrale Gegenstand der Ermittlungen.
Medienenthüllungen und Korruptionsbekämpfungsbeschwerden
Das gerichtliche Verfahren geht auf einen Bericht der französischen investigativen Wochenzeitung Le Canard Enchaîné zurück. In ihrem Bericht schilderte die Satirezeitung detailliert, wie Bally Bagayoko gleichzeitig eine Vollzeitstelle bei der RATP bekleidete und ein gewählter lokaler Vertreter war. Nach der Veröffentlichung dieser journalistischen Erkenntnisse reichte die Anti-Korruptionsorganisation AC!! Anti-corruption formelle rechtliche Beschwerden ein. Der Verband forderte eine gerichtliche Überprüfung der Doppelrolle, um festzustellen, ob öffentliche Mittel unrechtmäßig zugewiesen oder verwendet wurden. Die Kombination aus Presseenthüllungen und den anschließenden rechtlichen Beschwerden veranlasste die Finanzstaatsanwaltschaft, ein formelles Verfahren einzuleiten.
- Le Canard Enchaîné berichtet über eine Vollzeitbeschäftigung bei der RATP parallel zu einem gewählten lokalen Mandat.
- Die Gruppe AC!! Anti-corruption reicht formelle rechtliche Beschwerden zu den Beschäftigungsbedingungen ein.
- Das Parquet national financier leitet eine Voruntersuchung wegen des Verdachts der Untreue öffentlicher Gelder ein.
Umfang und Ziele der Voruntersuchung
Die Nationale Finanzstaatsanwaltschaft erklärte, dass die Voruntersuchung speziell darauf abzielt, die sachlichen Details der Beschäftigung von Bally Bagayoko bei der Verkehrsbehörde zu klären. Die Untersuchung soll die genauen Arbeitsmodalitäten und Vertragsbedingungen ermitteln, die während seiner Amtszeit bei dem Pariser Verkehrsnetz galten. Die Anklagebehörde skizzierte das unmittelbare Ziel der Untersuchung in ihrer offiziellen Mitteilung.
durchführen nützlicher Überprüfungen bezüglich der Beschäftigungsbedingungen
Die Voruntersuchung wird es den Richtern ermöglichen, festzustellen, ob die Umstände seines Vertrags bei der RATP weitere rechtliche Schritte oder eine formelle Anklage wegen Untreue öffentlicher Gelder rechtfertigen.


