Deutsche Bahn teilt Sanierung der Strecke München–Rosenheim in zwei Phasen auf und vermeidet sechsmonatige Vollsperrung
Die Deutsche Bahn hat ihre Pläne für eine sechsmonatige Vollsperrung des wichtigen Korridors München–Rosenheim aufgegeben und setzt stattdessen auf zwei kürzere Bauphasen in den Jahren 2028 und 2031, um die Beeinträchtigungen für Pendler und den internationalen Güterverkehr zu reduzieren.
Eine überarbeitete Strategie für einen kritischen Korridor
Die stark frequentierte Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim, eine der wichtigsten Eisenbahnverbindungen Bayerns, wird in zwei getrennten Phasen modernisiert und nicht unter einer einzigen langen Sperrung. DB InfraGO, der Infrastrukturbereich der Deutschen Bahn, gab den angepassten Plan am Freitag bekannt und erklärte, das Ziel sei es, gleichzeitige Beeinträchtigungen von S-Bahn- und Fernverkehr sowie Einschränkungen des internationalen Schienengüterverkehrs zu minimieren.
Die Strecke wird täglich von Regional-, Fern- und Güterzügen sowie von S-Bahnen zwischen München und Grafing befahren. Sie ist auch eine wichtige Verbindung für den künftigen Verkehr durch den Brennerbasistunnel. Der Infrastrukturausbau ist nun so terminiert, dass die Strecke vor Fertigstellung des Tunnels zuverlässiger und leistungsfähiger wird.
Vorbereitungsarbeiten ab Herbst 2027
Bevor die Hauptbauarbeiten beginnen, starten im Herbst 2027 vorbereitende Maßnahmen. In dieser frühen Phase wird die S-Bahn-Strecke abschnittsweise gesperrt. Für Anfang 2028 sind weitere Einschränkungen und Wochenendsperrungen geplant, auch während der Faschingsferien.
- Vorbereitungsmaßnahmen beginnen; S-Bahn-Strecke abschnittsweise gesperrt.
- Wochenend- und Faschingsferiensperrungen geplant.
- Phase 1 beginnt: achtwöchige Vollsperrung der Fernverkehrsgleise für Stellwerksersatz und Gleisarbeiten.
- Phase 1 endet.
- Phase 2 beginnt: Erneuerung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen, Brücken, Bahnhöfen und ETCS-Installation.
- Phase 2 soll abgeschlossen sein.
Phase eins: achtwöchige Sperrung Anfang 2028
Die erste große Bauphase ist von Mitte Februar bis Mitte April 2028 vorgesehen. In diesen acht Wochen werden die Fernverkehrsgleise vollständig gesperrt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Austausch alter Stellwerke und Arbeiten an Gleisen und Weichen. Fernverkehrszüge werden umgeleitet, und für Regionalfahrgäste werden Ersatzbusse eingesetzt.
Phase zwei: eine umfassendere Sanierung im Jahr 2031
Die zweite Phase ist für das erste Halbjahr 2031 geplant. In diesem Abschnitt werden Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert. Die Strecke wird außerdem mit dem European Train Control System (ETCS) ausgerüstet. Einzelheiten zu den für diese spätere Phase erforderlichen Sperrungen und Umleitungen wurden noch nicht bekannt gegeben.
Strategische Terminierung im Hinblick auf den Brennerbasistunnel
Die Deutsche Bahn betonte, dass der überarbeitete Zeitplan sicherstellt, dass die Infrastruktur auf der Strecke München–Rosenheim rechtzeitig zur Eröffnung des Brennerbasistunnels ausgebaut und widerstandsfähiger gemacht wird. Durch die Aufteilung der Arbeiten will der Betreiber diese wichtige Nord-Süd-Achse während der gesamten Bauzeit sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr funktionsfähig halten.


