Kunst & Bücher · Mexiko-Stadt und Paris
Jahrhundertealtes aztekisches Manuskript kehrt nach 186 Jahren aus Frankreich als Leihgabe nach Mexiko zurück
Der Codex Azcatitlan aus dem 16. Jahrhundert wurde am 17. September 2026 in Mexiko-Stadt ausgestellt – seine erste Rückkehr ins Land seit 1840 im Rahmen eines bilateralen Leihabkommens mit Frankreich.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Franceinfo, EL PAÍS, NOS und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Codex Azcatitlan aus dem 16. Jahrhundert wurde am 17. September 2026 im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt für drei Monate als Leihgabe der Französischen Nationalbibliothek ausgestellt.
Die Präsidenten Claudia Sheinbaum und Emmanuel Macron einigten sich im November 2025 auf den Leihverkehr anlässlich des 200-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen, wobei Mexiko als Gegenleistung den Codex Boturini ausleiht.
Das von einem otomischen Handwerker auf europäischem Papier erstellte 50-seitige Manuskript schildert die Wanderung von Aztlan, die Gründung von Tenochtitlan und die spanische Eroberung unter Hernán Cortés im Jahr 1519.
- 1898Die Französische Nationalbibliothek erwirbt den Kodex.
- November 2025Claudia Sheinbaum und Emmanuel Macron vereinbaren einen gegenseitigen Leihverkehr.
- 17.09.Der Kodex wird im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt öffentlich ausgestellt.
Bilaterale Leihgabe und Ausstellung
Der Codex Azcatitlan aus dem 16. Jahrhundert wurde am 17. September 2026 im Nationalmuseum für Anthropologie in Mexiko-Stadt öffentlich ausgestellt. Das 50-seitige Manuskript traf als Leihgabe aus der Französischen Nationalbibliothek ein, wo es seit 1898 aufbewahrt wird. Die vorübergehende Überführung ist das erste Mal, dass das Dokument seit seiner Abreise im Jahr 1840 nach Mexiko zurückgekehrt ist. Der Austausch wurde anlässlich des 200-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und Frankreich vereinbart. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum und der französische Präsident Emmanuel Macron einigten sich im November 2025 während bilateraler Gespräche auf die Regelung. Im Rahmen der Vereinbarung leiht Mexiko Frankreich als Gegenleistung den Codex Boturini.
Inhalt und Herkunft des 50-seitigen Manuskripts
Der auf europäischem Papier farbig gezeichnete und als Buch gebundene Codex Azcatitlan vereint mesoamerikanische Piktogramme mit europäischer Schrift. Laut der Historikerin Maria Castañeda de la Paz von der Nationalen Autonomen Universität Mexiko wurde das Dokument von einem otomischen Handwerker angefertigt. Der Text ist in drei Abschnitte unterteilt, die die Wanderung der Mexica vom mythischen Ursprungsort Aztlan bis zur Gründung von Tenochtitlan dokumentieren. Er beschreibt auch die Thronfolge der Herrscher der Stadt, die Ankunft der spanischen Streitkräfte unter der Führung von Hernán Cortés im Jahr 1519, die anschließende Eroberung sowie die Einführung des Christentums und des kolonialen Kastensystems. Baltazar Brito Guadarrama, Direktor der Nationalbibliothek für Anthropologie und Geschichte, merkte an, dass die Aufnahme spanischer Wörter dabei helfe, die in den Gründungsberichten erwähnten Orte zu bestätigen.
Besitzgeschichte über vier Jahrhunderte
Das Manuskript durchlief mehrere private und institutionelle Sammlungen, bevor es nach Europa gelangte. Sein frühester bekannter Besitzer war Fernando de Alva Ixtlilxochitl, ein kolonialer Politiker, der von Nezahualcoyotl von Texcoco abstammte. Nach seinem Tod gelangte der Kodex an den Gelehrten Carlos de Siguenza y Gongora, der ihn später einer Jesuitenbibliothek vermachte. Der italienische Historiker Lorenzo Boturini erwarb die Sammlung im Jahr 1737, bevor die koloniale Vizekönigsverwaltung sein Archiv beschlagnahmte und der Universität in Obhut gab. Der Kodex wurde 1840 per Schiff aus Mexiko entfernt, bevor er 1898 in die Sammlung der Französischen Nationalbibliothek gelangte.
Reaktionen der indigenen Bevölkerung und Rückgabeforderungen
Die vorübergehende Ausstellung hat die öffentliche Diskussion über die dauerhafte Rückführung mexikanischer Kulturgüter, die sich in europäischen Einrichtungen befinden, neu entfacht. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte hat Mexiko seit 2018 mehr als 16.200 Kulturgegenstände zurückgeführt. Angehörige indigener Gemeinschaften nahmen an der Eröffnung in Mexiko-Stadt teil, wo derzeit zwei Seiten hinter einer schützenden Glasvitrine zu sehen sind. Die Vertreterin der Mexica, Maria Eugenia Castañeda, betonte die kulturelle Bedeutung des Dokuments für die indigene Identität.
„Diese Kodizes sind für uns äußerst wichtig, weil sie uns in diesen ganz besonderen Zeiten, die wir erleben, weiterhin Identität und Wert als Menschen geben.“
Emilia Mendoza, ein Mitglied der Hnahnu-Gemeinschaft, die sich für die Rückgabe indigener Manuskripte einsetzt, äußerte die Hoffnung auf eine umfassendere Rückgabe.
„Dies ist ein gewonnener Kampf, ein erster Schritt zur Rückgabe dieser Bücher, die sich in anderen Ländern befinden.“
Der mexikanische Außenminister Roberto Velasco eröffnete die Ausstellung offiziell und erklärte, dass die Veranstaltung die Bürger direkt mit ihrem gemeinsamen Erbe verbinde.
„Die Piktogramme repräsentieren unsere Geschichte, die geschriebene Stimme unserer Vorfahren und die tiefe Wurzel unserer Identität.“
Das Manuskript wird bis Dezember 2026 in Mexiko-Stadt ausgestellt, bevor es nach Paris zurückkehrt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FranceinfoLe Mexique expose le "Codex Azcatitlan", un précieux manuscrit conservé en France depuis deux siècles
- EL PAÍSSe fue en barco y volvió en avión: el Códice Azcatitlan regresa a México desde Europa después de casi dos siglos
- NOSEeuwenoud manuscript van de Azteken tijdelijk terug in Mexico
- France 24Rare Aztec manuscript returns to Mexico on loan after nearly two centuries in France
- Claudia Sheinbaum
- Präsidentin von Mexiko, die das Leihabkommen mit Frankreich aushandelte
- Emmanuel Macron
- Präsident von Frankreich, der dem Kulturaustausch mit Mexiko zustimmte
- Roberto Velasco
- mexikanischer Außenminister, der bei der Ausstellungseröffnung sprach
- Hernan Cortes
- Anführer der spanischen Streitkräfte, die 1519 in Tenochtitlan einfielen
- Fernando de Alva Ixtlilxochitl
- kolonialer Politiker und frühester bekannter Besitzer des Codex Azcatitlan
- Carlos de Siguenza y Gongora
- Intellektueller des 17. Jahrhunderts, der früher das Manuskript besaß
- Lorenzo Boturini
- italienischer Historiker, der das Manuskript 1737 erwarb
- Orte
- Mexiko-Stadt, Mexiko, Paris, Frankreich, Europa
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