
Deutsche Bahn sperrt Strecke Berlin–Hannover für 14-monatige Sanierung – Fahrzeiten verlängern sich um 80 Minuten
Die Deutsche Bahn hat die stark befahrene Ost-West-Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover am 2. Oktober 2026 außer Betrieb genommen. Fernverkehrszüge werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet, Regionalfahrgäste müssen auf Ersatzbusse umsteigen.
Sperrung des Korridors und Umleitungsrouten
Am Morgen des 2. Oktober 2026 stellte die Deutsche Bahn den gesamten Zugverkehr auf dem Hochgeschwindigkeitskorridor zwischen Berlin und Hannover ein. Das Bahnunternehmen nahm die Strecke für ein umfassendes, 14 Monate dauerndes Sanierungsprojekt außer Betrieb. Alle Fernverkehrsverbindungen werden nun über eine südliche Ausweichroute durch Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Umleitung verlängert die Fahrzeiten zwischen Berlin und Hannover um etwa 80 Minuten, sodass sich die Gesamtreisezeit auf rund 180 Minuten erhöht. Auch alle Bahnverbindungen zwischen der Bundeshauptstadt und Nordrhein-Westfalen werden durch den Umweg langsamer; die Fahrzeit von Berlin nach Düsseldorf steigt auf mindestens fünfeinhalb Stunden. Die DB plant, in jedem Zwei-Stunden-Fenster drei Fernverkehrszüge je Richtung einzusetzen.
Ausgelassene Bahnhöfe und Störungen im Pendlerverkehr
Der angepasste Fahrplan streicht Fernverkehrshalte an wichtigen Zwischenbahnhöfen. Wolfsburg erhält mindestens bis Ende 2026 keinen Fernverkehrsanschluss, sodass Geschäftsreisende und Pendler alternative Wege finden müssen. Auch ICE-Züge fahren an Stendal vorbei; ob dieser Halt bis 2027 ausgesetzt bleibt, wird noch geprüft. Als Ausgleich für den umgeleiteten Verkehr erhält Magdeburg drei zusätzliche ICE-Verbindungen in Richtung Berlin sowie nach Hannover und Nordrhein-Westfalen. Der Regionalverkehr in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt steht vor erheblichen Fahrplanänderungen. Regionalzüge verkehren nun zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge, während Zwischenziele wie Rathenow und die Verbindung zwischen Stendal und Wolfsburg vollständig von Ersatzbussen abhängen.
Umfang der Bauarbeiten und Verzögerungen bei der Ausweichstrecke
Der Zeitrahmen von 14 Monaten ergibt sich aus den technischen Anforderungen der Modernisierung fester Gleisinfrastruktur. Die Bautrupps ersetzen rund um Stendal mehr als 50 Kilometer fester Betonplattengleise, bei denen die Schienen direkt auf Betonplatten statt auf losem Schotter liegen. Anders als bei konventionellem Schottergleis lassen sich verschlissene Betonplattensysteme nicht instand halten, solange Züge darauf verkehren. Die Deutsche Bahn erneuert zudem Hunderte Kilometer Oberleitungen, Gleise und Weichen und modernisiert rund zwei Dutzend Bahnhöfe. Die Sperrung wurde verlängert, nachdem die elektrischen Bauarbeiten an der parallel verlaufenden Lehrter Stammbahn in Verzug geraten waren. Ursprünglich sollten die Fernverkehrszüge im Dezember 2026 auf die Lehrter Strecke verlegt werden, doch deren Elektrifizierung wird erst im Dezember 2027 abgeschlossen sein.
Gleise, Weichen, Feste Fahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe werden in einem gebündelten Paket erneuert oder modernisiert. Das ist eine enorme Aufgabe, aber eine Investition, die sich auszahlt: für mehr Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der meistbefahrenen Ost-West-Bahnverbindungen Deutschlands.
- Die Deutsche Bahn nimmt den Bahnkorridor Berlin–Hannover für 14 Monate Sanierung außer Betrieb
- Ursprünglich angepeilter Termin für die Verlegung der Fernverkehrszüge auf die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn
- Geplante Fertigstellung der Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn und Ende der Korridor-Umleitung
Strategie zur Sanierung des Netzes
Vor der Sperrung nutzten täglich mehr als 400 Personenzüge und rund 90 Güterzüge den Korridor. Das Projekt ist Teil der umfassenderen Korridorsanierungsinitiative der Deutschen Bahn, mit der bis in die 2030er Jahre mehr als 40 stark belastete Bahnkorridore in ganz Deutschland grundlegend erneuert werden sollen. Das Unternehmen will nach Abschluss der Bauarbeiten die Zuverlässigkeit verbessern und Betriebsstörungen auf alternden Netzabschnitten verringern. Frühere Korridorausbauten, etwa auf der Strecke Hamburg–Berlin, benötigten nach der Wiedereröffnung mehrere Wochen Betriebszeit, bis sich die Pünktlichkeit im Fahrplan verbesserte. Die Bahnbehörden haben detaillierte Ersatzfahrpläne und Takte der Ersatzbusse auf ihren digitalen Portalen veröffentlicht.


